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Electra elektrisiert in Meuselwitz

Electra elektrisiert in Meuselwitz

Ich habe Jethro Tull gesehen! Nein, es war: Electra! Die Stadt Meuselwitz hat sich den seltenen Luxus geleistet, eine der großen und dienstältesten Bands des (ost)deutschen Rock auf Abschiedstour zu ihrem Stadtfest 2015 einzuladen.

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Legendäre Stimme einer legendären Band: Stefan Trepte beim Konzert in Meuselwitz.

Quelle: Joachim Assel

Meuselwitz. Als Main-Act.

"Ein Feuerwerk, der Band zu Ehren und den Bewohnern zur Freude", wie Bandleader Bernd Aust die dritte Zugabe abwürgte. Mit dem Hinweis auf die runde Stunde 22 Uhr, als die Knallerei am Sonntag pünktlich begann. Dabei bestand das eigentliche Feuerwerk aus gut zwei Dutzend Songs.

"Wir sind alt geworden, ihr aber auch", witzelte Alt-Sänger Stephan Trepte knapp zwei Stunden vorher.

Aber so wirkten sie nicht. Eben nicht wie britische Altrocker, von denen grad mal noch einer der Gründer übrig ist, oder die das eingestrichene "a" nur noch krächzen. Treptes Stimme klang wie Mitte der 70er, als sich die Mädels die Blusen aufrissen, wenn sein Stimmorgan den Hormonspiegel in die Höhe trieb.

Nun war er wieder da.

Neben ihren Balladen, dem fein ausgefeilten, komponierten DDR-Rock mit den lyrischen Texten, der entstand, noch bevor die Bands in den "abgeschabten Bundesländern" auf die Idee kamen, dass die Sprache Hölderlins rockwürdig sei, bekannte sich die Gruppe Electra auch zu ihrer Coverbandzeit und servierte auf dem Silbertablett Jethro Tull und wenn man nicht hinschaute, war es, als sei es besser als das Original.

Nur die einst eingemauerten Mutanten sind in der Lage, das Original zu übertreffen!

War es nicht so, dass Ian Anderson Anfang der 90er Electra als Vorband rauschmiss - weil sie zu gut war?!

Er hatte recht!

Zum Schluss dann der Song, auf den auch ich gewartet hatte - und viele Zuhörer, und dann traten sie ein in den Dom, natürlich in den großen Dom von Dresden mit seinen Figuren, das Gebäude mit den kupfernen Wasserspeiern an den Dachrinnen. Wir traten ein mit staubigen Schuh'n, und der Korg-Synthesizer klang wie eine Kirchenorgel, etwas behäbig, mit entsprechendem Hall und die Größe des Bauwerks, von Menschen errichtet. Das konnte man spüren, und der Jubel nach dem nicht unpathetischen Song war noch nicht ganz das Ende des Konzertes. Aber sicher der Höhepunkt. Jener Song, der es seinerzeit, trotz seines unübersehbar christlichen Gehalts in der schweratheistischen DDR bis in den Rundfunk schaffte. Vielleicht ja auch nur wegen des Verses: "Der Dom ist von Menschen errichtet."

Im Konzert-Zelt eine eigenartige Stille. Die ganzen zwei Stunden. Wie man sie heute zu Rockkonzerten nicht mehr erlebt: Tritt ein in den Dom!

Zwei Stunden standen die Zuhörer in ihrem Dom auf dem Markt, errichtet an Zeltstangen. Zwei Stunden ein Zauber, während die Band ihre Hits zelebrierte: "Die sixtinische Madonna", "Nie zuvor" und das wieder aktuell gewordene "Vier Milliarden in einem Boot".

Man lauschte. Man träumte. Keiner redete.

Tritt ein in den Dom! Electra spielte.

Good bye, Electra!

Kommt wieder!

Aus der Osterländer Volkszeitung vom 08.09.2015

Dieter Kalka

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