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Altenburg Eltern suchen Lehrer für Rositzer Regelschule per Annonce
Region Altenburg Eltern suchen Lehrer für Rositzer Regelschule per Annonce
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18:16 17.04.2017
Am Insobeum in Rositz herrscht Lehrermangel. Quelle: Mario Jahn
Rositz

Lehrermangel – schon allein dieses Wort sorgt seit geraumer Zeit für Emotionen. Auch beim Elternbeirat der Grundschule des Rositzer Insobeums. Die Mütter und Väter wollen den ständigen Unterrichtsausfall in den Klassen ihrer Kinder nicht einfach weiter hinnehmen. Mit einer ungewöhnlichen Aktion machen sie nun auf das Problem aufmerksam und versuchen gleichzeitig, eine Lösung zu finden.

„Wir haben eine Anzeige verfasst und in der Region veröffentlicht, mit der wir Lehrer für unsere Schule suchen“, sagt Schulelternsprecherin Annett Bauch. Die Stellenanzeige, die natürlich von den Eltern finanziert wurde, ist praktisch eine Reaktion auf einen Termin, den die Elternvertreter kürzlich in der Geraer Behörde hatten. Zum Schulamt waren Bauch und ihre Mitstreiter gefahren, nachdem sich seit Weihnachten die Situation an der Rositzer Bildungsstätte weiter verschärft hatte.

Wie die Mutter der OVZ erklärt, sei die Lage schon davor prekär gewesen, weil sich drei Pädagogen der Grundschule, darunter auch die Schulleiterin, um die insgesamt vier Klassen kümmern mussten. Als dann kurz vorm Jahreswechsel davon noch jemand krank geworden ist, reichte es den Eltern: Zwei Lehrer für vier Klassen, dass sind keine haltbaren Zustände. „Den ganz kleinen Kindern wird so schon vermittelt, es gibt keine Stabilität, keine Verlässlichkeit“, beklagt Bauch. Der Elternrat rechnete aus: Seit den Winterferien im Oktober sind in der Klassenstufe vier 13 Wochenstunden ausgefallen, bei den dritten Klassen sind es acht Wochenstunden, in den zweiten Klassen neun und in der ersten Klasse elf Wochenstunden. „Gegenwärtig findet kein Unterricht in den Fächern Englisch, Musik, Sport, Werken, Schulgarten, Ethik und Kunst statt“, so Bauch.

Von den Behördenmitarbeitern in Gera wollten die Eltern nun wissen, wo das Problem liegt und was getan wird. Sie erfuhren, der Hauptgrund sei, dass es schlichtweg keine Bewerber für die ausgeschriebenen Stellen im Altenburger Land gebe. Jedoch tue das Schulamt auch nichts, um dem entgegenzuwirken, sondern warte in Ruhe ab, bis sich geeignete Kandidaten bewerben. „Man hat uns gesagt, es sei nicht üblich, dass das Amt an die Öffentlichkeit gehe, vielmehr, dass sich die Lehrer dort um eine Stelle bewerben.“ Aber weil der ländliche Raum gegenüber den Großstädten für junge Lehrer weniger attraktiv sei, würden kaum oder keine Bewerbungen eingehen.

Wie Bauch weiter von dem Treffen im Schulamt berichtete, sei ihnen aber bestätigt worden, dass es in Rositz eine nicht besetzte ausgeschriebene Stelle gibt. Und auch, dass die Sorgen der Grundschule bekannt seien und die Aufstockung des Personals in Rositz auf der Agenda stehe.

Doch einfach nur abwarten, bis eventuell jemand über die offene Stelle stolpert, reicht den Eltern nicht. Deshalb schalteten sie jetzt auf eigene Kappe die Stellenanzeige, in der sie einen Grundschullehrer für Rositz suchen. „Abgestimmt mit dem Schulamt ist die Aktion nicht, aber die Mitarbeiter dort wissen inzwischen Bescheid“, erklärt Bauch. Letzteres ist insofern von Bedeutung, weil sich die Interessenten direkt beim Schulamt bewerben müssen, was auch in der Anzeige steht. Ihnen sei nun zugesichert worden, gebe es Bewerber, die die Voraussetzungen erfüllen, würden sie eingestellt und die Stelle in Rositz empfohlen, so Bauch.

Wie berichtet, gibt es jedoch junge ausgebildete Pädagogen, die trotz Lehrermangels keine Stelle im Kreis finden, weil sie die gewünschte Fächerkombination nicht mitbringen.

Von Jörg Reuter

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