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Einmalige Chance oder Gigantismus - Altenburg plant 2014 erste große Spalatin-Ausstellung und hofft auf 30 000 Besucher

Einmalige Chance oder Gigantismus - Altenburg plant 2014 erste große Spalatin-Ausstellung und hofft auf 30 000 Besucher

Die Skatstadt will 2014 zwar nicht mit Festspielen, wohl aber mit einer Ausstellung bislang ungekannten Ausmaßes deutschlandweit punkten. "Georg Spalatin - Steuermann der Reformation" ist sie überschrieben und soll wahre Touristenströme anziehen.

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2014 soll sich sechs Monate lang in Altenburg alles um Georg Spalatin drehen, sogar einen Spalatinweg durch die Stadt wird es geben.

Altenburg. Von Ellen Paul

Georg Spalatin - Theologe, Freund und Vertrauter Martin Luthers - ist wenig bekannt, wird selten genannt und ist dennoch eine der wichtigsten Personen der Reformation in Deutschland. So begründet Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) das ehrgeizige Vorhaben. Im Themenjahr der Luther-Dekade "Reformation und Politik" soll deshalb von Mai bis Oktober 2014 im Residenzschloss eine Ausstellung gezeigt werden, die das Leben und Schaffen Spalatins erstmals vorstellt und würdigt.

Doch das Projekt bleibt nicht nur aufs Schloss beschränkt. Auch verschiedene andere Orte und Gebäude, deren Geschichte mit der Reformation sowie direkt oder indirekt mit dem Leben Spalatins verbunden sind, werden einbezogen. Dazu zählen vor allem die Bartholomäikirche, aber auch die Roten Spitzen, das Rathaus und die Brüderkirche. Außerdem ist geplant, diese Orte durch einen sogenannten Spalatinweg miteinander zu verbinden und multimedial zu präsentieren.

"Das alles wird sehr emotional und verständlich sein", erläutert der mit der Vorbereitung beauftragte Historiker Dr. Hans Joachim Kessler. "Der Besucher wird auf Wegen durch die Stadt geführt, die auch Spalatin mit seiner Familie gegangen ist. Wir wollen Spiele anbieten, die Spalatin mit seinen Töchtern gespielt hat." Kessler zerstreut damit zugleich Bedenken des CDU-Stadtrats Christoph Zippel, die Ausstellung könne zu akademisch daherkommen.

Die Gesamtkosten dieses ungewöhnlichen Projekts werden mit 535 000 Euro beziffert. Für das Vorhaben sind 205 000 Euro als Fördermittel des Thüringer Kultusministeriums eingeplant. "Wir dürfen es uns nicht leisten, solch ein Angebot des Landes ungenutzt zu lassen", so OB Michael Wolf.

In gleicher Höhe bedarf es aber an Eigenmitteln. "Da in diesem Fall Eintrittsgelder als Eigenmittel anerkannt werden, könnten wir bei einer erfolgreichen Ausstellung sogar ohne städtische Zuschüsse auskommen", erläutert Wolf. Denn die Verwaltung rechnet mit 30 000 Besuchern, das Ticket soll zehn Euro kosten. Außerdem kommen Mittel aus dem sogenannten Regionalbudget, sind Sponsoring und Spenden einkalkuliert.

Da die Einnahmen logischerweise erst nach der Eröffnung zur Verfügung stehen, müssen die zur Vorbereitung benötigten Gelder aus dem Stadthaushalt vorgeschossen werden. Für 2013 sind es 75 000 Euro, die der Stadtrat in der Vorwoche bewilligt hat.

So optimistisch wie ihr OB sieht das Projekt aber selbst die SPD-Fraktion nicht, besonders wenn es um die Besucherzahlen geht. "Wir wissen nicht, wie groß die Anziehungskraft eines Georg Spalatin ist", so Fraktionschef Nikolaus Dorsch. Außerdem hätte er sich ebenso wie sein Kollege von den Linken, Harald Stegmann, bei diesem Thema ein deutlich größeres Engagement der Kirche gewünscht. Und Pro-Altenburg-Stadtrat Peter Müller vermutet in Zeiten knapper Kassen sogar so etwas wie Gigantismus in diesem Vorhaben.

Sein Fraktionskollege Christian Götze hingegen findet: "Diese Chance sollten wir nutzen, die kommt nicht wieder." Am Ende sind 20 Abgeordnete der gleichen Meinung, sechs votieren mit Nein und acht enthalten sich der Stimme.

Der Thüringer Museumsverband hat "Spalatin - Steuermann der Reformation" bereits als eine von vier Premium-Ausstellungen im Jahr 2014 bewertet. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) wird die Schirmherrschaft übernehmen.

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