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Altenburg Ein typischer Sonntag in den Altenburger Kleingärten
Region Altenburg Ein typischer Sonntag in den Altenburger Kleingärten
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18:10 08.07.2018
Thomas, Annett (beide 46) und Amelia (8) Heise teilen sich mit Oma Gisela (64) einen Garten in der Anlage „Bauhof 1“. Die Hasen Bugs und Bunny dürfen nicht fehlen. Quelle: Foto: Maria Sandig
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Altenburg

Die Sonne scheint, Hummeln fliegen umher und sammeln an violettblauen Lavendelblüten süßen Nektar. Im Vereinsheim der Kleingartensparte „Bauhof 1“ haben sich Gartennutzer zum Frühschoppen versammelt – die Gemeinschaft diskutiert über das bevorstehende Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft. Ganz gleich, ob sonntägliches Treffen, Sommer- oder Herbstfest: Die Mitglieder finden sich gern zusammen.

Einige Meter vom Vereinsheim entfernt wässert der 81-jährige Klaus Wiegner die Kirschsäulen in seiner grünen Parzelle. Vier Stunden verbringt er jeden Tag hier, früher waren es deutlich mehr. „Der Garten ist mein Ein und Alles. Hier bleibe ich, bis sie mich forttragen“, sagt er schmunzelnd. Den Sonnenhut trägt er immer, ansonsten hält er es nicht lange in der Hitze aus. Seine Wohnung ist gleich gegenüber. Der Rentner gehört zu den ältesten Mitgliedern im Kleingartenverein.

Der 81-jährige Klaus Wiegner ist eines der ältesten Mitglieder des Kleingartenvereins „Bauhof 1“ in Altenburg. Er bewirtschaftet seinen Garten komplett allein. Quelle: Maria Sandig

Das Alters-Pendant zu dem rüstigen Senioren bildet die junge Familie Heise aus Altenburg. Thomas, Annett (beide 46) und Aurelia (8) haben hier einen Garten. Den teilen sie sich mit Oma Gisela (64). Seit sieben Jahren haben die drei Generationen die gemeinsame Parzelle im „Bauhof 1“. Aurelia holt Kaninchen Bunny aus dem Freilaufgehege, setzt sich auf den frischgemähten Rasen und kuschelt mit ihm. Sein schüchterner Bruder Bugs versteckt sich im Miniatur-Häuschen.

Drei-Generationen-Garten

Die Familie nutzt den Kleingarten als Rückzugsort. „Dem Alltag entfliehen und die Natur genießen – das bedeutet ein typischer Sonntag im Garten“, sagt Annett Heise. Die Tomaten sind rot. Vater Thomas erntet sie für das Abendessen. Es gibt Tomatensalat. Oma Gisela steht in der Gartenlaube und bereitet Schüttelgurken vor. Annett Heise kümmert sich um den gestalterischen Aspekt des Grundstücks. Die Altenburgerin werkelt an der Bepflanzung einer alten Holztür. Die Kohlen liegen schon auf dem Grill – zum Mittag wird im „Drei-Generationen-Garten“ der Grill befeuert.

Andreas und Sieglinde Schmidt haben einen barrierefreien Garten in der Anlage „Weißer Berg“ in Altenburg. Quelle: Mario Jahn

In der Kleingartenanlage „Weißer Berg“ geht es derweil ruhiger zu. Andreas Schmidt hat es sich gemütlich gemacht und schwatzt über den Zaun mit seinem Nachbarn. Sieglinde Schmidt steht in der kleinen Küche und kocht zwei Kilo schwarzen Johannisbeeren ein, die ihr Mann gestern vom Strauch gepflückt hat.

Das Ehepaar hat einen besonderen Garten. Das Grundstück ist barrierefrei. Der 59-jährige Andreas Schmidt sitzt seit einem Arbeitsunfall 1987 im Rollstuhl. Vor 25 Jahren gründete er mit befreundeten „Rollis“, wie er sie liebevoll nennt, eine Selbsthilfegruppe, mit der er den Garten bewirtschaftete. Heute kümmern sich die Altenburger hauptsächlich um den Garten, die befreundeten Rollstuhlfahrer sind oft zu Besuch da.

Raus an die frische Luft

Es gibt zwei Hochbeete im Garten, alle Wege sind breit genug für seinen Rollstuhl. Für das Ehepaar ist der Garten ein Ort der Ruhe. „Immer in der Wohnung sein – das geht nicht. Manchmal muss ich einfach raus an die frische Luft“, sagt Sieglinde Schmidt und gesellt sich zu ihrem Ehemann.

Der Verein organisiert regelmäßige Treffen und Feste – dafür nutzen die Gartenfreunde die Gaststätte nebenan. So geräumig sie auch ist – in der Laube kämen dann doch nicht alle Gäste unter.

Abstand vom stressigen Alltag, Ruhe und Beschäftigung: Die Altenburger lieben ihre Kleingärten und alle Vorteile, die eine Parzelle mit sich bringt. LVZ-Volontärin Maria Sandig war am Sonntag in Altenburger Kleinsparten unterwegs – für einen Plausch über den Gartenzaun.

Von Maria Sandig

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