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Entspannung der Stellplatz-Misere in Eisenbahnersiedlung möglich

Entspannung der Stellplatz-Misere in Eisenbahnersiedlung möglich

Mit teils umstrittenen Kompromissen rückt das Rathaus dem Parkplatz-Problem in der Eisenbahnersiedlung in Rasephas zu Leibe. Nach einer lebhaften Einwohnerversammlung am Montag zeichnet sich jedoch ab, dass ein angestrebter Bebauungsplan wohl noch dieses Jahr verabschiedet werden kann, der genügend Stellflächen vorsieht.

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Diese schmale Einfahrt soll als Zubringer zu einem neuen Parkplatz in der Eisenbahnersiedlung dienen. Anwohner bangen um die Sicherheit der Fußgänger.

Altenburg. Von Jens Rosenkranz

Mit dem Plan will das Rathaus vor allem vorgesehene Investitionen in der historischen Siedlung absichern. So hat ein privater Bauträger bereits acht Häuser mit insgesamt 41 Wohnungen für rund 1,5 Millionen Euro saniert. Weitere sechs Häuser sollen folgen, wie Gritt Wiening, die Vertreterin des Bauherrn, die OVZ informierte. Wesentliche Voraussetzungen für eine Vermietung und für weitere Sanierungen seien jedoch ausreichende Stellflächen.

Für dieses Problem konnte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) am Montag neue Zahlen präsentieren. So sei es möglich, direkt in der Siedlung 218 Stellplätze zu schaffen und außerhalb weitere 104. "Eine stattliche Zahl", sagte Wolf. Damit entstehen mehr Parkplätze, als bei einer völligen Neubebauung der Siedlung nötig wären.

Die Umsetzung birgt aber Tücken. So sollen beispielsweise 25 Plätze entlang der Knauschen Straße entstehen. Ein Gegenverkehr, vor allem von LKW, ist dann nicht mehr möglich. Für zehn Plätze in der Kressestraße müssten die Bordsteine abgesenkt werden, wofür die Finanzierung noch nicht geklärt ist. Die Knausche Straße erhält ein Tempo-30-Limit, die Kresse-Straße wird verkehrsberuhigte Zone.

Äußerst umstritten bei einigen Anwohnern ist eine Fläche unweit eines Spielplatzes inmitten der Siedlung. Die ursprüngliche Anzahl von 30 Parkplätzen dort soll nun auf zwölf reduziert werden. Dennoch befürchten die Bürger Lärm und Abgasbelästigungen sowie Fahrzeugverkehr unmittelbar am Spielplatz. Dazu kommt eine komplizierte Einfahrt aus Richtung Niemöllerstraße. Einige Teilnehmer der Versammlung reagierten auf diese Pläne mit Gelächter. Die Zufahrt sei viel zu eng und für Fußgänger zu gefährlich, hieß es, die Umsetzung daher ausgeschlossen.

Wollen die Anwohner diesen neuen Parkplatz gänzlich vermeiden, gilt er vor allem für den Investor als äußerst wichtig, wie Gritt Wiening mehrmals betonte, die dabei Unterstützung von den Rathaus-Chefs erhielt. "Wir möchten auf den Parkplatz nicht ganz verzichten", sagte Bürgermeisterin Kristin Knitt. Für sie stellte sich die Frage, ob es tatsächlich zu dem von den Bürgern geschilderten Horror-Szenario komme, oder ob die Leute übertreiben. Auch der Oberbürgermeister zeigte Verständnis für die Wünsche des Investors. "Sie müssen akzeptieren, dass Eigentümer ihr Eigentum auch nutzen wollen", warb Wolf um Verständnis und erneuerte seine Meinung, dass man bei der Parkplatz-Situation in der Eisenbahnersiedlung nur mit Kompromissen vorankomme.

Bei einem der Beteiligten hat der OB allerdings auf Granit gebissen. Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie hat definitiv das Parken in den Vorgärten untersagt, weil damit der historische Charakter des Garten-Städtchens verloren gehen würde (OVZ berichtete). Mit Stellflächen in den Vorgärten hätte sich die Situation erheblich entspannt.

Und es entsteht weiteres Konfliktpotenzial, zum Beispiel, ob neue Parkplätze kostenpflichtig sind oder nicht. Einwohner befürchten, dass sich der Investor seine Plätze von den Mietern bezahlen lässt. Gritt Wiening dementierte dies. Sollte es dennoch dazu kommen und Mieter auf kostenlose öffentliche Plätze ausweichen, schließt auch OB Wolf eine Gebührenlösung für bestimmte Flächen nicht aus.

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