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Altenburg Eintauchen in andere Lebenswelten
Region Altenburg Eintauchen in andere Lebenswelten
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19:06 11.03.2015
Junge Menschen zeigen der älteren Generation die heutigen Möglichkeiten im Internet. Quelle: Mario Jahn

Dass diese Vorurteile nicht stimmen, beweisen zurzeit rund 25 Senioren und Jugendliche in einem neuen Generationsprojekt. Unter dem Motto "Voneinander lernen - einander verstehen" treffen sich Acht- bis Elftklässler des Altenburger Friedrichgymnasiums und Mitglieder des Seniorenbeirats regelmäßig, um sich auszutauschen.

"Gegenseitiger Respekt, Vorurteile und Rücksichtnahme waren die ersten Themen, wobei sich herausstellte, dass sich alle Beteiligten ein offeneres Ohr der anderen Generation wünschen", erzählt Bärbel Müller, die das Projekt ins Leben gerufen hat. Vor allem der zu seltene Kontakt zwischen unterschiedlichen Altersgruppen würde nach Ansicht der Projektteilnehmer Vorurteile verstärken. "Dabei kann man in den Gesprächen mit Älteren auch profitieren", sagt der 14-jährige Lennert Rödel, und die Seniorin Hortense Weickert, die ihr Alter lieber nicht nennen will, ergänzt: "Und auch von der Jugend kann man lernen."

Deshalb haben sich die Senioren und Jugendlichen, die sich gut einmal im Monat treffen, verschiedene Themen überlegt, über die sie miteinander ins Gespräch kommen wollen. Nach dem gemeinsamen Plätzchenbacken und Nudelnkochen zum Kennenlernen stand zuletzt ein Nachmittag rund um Technik, Internet und Co. auf dem Programm. "Das hat mich schon interessiert, auch wenn ich selbst nicht auf Facebook oder Youtube angemeldet bin", sagt Weickert und lobt vor allem die unverkrampfte Art, mit der die Jugendlichen den älteren Teilnehmern alles Nützliche erklärt haben. Lennert Rödel ist dabei eins aufgefallen: "Die Senioren wussten schon sehr viel über dieses Thema und haben auch viele Nachfragen gestellt."

Für die nächsten Treffen wünschen sich die Schüler, dass sie mehr über das Leben früher erfahren. "Mich interessiert zum Beispiel, was damals für Spiele gespielt wurden, die wir heute nicht mehr kennen", erzählt die 15-jährige Ann Sophie Müller. Für sie ist bei den Treffen vor allem positiv, dass sie den Senioren auch solche Fragen stellen kann, die Oma und Opa vielleicht nicht beantworten würden. "Das traut man sich hier einfach eher", sagt sie. Damit diese lockere Atmosphäre bleibt, sind weitere gemeinsame Aktivitäten wie ein Theater- oder Ausstellungsbesuch oder das Debattieren über ein Thema geplant. Zudem werden die Gymnasiasten im Laufe des Jahres mittels eines Alterssimulationsanzugs am eigenen Leib erfahren, wie sich ältere Menschen fühlen.

Lehrerin Barbara Grubitzsch, die das Projekt von Seiten der Schule betreut, ist nach den ersten drei Treffen begeistert von dem Projekt: "Die Schüler finden es toll und kommen gern wieder. Es gibt sogar schon einige, die fragen, ob sie auch mitmachen können." Es gelinge, dass sich jeder die Lebenswelt der anderen Altersgruppe besser vorstellen kann. "Die Schüler hat zum Beispiel sehr erstaunt, dass auch die Senioren einen vollen Terminkalender haben."

Jenifer Hochhaus

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