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Altenburg Eine Ausnahmekünstlerin
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23:34 28.03.2014
Die französische Sängerin Valérie Suty. Quelle: Stephan Walzl
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Jetzt kann sich auch das Altenburger Publikum von ihrer Kunst überzeugen, denn die Inszenierung kommt in die Skatstadt.

Von Tatjana Böhme-Mehner

Kaum merklich ist der französische Akzent der offenen und strahlenden Frau. Grammatik und Syntax ihrer sehr gewählten deutschen Sprache sind nahezu perfekt. Geistvoll und pointiert plaudert sie aus ihrer mehr als ungewöhnlichen Künstlerbiografie. Wo und wie sie so gut Deutsch gelernt habe? Überwiegend im Lande selbst. Lediglich ein Jahr habe sie in Frankreich Deutschunterricht gehabt, bevor sie 1993 mit einem Studienstipendium nach Berlin kam. Aber, strahlt sie, in Sachen Sprachen sei sie wie ein Schwamm, sauge alles auf, was sie akustisch umgebe.

Mit dem Dialekt ihrer aktuellen Wahlheimat Chemnitz sei das zwar nicht so einfach, aber das sei ja vielleicht auch nicht ganz so schlimm. Englisch kann die Sängerin, die während eines Schüleraustauschs in den USA zum Singen kam, offenbar ebenso gut. Zurzeit weilt sie wieder in Ostthüringen und empfindet jenen Dialekt, dem sie hier begegnet, als durchaus angenehm.

Valérie Suty singt die Titelpartie in der Oper "Lady Macbeth von Mzensk". Das Ausnahmewerk von Dmitri Schostakowitsch hat am 13. April nun auch in Altenburg Premiere. In seiner Ausdruckskraft in jeder Hinsicht ein Ausnahmewerk - musikalisch wie dramaturgisch. Und damit schon eine Traumpartie für die Sängerin, die begeistert ist von den Möglichkeiten, die ihr diese Partie bietet - die ganze Palette an Ausdrucksfarben. Abgründe und Triebe dieser faszinierenden und extremen Figur auszuloten, das ist eine Aufgabe wie für sie gemacht. Und auch stimmlich passe das gerade sehr gut. Von der Arbeit am hiesigen Theater und mit Regisseur Kay Kuntze ist die Sängerin ebenfalls sehr angetan.

Auf die Bühne habe die Französin schon immer gewollt. Dennoch hat die in Grenoble geborene und in Paris aufgewachsene Künstlerin nicht nur lange parallel Musikwissenschaft studiert, sondern ihr Studium auch abgeschlossen. Erst vor dem Beginn des Doktorats siegten endgültig Bühne und Gesang. Dass sich die begeisterte Cineastin auch in ihren musikwissenschaftlichen Forschungen immer wieder mit Oper auseinandergesetzt hat, ist nicht verwunderlich. Oper im Film war ihr Thema und die Musiktheatertradition der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

In der Tat fiel die endgültige Entscheidung fürs Singen auch erst in Deutschland - in Berlin, wo sie zunächst noch parallel beide Fächer studierte. Hier hatte sie Gelegenheit, mit Marianne Fischer-Kupfer zu arbeiten. Nach diversen viel beachteten Erfolgen wagte Suty den Fachwechsel vom Mezzosopran ins jugendlich-dramatische Sopranfach. Seither machte sie sich mit ihren Gestaltungen von Fachpartien wie Salome, Katja Kabanova oder Sieglinde einen Namen.

Neben privaten Gründen waren es natürlich auch die Möglichkeiten, die die Sängerin in der hiesigen Theaterlandschaft fand, die sie in Deutschland hielten und schließlich nach Chemnitz führten. Neben ihren zahlreichen Aufgaben am Theater hat die Sängerin in jüngerer Zeit ein weiteres spannendes Projekt auf den Weg gebracht. "Elegy for the Jewish Villages" heißt eine CD, die sie mit dem Pianisten Vladimir Stoupel bei Eda records eingespielt hat. Die Arbeit an derartigen Ausnahmeprojekten nimmt die Künstlerin und Mutter eines Teenagers voll und ganz in Anspruch. Entspannung sucht und findet sie beim Lesen - gleich in welcher Sprache.

Karten für die Premiere am 13. April, 18 Uhr, an der Theaterkasse (% 03447 585160) und in der OVZ-Geschäftsstelle (% 03447 574942) - Abonnenten erhalten an beiden Kassen zehn Prozent Rabatt - sowie im Internet unter www.tpthueringen.de.

Tatjana Böhme-Mehner

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