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Einkaufssonntage im Altenburger Land: Händler gehen in die Offensive

Aktionstag Einkaufssonntage im Altenburger Land: Händler gehen in die Offensive

Die deutlich verschärften Voraussetzungen für die Genehmigung verkaufsoffener Sonntage lassen Einzelhändler in Altenburg und Umgebung nach Alternativen sinnen. Zumindest einige Händler haben sich in diesem Sinne zusammengetan und planen nun eine Aktion – an einem Freitagabend.

Möbel Schröter und weitere Händler planen einen gemeinsamen Aktionstag.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Verkaufsoffene Sonntage sollen in Altenburg künftig, wenn überhaupt, nur noch unter deutlich strengeren Voraussetzungen genehmigt werden. Mit dieser Festlegung trug das Landratsamt im Februar einer Erfurter Richterentscheidung Rechnung – und sorgte für Unverständnis unter den Einzelhändlern der Skatstadt (die OVZ berichtete).

Eine Alternative wollen nun zumindest einige Händler in und um die Stadt herum bieten: Am 21. April laden die Niederlassungen von Möbel Schröter, Leitermann, Kress Mode, SB-Möbel Boss, Expert-Jäger und Intersport zu einer gemeinsamen Einkaufsnacht ein. Zwischen 16 und 22 Uhr soll so den Kunden eine Ausweichmöglichkeit zum sonntäglichen Einkauf geboten werden.

Mit der Terminierung auf einen Freitagabend – und damit innerhalb der gesetzlichen Ladenschlusszeiten – hoffe man, ein unbefangenes Serviceangebot schaffen zu können, erklärt Kay Schröter vom gleichnamigen Möbelhaus in Windischleuba. Neben den Kunden käme die Entscheidung zudem den Mitarbeitern zugute, die so nicht zusätzlich am Wochenende im Laden stehen müssten, fügt Leitermann-Geschäftsführer Thorsten Büchler an.

Bei allem Tatendrang schwingt jedoch nach wie vor Kritik am Vorgehen des Landratsamtes mit. „Natürlich ist die Aktion auch eher ein Notnagel, sowohl für uns Händler als auch für die Kunden“, betont Schröter. Die entspannte Atmosphäre der sonntäglichen Öffnung lasse sich nicht ohne Weiteres auf einen Abend reflektieren. Die von ihm und den Kollegen mit Blick auf die nahen Nachbarländer Sachsen und Sachsen-Anhalt – mit ihren deutlich liberaleren Regelungen zur Sonntagsöffnung – angemahnte Wettbewerbsverzerrung bleibe so weiter bestehen. Eine Lösung müsse her.

Die würde man auch bei der städtischen Verwaltung gerne sehen. „Es muss auch weiterhin möglich sein, verkaufsoffene Sonntage im Altenburger Land zu veranstalten, sonst verliert der stationäre Handel nur noch weiter an Boden“, sagt Wirtschaftsförderer Tino Scharschmidt. Kritisch sieht er vor allem die ungenauen Vorgaben von Seiten der Landesregierung, die nun vom Landratsamt umgesetzt werden müssen. So sei zwar nachvollziehbar, dass künftig ein Anlass mit „beträchtlichen Besucherzahlen“ die Öffnung rechtfertigen müsse. „Das ist aber alles ein wenig schwammig formuliert. Es braucht transparente Regeln für die Planung einer solchen Veranstaltung, die auch öffentlich kommuniziert werden müssen“, fordert er. So wisse die Stadt zwar, was man bei der Antragsstellung zuarbeiten müsse, aber nicht, ob die Informationen für eine Genehmigung ausreichend sind. „Wir können nicht sicher sein, ob ein verkaufsoffener Sonntag im Advent am Ende genehmigungsfähig ist“, verdeutlicht Scharschmidt.

Bis sattelfeste Regelungen verfügbar sind oder ein Umdenken einsetzt, so Kay Schröter, müsse man sich nun mit Umwegen und Alternativen begnügen. Die Einkaufsnacht am 21. April sehen er und seine Mitstreiter vor diesem Hintergrund als einen ersten Testballon – mit möglichen Auswirkungen auf künftige verkaufsoffene Sonntage. Möglicherweise könne man im Zuge der Gemeinschaftsaktion über den Abend möglichst konkrete Besucherzahlen erheben und so eine bessere Grundlage für weitere Sonntagsöffnungen schaffen, so seine Hoffnung.

In jedem Fall sollen bei Erfolg bis zu drei weitere Einkaufsnächte in diesem Jahr folgen. Schröter zeigt sich hier, auch mit Blick auf andere Veranstaltungen, durchaus optimistisch: Die Altenburger Frühlingsnacht habe schließlich auch eine Weile gebraucht, um Fuß zu fassen.

Von Bastian Fischer

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