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"Ein weiterer Personalabbau gefährdet unsere Aufgabenerfüllung"

"Ein weiterer Personalabbau gefährdet unsere Aufgabenerfüllung"

Anja Dallek ist als Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Rositz kürzlich wiedergewählt worden (die OVZ berichtete). Damit tritt die 39-Jährige ihre dritte Amtszeit an der Spitze der Verwaltung an.

Über die Aufgaben und Herausforderungen der kommenden sechs Jahre sprach die OVZ im Interview mit der Meuselwitzerin.

 

Die Pläne der Thüringer Gebietsreform sehen vermutlich die Abschaffung der Verwaltungsgemeinschaften vor. Plädieren Sie für den Erhalt der VG oder für die Umwandlung in eine Einheitsgemeinde?

 

Erst einmal finde ich es schwierig, wenn jemand vom grünen Tisch aus die Gebietsreform plant und behauptet, Verwaltungsgemeinschaften sind ineffektiv und beschäftigen kein gut ausgebildetes Personal. Sicher, manche VG hat Probleme. Aber es gibt etliche, die gut funktionieren. Und zu diesen gehört auch die VG Rositz.

 

Das heißt, Sie bevorzugen die VG?

 

Im Moment ja, da ich den großen Unterschied zwischen Einheitsgemeinde und Verwaltungsgemeinschaft nicht sehe. Was ändert sich? Außer dass es die Stelle des Gemeinschaftsvorsitzenden in dieser Form nicht mehr geben wird. Das notwendige Personal muss auch in einer Einheitsgemeinde vorgehalten werden und das kostet das gleiche Geld.

 

Es gibt also keine Veranlassung, die VG aufzulösen?

 

Nein, momentan zumindest nicht. Hierzu fehlen uns zudem konkrete Vorgaben der Thüringer Landesregierung. Mit Prognosen zu zukünftigen Einwohnerzahlen und Aussagen wie "könnte, vielleicht, eventuell" lässt sich schwer umgehen. Für eine zielführende Arbeit brauchen wir gesicherte Grundlagen. Ansonsten gehen Planungen ins Leere und kosten unnötig Zeit.

 

Vor dem Hintergrund der riesigen Finanzierungsprobleme in den Gemeinden stellt sich die Frage, ob die VGs zukünftig handlungsfähig sind? In den vergangenen Jahren wurden deswegen stetig Stellen abgebaut.

 

Mit dem vorhandenen Personal können wir unsere Aufgaben derzeit erfüllen. Darüber hinaus kommt es für die Zukunft darauf an, wie die Finanzausstattung der Gemeinden und damit auch der Verwaltungsgemeinschaft aussehen wird. Aber es ist tatsächlich so: Spielraum, die Umlage weiter zu senken, haben wir kaum mehr. Ein weiterer Personalabbau gefährdet unsere ordnungsgemäße Aufgabenerfüllung. Schon jetzt bleiben freiwillige Leistungen wie etwa die permanente Pflege unserer Homepage auf der Strecke.

 

Eigene VG-Einrichtungen wie Kindergarten oder Bauhof gibt es in Rositz nicht, Wird darüber nachgedacht?

 

Nein, die Kommunen unterhalten selbst ihre Kindergärten und Bauhöfe. Aber man könnte sicher über einen gemeinsamen Kindergarten nachdenken. In so einer Einrichtung wäre es dann beispielsweise möglich, dass das Personal flexibel in den Häusern eingesetzt wird. Das ist, denke ich, ein Vorteil.

 

Gibt es dazu konkrete Überlegungen?

 

Nein, momentan nicht.

 

Wie ist eigentlich das Verhältnis zwischen Bürgermeistern und Verwaltung?

 

Bei uns gibt es keine Spannungen, wir arbeiten auf Augenhöhe zusammen und die Chemie stimmt. Es finden regelmäßig Bürgermeisterberatungen statt und alle werden von uns, der Verwaltung, gleich informiert. Somit hat jeder den gleichen Wissensstand. Ich denke, das ist für eine konstruktive Zusammenarbeit wichtig. Ich muss allerdings sagen, dass sich dieses gute Verhältnis erst in den letzten Jahren so entwickelt hat. Es sind ja immer Menschen, die hier zusammenarbeiten. Außerdem besteht die VG mit Rositz, Lödla, Monstab und Kriebitzsch aus lediglich vier Gemeinden, das macht es einfacher. Wo andere mit zehn Bürgermeistern verhandeln müssen, sind es bei uns nur vier.

 

Rositz ist eine kleine VG, was die Zahl der Mitglieder betrifft, aber eine VG mit großen Umweltproblemen. Ist die Verwaltung in die Lösung dieser Probleme eingebunden?

 

Ja. Ich nehme zurzeit regelmäßig an den Planertreffen teil, wenn es um Schelditz geht. Für die Gefahren, die für die öffentliche Sicherheit und Ordnung von der Aschehalde Fichtenhainichen ausgehen, sind wir als Ordnungsbehörde direkt zuständig. Wir haben zum Beispiel aufgrund eines Gutachtens die Sperrung der Molbitzer Straße angeordnet.

 

Das Thema wird Sie also weiterhin beschäftigen?

 

In jedem Fall. Die Umweltprobleme werden auch nicht in einem oder zwei Jahren gelöst sein. Definitiv nicht. Bis dahin wird es noch ein langer Kampf, beispielsweise um die nötigen Gelder.

 

Was sind für Sie die größten Herausforderungen für die nächsten Jahre?

 

Das werden sicher die jährlichen Haushalte der Gemeinden sein, weil immer weniger Zuweisungen vom Land kommen. Dennoch müssen die Gemeinden wirtschaften und ihre Aufgaben erfüllen und investieren. Das zu finanzieren, wird immer schwieriger. Interview: Jörg Reuter

Jörg Reuter

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