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Altenburg Eltern zahlen in Niederhain künftig fast 17 Prozent mehr
Region Altenburg Eltern zahlen in Niederhain künftig fast 17 Prozent mehr
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19:32 28.11.2018
Der Kindergarten Purzelbaum in Lohma soll wieder in die Trägerschaft der Gemeinde kommen. Quelle: Mario Jahn
Langenleuba-Niederhain

Die Abwicklung der alten Verwaltungsstrukturen des Wieratals beschäftigte die Niederhainer Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung am Dienstag. Konkret ging es um die Kindergärten. Die Kitas „Sonnenschein“ in Niederhain und „Purzelbaum“ in Lohma, die 2006 in Trägerschaft der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Wieratal übertragen wurden, sollen nach der Auflösung der VG zurück in die Trägerschaft der Gemeinde. Zudem war es nötig, die Vorschriften des neuen Kitagesetzes in das örtliche Regelwerk aufzunehmen.

Die verstecke Beitragserhöhung

„Nach intensiven Diskussionen mit der Elternvertretung haben wir uns geeinigt, dass die Beträge nicht steigen werden“, sagt Bürgermeister Carsten Helbig (SPD), bevor er den Gemeinderat bat, die vorgelegte Kitagebührensatzung zu beschließen, was dann auch einhellig passierte. Doch bedeutet Helbigs Aussage zu den Kosten nicht, dass Eltern nicht tiefer in die Tasche greifen müssten.

Denn die neu eingeführten Verpflegungsnebengebühren „schlagen
wir drauf“, so Helbig im Gemeinderat. Damit kommen zu den durchschnittlich 120 Euro monatlicher Elternbeitrag nun 22 Euro extra. Mit diesem Geld werden etwa die Essensausgabe, das Tellerabwaschen oder Teekochen finanziert. „Das ist nicht zu verwechseln mit dem Essensgeld, das bleibt davon unberührt“, betont Beatrix Steinert aus dem Hauptamt.

Vielmehr verlange der Gesetzgeber eine Berechnung dieser Kosten, denn im beitragsfreien Kitajahr werden jene Ausgaben rund um die Verpflegung der Kinder nicht mit getragen. Bis jetzt gingen diese Kosten zwar irgendwo in der Gesamtfinanzierung unter. Neuerdings müssen sie aber extra abgerechnet werden. Damit erhöht sich letztlich die durchschnittliche Summe, die Eltern im Monat zahlen, von 120 auf 140 Euro oder um 16,67 Prozent.

Flexiblere Betreuung bald möglich

Ein zweiter Einflussfaktor auf die Kosten ist die Staffelung der Plätze, denn das neue Kitagesetz verlangt auch ein breiteres Spektrum der Betreuungszeiten. So müssen etwa Halbtagsplätze angeboten werden. „Bis jetzt gab es bei uns nur Ganztagsplätze“, so Steinert. Zukünftig haben die Eltern eine Wahl. Sie können ihr Kind weniger als sieben Stunden betreuen lassen und zahlen dafür 70 Prozent des 120-Euro-Grundbeitrags. Für eine Neun-Stunden-Betreuung werden 100 Prozent fällig. Wer eine zehnstündige Obhut für sein Kind braucht, zahlt 110 Prozent des Eltern-Grundbeitrags. Die 22 Euro Verpflegungsnebengebühren kommen jeweils dazu.

Ebenfalls einstimmig verabschiedeten die Gemeinderäte die Kitabenutzungssatzung. Wesentlichste Änderung in diesem kommunalen Regelwerk ist die Stärkung der Mitsprache der Eltern. Beispielsweise bei Entscheidungen über die Höhe der Kitagebühren muss zukünftig die Elternvertretung gehört werden.

Von Jörg Reuter

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