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Altenburg "Einfach die Augen verschlossen": Neue Vorwürfe zur Kita Spatzennest
Region Altenburg "Einfach die Augen verschlossen": Neue Vorwürfe zur Kita Spatzennest
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21:00 22.11.2012

Die 19-Jährige, deren Name der Redaktion bekannt ist, hatte im September des vergangenen Jahres ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) in der von der Volkssolidarität betriebenen Einrichtung begonnen. Konkret in einer sogenannten Krabbelgruppe, in der Kinder zwischen null und zwei Jahren betreut werden. Ob es sich dabei um die gleiche Gruppe handelte, in der jetzt drei Erzieherinnen fristlos entlassen wurden, konnte sie nicht sagen.

Sie habe in ihrer Gruppe erleben müssen, dass die Kinder zum Essen gezwungen worden seien. Manchmal hätten sie sich deswegen danach erbrochen. Ebenso hätten die Kinder trinken müssen, auch wenn sie nicht wollten, sodass sie sich oft verschluckten und deswegen weinten. Wenn die Kleinen zum großen Geschäft auf die Töpfchen gesetzt wurden, mussten sie solange sitzen bleiben, bis es "vollbracht" war, schildert die junge Frau. "Das hat mir richtig leid getan." Außerdem seien zur Mittagsruhe Kinder, die nicht gleich liegenblieben, an den Schultern in ihr Bett gedrückt worden. "Als dies auch von mir gefordert wurde, habe ich mich geweigert und wurde deswegen als unfähig für diesen Beruf betitelt", berichtet die Altenburgerin. Dass die Kinder ihrer Gruppe zum Schlafen durch das sogenannte "Verpuppen" ruhiggestellt wurden, habe sie während ihrer Anwesenheit allerdings nicht erlebt.

Sie habe sich an die Leiterin des Kindergartens gewandt und zu diesem Gespräch, in dem sie ihre Beobachtungen schilderte, ihre Freundin mitgenommen. Danach habe es eine Besprechung innerhalb der Gruppe gegeben, in der ihr unterstellt worden sei, sich dies nur auszudenken.

"Mich hat diese Situation nervlich so belastet, dass ich lange Zeit krank war, mich nicht mehr auf Arbeit getraut habe und schließlich gekündigt wurde." Die ehemalige FSJ-lerin hat sich eigenen Aussagen zufolge bislang nicht getraut, mit dieser "Geschichte" an die Öffentlichkeit zu gehen. Doch jetzt sei der Anfang durch eine andere Praktikantin gemacht und nun wolle auch sie nicht weiter schweigen.

Sie könne angesichts ihrer Erlebnisse überhaupt nicht verstehen, wenn jetzt von Seiten der Kindergarten-Leitung behauptet wird, dass es bislang keinerlei Vorfälle in der Einrichtung gegeben habe. "Man hat einfach die Augen davor verschlossen." Ellen Paul

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