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Altenburg Eine glänzende Stimme, gepaart mit Charme: Björn Casapietra singt in Altenburg
Region Altenburg Eine glänzende Stimme, gepaart mit Charme: Björn Casapietra singt in Altenburg
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19:15 12.12.2012
Weiß mit seiner Mimik und Rhetorik zu unterhalten: Björn Casapietra. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

Von Felix Friedrich

Mit intensiver Körpersprache gelang es ihm, Meditatives, Heiteres, Folkloristisches und Unterhaltendes zu einem bunten Mix zusammenzufügen, ohne dabei in Banalitäten oder Absurditäten abzugleiten. Das liegt natürlich an seinem Temperament und seinem schauspielerischen Talent, ganz abgesehen von seiner glanzvollen Tenorstimme.

Er hat das Gespür, wie man das Publikum mit weihnachtlicher Romantik einhüllen, wie man es mit einigen flotten Sprüchen aufheitern und wie man es zu Beifallsstürmen animieren kann, die sonst vielleicht nicht so lautstark und so vehement ausgefallen wären. Brillant weiß er seine - ab und zu etwas übertriebenen - mimischen und rhetorischen Fähigkeiten, gepaart mit Charme, einzusetzen.

Dazu faszinierte Casapietra mit seiner Stimme, die er vom Pianissimo bis zum strahlenden Heldentenor, von der Brust- bis zur Kopfstimme nahtlos zu wandeln versteht. Da wurde aus dem Ave Maria von Franz Schubert ein verhauchtes "Have Maria". Oder er zauberte das schlichte deutsche Weihnachtslied als "Hes ist ein Ros entsprungen" ins Mikrofon. Im Kontrast dazu gab der Mann beim "Halleluja" von Leonard Cohen seiner Stimme in den hohen Lagen jenen makellos erstrahlenden Sound.

Eigentlich benötigte diese Stimmgewalt überhaupt kein Mikrofon. Aber dies war wohl für die Showeffekte unabdingbar und machte natürlich optisch etwas her. Zwischen den Liedern standen seine Moderationen: Mal über alltägliche Dinge plaudernd, dann philosophierend kamen sie daher, um plötzlich ins Politische einzuschwenken. Das war alles wohldosiert, aber manchmal etwas abrupt zusammengefügt.

Durch sein aktuelles Album war Musik aus Irland vertreten, für die Björn Casapietra ganz offensichtlich eine Vorliebe entdeckt hat und die er zart mit kaum spürbaren Konsonanten zelebrierte. Ein großes Kompliment verdient Sibylle Briner am Klavier, die absolut sicher und einfühlsam als Begleiterin fungierte und mit ihrer bemerkenswerten Stimme ab und zu in den Dialog mit Casapietra trat. Wunderschön waren ihre beiden Soli am Piano mit Karel Svobodas "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und Fryderyk Chopins Fantasie-Impromptu cis-Moll op. 66 sowie die sensible Begleitung des Ave Maria.

Gegen Ende kamen die deutschen Weihnachtslieder. Das Mitklatschen und Mitsingen des Publikums setzte Björn Casapietra machtvoll in Szene, nachdem der Beifall im ersten Teil des Konzertes eher etwas verhalten war. "O, du fröhliche" geriet allerdings zum operettenhaften Galopp. Beim Mitsingen hatte der eine oder andere Probleme, da die Tonarten der Stücke eher der Tenorlage entsprachen und meistens von Strophe zu Strophe halbtonweise in die Höhe geschraubt wurden. Dreizehn Zugaben hatte Casapietra mit humoristischem Unterton angekündigt. Es waren aber wesentlich weniger. Er wollte sich offenbar einige für sein nächstes Konzert in Altenburg aufsparen, das er bereits in Aussicht stellte.

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