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Eindringliche Mahnung: Kulturbundgalerie zeigt "Der Krieg und das Grauen"

Eindringliche Mahnung: Kulturbundgalerie zeigt "Der Krieg und das Grauen"

Angesichts der Entwicklungen auf der koreanischen Halbinsel kann die 112. Ausstellung in der Kulturbundgalerie Ebertstraße nicht aktueller sein.

Altenburg.

 

 

 

 

Von Frieder Krause

Horst Rolle, der 1932 in Rositz geboren wurde, legte 1950 das Abitur in Altenburg ab und studierte nach einer Maurerlehre Architektur. Kindheitserinnerungen haben bei ihm zur Auseinandersetzung mit dem Krieg und allem, was Menschen verachtet und Grauen hervorruft, geführt. Mit seinen Arbeiten möchte er dokumentieren, zum Nachdenken anregen und aufrütteln.

Immer wieder spiegeln sich auch seine eigenen Erfahrungen in den Werken wider. So schilderte Horst Rolle während der Vernissage, wie er als Kind in der Schmöllnschen Straße einen Todesmarsch von KZ-Häftlingen gesehen hat. Derartige Bilder würden einen nicht loslassen, vermittelte er der interessierten Zuhörerschaft.

Es sind diese Bildern, die den Titel "Der Krieg und das Grauen" rechtfertigen. Und es sind diese Bilder, die Erfahrungen aus 70 Lebensjahren zeigen. Mit Farb- und Bleistiften, Kreide und Tusche hat Horst Rolle seine Werke gefertigt, auch Collagen sind zu sehen. Etliche der Arbeiten hat er bereits in jungen Jahren bildlich zusammengestellt, andere wiederum sind Jahre später aus der Erinnerung entstanden.

Aus solcher ist auch das Bild in Pastellkreide "DEA-Brand" in Rositz gefertigt worden. 1944 war er nach dem Brand mit Freunden durch die Gegend geradelt und hatte mit Entsetzen das zerstörte Oberlödla gesehen. 2011 zeichnete er das Geschehen als Gedächtnisskizze auf.

In den Werken von Horst Rolle spielt die Erinnerung und das Aufzeigen von Geschichte immer wieder eine Rolle. Mit der Schülerzeichnung "Der Krieg auf dem weihnachtlichen Gabentisch" aus dem Jahre 1942 macht er zum Beispiel auf den Widerspruch des Christbaumbegriffs aufmerksam, der einmal Freude am Heiligen Abend vermittelt und als Markierung für Bombenziele missbraucht wurde. Einen weiteren Widerspruch sieht Rolle auch im Glanz der Uniformen, die vom Elend der Kämpfenden ablenken. Weiter erinnert er in der Ausstellung an viele von Kriegen zerstörte Städte. Dass seine Auseinandersetzung mit der Problematik noch lange nicht beendet ist, zeigt der "Rekapitulationsversuch", der dieses und vergangenes Jahr entstanden ist: "Braune Wolke" in sechs Varianten.

Horst Rolle möchte in seiner Dokumentation etwas vom "pessimistischen Rand" der üblicherweise romantisch angelegten, umfangreichen Architektur- und Landschaftsdarstellungen aus dem Altenburger Land, wie sie auch oft in der Kulturbundgalerie zu sehen waren, zeigen.

So erinnert eine seiner Arbeiten aus dem Jahre 1951 an das Geschehen an der Altenburger Karl-Marx-Oberschule zu dieser Zeit. "Angst vor dem stalinistischem Terror" heißt sie und schlägt erneut einen aktuellen Bogen zur Aufarbeitung dieser Vorgänge, wie sie auch im Stück "Die im Dunkeln" am Landestheater zu sehen sind. Insgesamt ist seine Schau eine eindringliche Mahnung - davor, was Grauen und Krieg anrichten können.

Die Ausstellung ist in der Kulturbundgalerie, Friedrich-Eberstraße 9, bis 16. Mai zu folgenden Zeiten zu sehen: Montag und Freitag 9 bis 12 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 9 bis 18 Uhr,

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