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Altenburg Einbruchswelle in Altenburg: Kurzer Prozessauftakt vor dem Landgericht Gera
Region Altenburg Einbruchswelle in Altenburg: Kurzer Prozessauftakt vor dem Landgericht Gera
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15:33 10.09.2016
Vor dem Geraer Landgericht muss sich aktuell ein 31-jähriger Altenburger verantworten. Er soll reihenweise Einbrüche und Betrügereien begangen haben. Quelle: dpa
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Altenburg/Gera

Kurzer Auftakt im Prozess um Diebstähle und Computerbetrug: Nur eine gute halbe Stunde dauerte am Freitag der erste Verhandlungstag gegen Marcel N. vor der 11. Strafkammer des Landgerichts Gera. Allein 20 Minuten brauchte Staatsanwalt Jürgen Boße, um die umfangreiche Anklageschrift zu verlesen – und er las ziemlich schnell. Zudem kündigte der Anwalt des Angeklagten, Alexander Giehler, für Montag ein Geständnis an. Seine Beteiligung an einem parallel laufenden Prozess war der Grund, warum dieses Verfahren mit leichter Verspätung begann und schnell vertagt wurde.

In der übrigen Zeit fasste die Kammer unter Leitung der Vorsitzenden Richterin Andrea Höfs Beschlüsse, die etwa den Prozessbeteiligten Lesestoff fürs Wochenende brachten. Denn bis Montag müssen sie sich den Inhalt eines faustdicken Aktenordners zu Gemüte führen, in dem das Gericht Zeugenaussagen und Gutachten zusammengefasst hat. Das erklärt sich dadurch, dass die Staatsanwaltschaft dem 31-jährigen Altenburger allein im Hauptverfahren siebenmal gewerbsmäßigen Diebstahl plus dreimal Computerbetrug vorwirft, wobei es in einem Fall beim Versuch blieb. Hinzu kommen weitere vier Verfahren mit gleichartigen Vorwürfen.

Wie Boße ausführte, soll der Angeklagte vom Herbst 2014 bis Ende März 2015 in Altenburg und Umgebung zigfach in Fahrzeuge, Kindertagesstätten, Pflegeheime, Firmensitze und soziale Einrichtungen eingebrochen sein. Bestätigt sich das, wäre der 31-Jährige einer der Haupttäter in der zu dieser Zeit durch Altenburg schwappende Einbruchs- und Diebstahlwelle (die OVZ berichtete). Dabei habe er bevorzugt Bargeld und Elektronik im Gesamtwert von über 15 000 Euro gestohlen, so der Ankläger. Mit den dabei ebenfalls entwendeten EC-Karten soll er darüber hinaus versucht haben, Geld abzuheben. Zweimal soll das gelungen sein: Die Beute lag hierbei bei insgesamt 1000 Euro.

Weil der Altenburger eine erhebliche kriminelle Karriere hingelegt hat – zum Großteil mit ähnlichen Delikten – und derzeit eine Haftstrafe aus dem Sommer vorigen Jahres absitzt, die mit in das jetzt zu erwartende Urteil einfließt, wird das Ganze vor dem Landgericht verhandelt. „Es ist kein Geheimnis, dass die Strafandrohung bei einer Gesamtstrafe in Ihrem Fall über vier Jahre liegt“, sagte Höfs in Richtung des Angeklagten, der das – wie auch die Anklage – relativ regungslos hinnahm.

Zu den prominentesten Fällen gehören neben Einbrüchen in die Altenburger Kitas Brummkreisel und Lerchenberg sowie die Niederhainer Einrichtung Sonnenschein ein Diebeszug durch ein Pflegeheim in der Skatstadt. Allein dort soll der Angeklagte Technik im Wert von 5000 Euro mitgehen lassen haben. In den Kitas soll er neben Elektronik auch einen Tresor mit 1000 Euro entwendet und zudem noch Sachschäden in Höhe von mehreren tausend Euro hinterlassen haben. Auch vor der Thüsac-Zentrale, der Roten Zora, der Horizonte-Beratungsstelle und einem Opferbehälter in einer Kirche soll N. nicht Halt gemacht haben.

Von Thomas Haegeler

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