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Eltern kritisieren fehlende Angebote und Verkehrssicherheit in Altenburg

Familienfreundlich oder nicht? Eltern kritisieren fehlende Angebote und Verkehrssicherheit in Altenburg

Für Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) ist Altenburg eine familienfreundliche Stadt. Als Beleg dienen ihm dazu ein entsprechendes Zertifikat und steigende Geburten. Es gibt allerdings Eltern, die das ganz anders sehen. Ihnen fehlt es vor allem an der Sicherheit auf Straßen und Wegen sowie an Angeboten für Kinder.

Sicher ist anders, sagen André Bastisch und sein Sohn Emanuel auf dem Altenburger Topfmarkt, weil viele Autofahrer im verkehrsberuhigten Bereich zu schnell unterwegs sind.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) freut sich über steigende Geburten in Altenburg. Darin sieht der Rathaus-Chef einen Beleg für eine zunehmend familienfreundliche Skatstadt, was wiederum an von ihm und seiner Verwaltung initiierten Maßnahmen liege. Es gibt jedoch Eltern, die das anders sehen. Statt Wolfs Zusammenhang heißt ihrer eher: Obwohl Altenburg wenig familienfreundlich ist, werden mehr Kinder geboren.

„Fast alle schimpfen, aber haben eher aufgegeben, weil sich nichts tut“, beschreibt André Bastisch die Stimmungslage in seinem Umfeld. Als Elternvertreter des Kindergartens im Magdalenenstift unterhält sich der Vater dreier Söhne (2 Monate, 2,5 und 3,5 Jahre) häufig mit anderen Eltern. „Eigentlich alle meinen, dass der krasseste Punkt die Verkehrssituation ist“, fasst der selbstständige Software-Berater die Ergebnisse einer Kita-Umfrage zusammen. Besonders kritisch werde die Situation vor fast allen Kitas und Schulen und zudem in der Rosa-Luxemburg-Straße, in der Offenburger Allee und in der Innenstadt eingeschätzt.

Hier hat Bastisch selbst einiges beizusteuern. Denn der Weg von seinem Zuhause zum Kindergarten führt ihn und seine Familie fast komplett durch verkehrsberuhigte Zonen. „Aber das klappt nicht, weil gerast und kaum kontrolliert wird“, sagt der 41-Jährige und meint vor allem Moritzstraße, Topf- und Kornmarkt. „Es grenzt an ein Wunder, dass noch nichts passiert ist.“

Besser sei es aber auch in der Burg- und Wallstraße oder in der Berggasse nicht, so Bastisch weiter. Während man in der Wallstraße die Verkehrsschilder erst sehr spät sehe, sei die Berggasse sehr eng und es gebe keinen richtigen Fußweg. „Altenburgs Innenstadt ist einfach nicht darauf ausgelegt, 50 km/h zu fahren“, meint der Familienvater und fordert zusammen mit anderen Eltern Tempo-30-Zonen und Aktionen mit Schülerlotsen plus mehr Kontrollen.

Letzteres übrigens auch für die verkehrsberuhigten Bereiche, in denen Fußgänger und Autofahrer laut Straßenverkehrsordnung gleichberechtigt sind und nur Schrittgeschwindigkeit (7 km/h) gefahren werden darf. „Hier könnte man künstliche Barrieren einbauen, damit man vorher abbremsen muss“, schlägt Bastisch vor. Bei der Polizei war der gebürtige Schmöllner mit seinen Ideen bereits. Dort habe man zwar Verständnis gezeigt, aber abgewunken. Entweder fehlt Personal oder die Zuständigkeit.

Darüber hinaus kritisieren Bastisch, die stellvertretende Elternsprecherin Julia Bullmann und andere die fehlende Kinderfreundlichkeit von Ämtern. Oft gebe es Treppen, die mit Kinderwagen kaum zu überwinden seien. Auch Spielecken für die Kleinen suche man vergebens. Zudem bemängelt man den Spielplatz am Pauritzer Platz wegen der Sauberkeit. Und für den Spielplatz an der Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche halten Eltern einen Zaun für angebracht, da er an einer viel befahrenen Straße liegt.

Weitere Eltern halten auch eine stärkere Entlastung bei den Kita-Beiträgen durch die Stadt und insgesamt mehr Krippen und Kindergartenplätze für nötig, um junge Familien nach Altenburg zu ziehen oder hier zu halten. Wegen langer Wartezeiten auf Termine wünschen sich Bastisch und Co. zudem mehr Kinderärzte und ein Kindercafé im Stadtzentrum als Anlaufstelle. „Einfach Treffpunkte für Kinder und Jugendliche“, meint Bastisch. Das steigere die Lebensqualität junger Familien und belebe zugleich die Innenstadt.

Von Thomas Haegeler

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