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Altenburg Elevenprogramm verhilft Staatsballett zu alter Größe
Region Altenburg Elevenprogramm verhilft Staatsballett zu alter Größe
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11:00 30.08.2018
Ballettdirektorin Silvana Schröder (Mitte) freut sich auf die Arbeit mit den Eleven des Thüringer Staatsballetts, dem Trainingsmeister Vitalij Petrov (links) und dem Tänzer Hudson Oliveira (rechts). Quelle: Ronny Ristok
Gera/Altenburg

34 Mitglieder zählte das Geraer Ballettensemble, als Silvana Schröder 1987 nach ihrer Ausbildung an der Palucca-Schule Dresden ihr erstes Engagement an der Ostthüringer Bühne antrat.

In den folgenden Jahren wurde kräftig gespart, und trotz der Fusion mit dem Altenburger Landestheater 1995 und dem 2013 verliehenen Titel Thüringer Staatsballett musste Ballettchefin und Hauschoreografin Schröder bisher mit 22 Tänzerinnen und Tänzern ihr anspruchsvolles Programm bestreiten. Neben zwei Uraufführungen in jeder Spielzeit, Verpflichtungen der Tänzerinnen und Tänzer im Musiktheater, den beliebten Ballettküchen und zahlreichen Gastspielen eine große künstlerische und logistische Herausforderung.

12 Studierende starten im Ensemble

Die „mageren“ Zeiten sind vorbei. 12 Studierende im letzten Ausbildungsjahr der Palucca-Hochschule für Tanz Dresden, der Staatlichen Ballettschule Berlin, der Tanz-Akademie Zürich sowie internationale Ballettschüler verstärken jetzt das bundesweit bisher kleinste Staatsballett und bekommen die Chance, im nunmehr wieder 34 Mitglieder starken Ensemble erste Bühnenerfahrungen zu sammeln. Möglich macht dies ein vom Freistaat Thüringen bis 2024 jährlich mit 250 000 Euro gefördertes Elevenprogramm, das am Mittwoch am ersten Tag der neuen Spielzeit im Ballettsaal des Geraer Theaters von Generalintendant Kay Kuntze, dem Kaufmännischen Geschäftsführer Volker Arnold und Ballettdirektorin Silvana Schröder vorgestellt wurde.

Mit dem Programm, das an ostdeutschen Bühnen eine Besonderheit darstellt, wolle man Brücken bauen zwischen der Ausbildung der Tänzerinnen und Tänzer und ihrem Einstieg ins professionelle Berufsleben, hob Intendant Kuntze hervor. Zudem biete die neue Konstellation mehr Flexibilität und Sicherheit für das Ensemble.

Elevena aus Brasilien, Schweiz, China

Die Eleven im Alter von 18 bis 25 Jahren kommen vor allem aus Brasilien, China und der Schweiz und wurden zuvor von Ballettchefin Schröder aus rund 100 Studierenden in den Heimatländern ausgewählt. Sie werden ab heute für mindestens ein Jahr in unterschiedlicher Form gemeinsam mit dem Staatsballett trainieren, an Premieren im Ballett und im Musiktheater mitwirken und unter Leitung des neuen Ballettmeisters Vitalij Petrov ihr Können vervollkommnen.

Zu den Neuen gehört die 20-jährige Sanaho Kitamoto aus Osaka, die als Gaststudentin an der Staatlichen Ballettschule Berlin schon erste Erfahrungen in Gera sammeln konnten. Die junge Frau war eines der Hausmädchen im Schröder-Ballett „Liberace – Glitzer, Schampus und Chopin“, das im Mai in Gera Premiere feierte. „Ich wurde gefragt, ob ich am Elevenprogramm teilnehmen möchte und habe sofort die Chance genutzt. Besonders freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit den Profis und auf das Projekt mit Hudson Oliveira.“ Gemeint ist der zweiteilige Ballettabend „Festhalten!“, den der brasilianische Tänzer, seit 2011 Mitglied in der Ballettcompagnie, exklusiv für die Eleven choreografiert. „Im ersten Teil stelle ich zwischenmenschliche Beziehungen wie Liebe und Schmerz in den Mittelpunkt, im zweiten beschäftige ich mich damit, dass Lebenszeit endlich ist und wir jede Sekunde nutzen sollten“, beschreibt Oliveira sein Anliegen.

„Festhalten!“-Premiere im Februar

Premiere feiert „Festhalten!“ am Ende der Ballettfestwoche vom 25. Januar bis 3. Februar 2019 in Gera (Kartenverkauf hat begonnen), in der insgesamt vier Uraufführungen, internationale Gastspiele und die Werkstatt des Kinder- und Jugendballetts zu erleben sind.

Eröffnet wird die Festwoche mit einer Neuinterpretation des Ballettklassikers „Giselle“ von Silvana Schröder in Kooperation mit dem Theater Erfurt. Auch in diesem Ballett werden die neuen Tänzerinnen und Tänzer ihr Können unter Beweis stellen.

Von Sabine Wagner

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