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Altenburg Elternbeirat kritisiert zu volle Klassen in Regelschule Meuselwitz
Region Altenburg Elternbeirat kritisiert zu volle Klassen in Regelschule Meuselwitz
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00:21 14.06.2018
Jürgen Stark (Regelschulleiter Meuselwitz); Wolfgang Kopplin (Schulverwaltung), Landrätin Michaele Sojka, Katrin Greiner (Schulamt) und Elternsprecherin Sandra Kretzschmann (v.l.) beim Pressegespräch am Montag im Landratsamt. Quelle: Jens Rosenkranz
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Altenburg/Meuselwitz

Die abgelehnten Gastschulanträge von Wintersdorfer Eltern könnten dazu führen, die Bildungslandschaft im Landkreis generell zu hinterfragen. Das ist das Fazit einer Pressekonferenz am Montagvormittag im Landratsamt. Dabei äußerte Sandra Kretschmann, stellvertretende Sprecherin des Kreiselternbeirats, deutliche Kritik an der Stärke der beiden neuen fünften Klassen in der Regelschule Meuselwitz von jeweils 28 Schülern. „Klassen derart vollzustopfen, ist unverantwortlich“, sagte sie. Ein optimaler Unterricht sei so nicht möglich.

Zuvor hatte bereits Jürgen Stark, der Direktor der Regelschule Meuselwitz, seinen Unmut über die Klassenstärke deutlich gemacht. Mit 28 Schülern seien alle Plätze in der Klasse besetzt. Mit hinzugerechnet werden müssten jeweils drei Schüler mit besonderem pädagogischen Förderbedarf, darunter drei Ausländer, für die im Moment ein Betreuer pro Klasse eingeplant wird. „Das wird sehr eng und das wird dann ein Problem“, sagte Stark.

Direktor spricht sich für dritte fünfte Klasse aus

Der Direktor sprach sich deshalb glasklar für eine dritte fünfte Klasse aus. Diese aber wird es nicht geben. Das machte Katrin Greiner deutlich, die im Schulamt Ostthüringen die Regelschulen in Gera, Jena und im Altenburger Land verantwortet. Sie hatte für die Klasse fünf in Meuselwitz sämtliche der zwölf Gastschulanträge abgelehnt, unter anderem auch aus Sachsen-Anhalt.

In der Vergangenheit seien solche Genehmigungen kein Problem gewesen, da wegen der Gastschüler keine zusätzliche Klasse gebildet werden musste. Doch das hätte diesmal passieren müssen, wofür jedoch die Lehrer fehlen. Im Moment sind zwei der 26 Stellen in Meuselwitz nicht besetzt.

Schon jetzt werde es deshalb zu Ausfall kommen, da der gesamte Unterricht mit dem vorhanden Personal „nicht abgebildet werden kann“. Eine weitere Klasse aufzumachen, konnte sie daher nicht verantworten, sagte Greiner. 28 Schüler pro Klasse seien sicher eine Herausforderung, aber keine Seltenheit. Auch in Dobitschen sei dies ab August der Fall. Jeder Pädagoge habe das Know how, so etwas zu managen, sagte sie.

Altenburger Land bei Lehrer-Absolventen nicht beliebt

Es werde mehr und mehr zum Problem, Lehrer für Regelschulen im Altenburger Land zu finden. Die Region sei bei Absolventen nicht beliebt, warum, wisse sie auch nicht. Greiner begrüßte eine von der OVZ ins Spiel gebrachte Kooperation zwischen den Regelschulen Meuselwitz und Lucka. Eine solche würde bedeuten, dass die momentan 14 Schüler der Klasse fünf aus Lucka an die Schnauder wechseln, wo dann drei Klassen mit weniger als 28 Schülern gebildet werden könnten.

Damit müssten dann auch jene sechs Schüler gegen ihren und den Willen ihren Eltern nicht nach Lucka gehen. Die Ablehnung ihrer Gastschulanträge durch das Schulamt hatte zu massiver Kritik im Meuselwitzer Ortsteil geführt OVZ berichtete). Bürgermeister Thomas Reimann (Die Regionalen) hatte sogar die Existenzberechtigung des Schulamtes infrage gestellt.

Eine solche Kooperation sei mit Sicherheit eine Option, sagte Greiner. Die Zeit, so etwas zu organisieren, sei allerdings jetzt wahrscheinlich zu kurz. Die Referentin machte deutlich, dass eine solch kleine Klasse, wie jene in Lucka, im Altenburger Land längst keine Seltenheit ist. „Das sei unfair, und das können wir uns auch nicht mehr leisten.“

Ähnlich argumentierte Landrätin Michaele Sojka (Linke). „Wenn wir immer so weiter machen wie bisher, fahren wir den Karren an die Wand“, sagte sie. Man müsse die Konsequenzen daraus ziehen, dass es immer weniger Lehrer gibt und dass Absolventen nicht ins Altenburger Land wollen.

Zukunftsfähige Schulen wie die Medienschule Meuselwitz müssten gestärkt und der Elternwille akzeptiert werden. Sie hoffe, dass der neue Landrat und der Kreistag dies bei der neuen Schulnetzplanung berücksichtigen. Auch Sojka begrüßte Kooperationen. Im konkreten Fall müssten sich jetzt 14 Luckaer Eltern bereiterklären, die Angebote der Meuselwitzer Medienschule zu nutzen. Man werde sehen, ob das klappt.

Von Jens Rosenkranz

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