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Energie sparen mit Hindernissen

Energie sparen mit Hindernissen

Energiesparen ist groß in Mode. Nicht nur, dass die EU den Glühbirnen nach und nach den Garaus machen will. Auch die Thüringer Kommunen versuchen, mit weniger Wärme und Strom auszukommen.

Meiningen/Gera. Von Claudia Götze

Solarzellen aufs Dach, Wände dämmen, LED-Leuchten installieren: Viele Thüringer Kommunen versuchen ihre Energiekosten zu senken. Auch dank des Konjunkturpaketes II konnten in Schulen, Kindergärten, Rathäusern und anderen öffentlichen Gebäuden vor allem Heizkosten gespart werden. Doch stoßen die Städte nicht nur an finanzielle Grenzen, sondern auch an die des Denkmalschutzes. So sei Wärmedämmung an historischen Gebäuden wie den Rathäusern von Meiningen, Sonneberg und Erfurt kaum umsetzbar.

Um Strom zu sparen, gehen auf den Straßen Sonnebergs sogar die Lampen aus. "Im Durchschnitt wurde jede dritte Leuchte abgeschaltet", erklärte Stadtsprecherin Heidi Losansky. Die Beleuchtung von Hauptstraßen und wichtigen Kreuzungen sei weniger gedrosselt worden als selten befahrene Straßen und Wege.

Im Meininger Rathaus wurde die Heizung soweit wie möglich heruntergedreht, wie Bürgermeister Reinhard Kupietz sagte. In seiner Stadt werde mit gedimmten Straßenlampen Energie gespart. Eine gesetzliche Pflicht, Straßen zu beleuchten, gebe es nicht, zu einigen Zeiten sei eine Orientierungsbeleuchtung ausreichend. Kupietz: "Straßen müssen nicht wie ein Weihnachtsbaum beleuchtet sein." Beim Bau einer neuen Straße im Ortsteil Dreißigacker werden stromsparende LED-Lampen installiert.

Zwölf städtische Schulen wurden 2011 in der Landeshauptstadt Erfurt mit Hilfe des Konjunkturpakets II energetisch saniert, informierte Stadtsprecherin Inga Hettstedt. 595 000 Euro wurden zudem zur Einsparung von Energiekosten in Bürgerhäuser und Jugendklubs investiert. Beim Bürgeramt in der "Alten Feuerwache", das in diesem Jahr neu eröffnet wird, wurde eine spezielle Dachdämmung, eine Solarthermie-Anlage zur Warmwasserbereitung und eine Solaranlage zur Stromgewinnung auf dem Dach installiert.

In Altenburg bringt vor allem das elektronische Gebäudeleitsystem den gewünschten Spareffekt. "Dieses System erlaubt es, Heizzeiten und anderes in unseren öffentlichen Gebäuden zentral zu steuern", erläuterte Stadtsprecher Christian Bettels. Nach und nach würden immer mehr Schulen, Ämter und Turnhallen angeschlossen. In der Stadthalle werde in den Ferien, wenn kein Schulsport stattfindet, die Heizung entsprechend auf die Abendstunden programmiert. Elternabende in den Schulen würden in der Energieplanung ebenso berücksichtigt wie das richtige Lüften der Räume. "Die zentrale Gebäudeleittechnik ermöglicht es auch, die Lüftungsanlagen an städtischen Gebäuden zeit- und temperaturabhängig zu regeln", erklärte Bettels. Die Heizungen im Rathaus würden aber direkt vom Energieversorger gesteuert.

Mit Hilfe von gedämmten Wänden und neuen Fenstern hat auch die Stadt Gera ihren Energieverbrauch verringert. "Im Vergleich zu 2010 konnten 2011 bei der Fernwärme zehn Prozent gespart werden", sagte eine Sprecherin der Stadtverwaltung. Bei Erdgas seien es sogar zwölf Prozent. Der Stromverbrauch sei dagegen gleichgeblieben - hier gebe es auch keine Sparmaßnahmen. Zum Jahresende 2011 startete am Goethegymnasium ein Pilotprojekt: die Umrüstung auf LED-Beleuchtung. Den Energieverbrauch senken soll auch eine solarthermische Anlage auf dem Dach der Feuerwache in der Berliner Straße.

Eisenach setzt unter anderem auf das Projekt "Energiesparen macht Schule", das im vergangenen Jahr gestartet wurde. So wurden die Wartburg- und die Hörselschule energetisch saniert, wie Stadtsprecherin Petra Lürtzing erläuterte. Wärmedämmung und neue Fenster sollen die Heizkosten um ein Viertel senken. Auch bei der Straßenbeleuchtung ist die Wartburgstadt aktiv: In einem Ortsteil wurden Lampen installiert, die gedimmt werden können. So gibt es in der Geburtsstadt von Johann Sebastian Bach inzwischen keine Quecksilber-Dampflampen mehr.

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