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Altenburg "Eine Minute nach zwölf" bei Motor Altenburg
Region Altenburg "Eine Minute nach zwölf" bei Motor Altenburg
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18:07 27.11.2012
Altenburg

Von Jens Rosenkranz

"Es ist nicht schlimm, Fehler zu machen", rang Ehrenpräsident Werner Strasser um Fassung. Was ihm aber überhaupt nicht gefallen habe, ist, dass nicht schon viel eher mit der Bewältigung der Schwierigkeiten begonnen wurde, und zwar schon vor einem dreiviertel Jahr. "Eine solche Krise des Vereins hat es in dieser Art noch nie gegeben", sagte Strasser, der seit 50 Jahren Motor-Mitglied ist. Er warnte die Mitglieder vor den Folgen, denn schließlich sei Motor auch ein Marketing-Faktor der Stadt und damit weit über die Gremien hinaus bekannt. Eher beiläufig erwähnte er, dass sich zwischenzeitlich zumindest ein Problem - und für einige im Saal auch überraschend - gelöst hat. Matthias Reichel habe seinen Rückzug als Vereinspräsident widerrufen, sagte Strasser.

Reichel hatte nach heftigen Streitigkeiten in der Abteilung Fußball und dem Weggang vieler Spieler Anfang September das Handtuch geworfen und erklärt, für dieses Amt nicht wieder zur Verfügung zu stehen (OVZ berichtete). Seit Montag steht nun offiziell fest, dass er doch weitermacht, bis März. Dann soll der Mitgliederversammlung eine neue und modernere Satzung zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Ziel ist, das Präsidium von momentan zwei auf etwa fünf Mitglieder zu vergrößern, um die Arbeit auf breitere Schultern zu verteilen.

Reichel selbst sagte nichts zu seinem Rücktritt vom Rücktritt und nahm auch keine Analyse vor, warum sein Vize Jens Wuttke sowie Motor-Urgestein Günter Grohmann als Abteilungsleiter Fußball die Brocken hinwarfen. Für ihn sei es bis heute unerklärlich, warum sich auch die zweite Mannschaft auflöste und viele Spieler den Verein verließen, auf faire und unfaire Art und Weise, sagte der Präsident.

Für weitere Betroffenheit im Saal sorgte danach Schatzmeiser Thomas Köhler, der ein Minus in der Schlussrechnung für dieses Jahr nicht ausschließen konnte. Gründe dafür seien außerplanmäßige Ausgaben in Höhe von 10 000 Euro, unter anderem wegen Steuernachzahlungen (3000 Euro) und Strafen (4000), wegen fehlender Schiedsrichter und weil die zweite Mannschaft zurückgezogen wurde. An dieser Stelle war das Murren im Saal nicht mehr zu überhören. Dazu kommen offene Forderungen von 7000 Euro bis Jahresende, vor allem wegen nicht bezahlter Mitgliedsbeiträge.

"Für mich ist es nicht fünf vor, sondern eine Minute nach zwölf", kommentierte Hartmut Kröber die finanzielle Lage. Er unterstützt den Verein seit Jahren als Sponsor und forderte die Versammlung auf, über die Probleme, einschließlich der Spielerabgänge, zu reden und diese nicht auszusitzen. Noch dazu, weil die weitere Unterstützung wichtiger Sponsoren zumindest fraglich sei. Unter anderem bei dem in Schwierigkeiten geratenen Busunternehmen Thüsac und der Brauerei, an deren Spitze sich ein Führungswechsel vollzieht. Angesichts dessen sprach sich der Sponsor für einen Altenburger Großverein aus, bei dem der Fußball bessere Chancen habe.

Völlig überrascht zeigten sich etliche Mitglieder auch von einer Arbeitsgruppe, die seit Anfang September still und leise an der Ausgliederung der Abteilung Fußball und an der Gründung eines neuen Vereins arbeitete. "Möglicherweise unter dem Namen Pfeffermünzia", ließ Ehrenpräsident Strasser keinen Zweifel aufkommen, was er von dem Versuch hält, den er als gescheitert bezeichnete. Über die Gründe und die Hintermänner erfuhren die Mitglieder wiederum - nichts.

Dafür wurde zumindest ein neuer Vize-Präsident gewählt. Es ist Mirko Nowak, der aus der Abteilung Kegeln kommt und seit 20 Jahren Motor-Mitglied ist. Für den 39-Jährigen stimmten 54 von 78 Mitgliedern, 13 Stimmscheine waren ungültig, auf zehn Zetteln standen Namen anderen Mitglieder.

-Kommentar Seite 13

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