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Altenburg Elternbeirat schockiert über Drogen-Aufkleber der Linksjugend
Region Altenburg Elternbeirat schockiert über Drogen-Aufkleber der Linksjugend
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23:34 23.08.2017
Ministerpräsident Bodo Ramelow spricht zum Sommerfest der Linken in Altenburg. Dort sind die Drogen-Aufkleber verteilt worden.   Quelle: privat
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Altenburg

Ein Aufkleber zum Thema Drogen hat für Entsetzen beim Elternbeirat des Altenburger Landes gesorgt. Er sei bei einem Sommerfest der Linkspartei am vergangenen Sonnabend im Bereich Topfmarkt/Moritzstraße von Mitgliedern der Thüringer Linksjugend an Jugendliche verteilt worden, erfuhr OVZ von Sandra Kretzschmann, der Sprecherin der Elternvertretung. Auf dem Aufkleber ist ein Mädchen zu sehen, das sich, mit einem zur Nase geführten Gegenstand, über eine Linie aus weißen Pulver beugt. Der Slogan des Aufklebers lautet: „Hauptsache es knallt! Für eine Welt wie sie Dir gefällt.“

Dies sei eine Verherrlichung des Drogenkonsums und eine Einladung dazu, heißt es in einer Presseerklärung des Elternbeirates. Eine solche Aufforderung zum illegalen Drogenkonsum sei absolut nicht akzeptabel. Solche Botschaften an Jugendliche zu verteilen, würde das Wohl, die Gesundheit und Zukunft der Kinder gefährden. Für den Elternbeirat sei dies ein Beispiel dafür, dass das Thema Drogenkonsum unter Jugendlichen immer wieder verharmlost werde. Auch bei etlichen Eltern, deren Kinder den Aufkleber mit nach Hause brachten, habe dies für Entsetzen gesorgt, gab Sandra Kretschmann der OVZ ihre Eindrücke weiter.

In der Tat hatten die Linken des Kreises am Samstag vor dem Bürgerbüro ihres Bundestagsabgeordneten Frank Tempel auf dem Topfmarkt zum Sommerfest geladen. Bei Salatbuffet, Grill-Spezialitäten, Säftchen, Kaffee und Kuchen sollten Besucher mit den Abgeordneten ins Gespräch kommen. Neben Tempel waren Landrätin Michaele Sojka, Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Ute Lukasch und sogar Ministerpräsident Bodo Ramelow anwesend.

Für René Kotzanek, einem der Sprecher der Thüringer Linksjugend, stelle der Aufkleber keine Aufforderung zum Konsum illegaler Drogen dar. Er sollte vielmehr auf provokante Art dazu auffordern, sich in die Drogen-Politik in der Bundesrepublik einzumischen, sagte Kotzanek der OVZ. Die Aufregung könne er deswegen gar nicht verstehen.

Die Kreisvorsitzende der Linken sieht dies völlig anders. Wenn man Provokation zu einem Thema sucht, dann sei das ein schlechtes Beispiel, zeigte sich Ute Lukasch gegenüber OVZ entsetzt von der Aktion. Sowohl sie als auch Tempel hatten keine Kenntnis davon, dass die Aufkleber verteilt wurden. Bei Bekanntwerden wurde dies sofort gestoppt.

„Ich lehne es ab, dass in unserem Kreisgebiet derartige Aufkleber verteilt werden“, so Lukasch. Tempel kämpfe seit Jahren für eine seriöse politische Auseinandersetzung zum Thema Drogen. „Mit solchen Aktionen schaden wir einer seriösen sachlichen Debatte zu einem sehr ernsten Thema, das auch leider immer wieder im Altenburger Raum eine Rolle spielt“, erklärte Lukasch. Die Linkspartei stehe für Prävention und sei gegen die Verharmlosung des Drogen-Konsums.

Von Jens Rosenkranz

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