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Entwicklung des Industriegebiets liegt auf Eis

Entwicklung des Industriegebiets liegt auf Eis

Die Stadt Altenburg hat sich vorerst vom Industriegebiet Altenburg-Windischleuba verabschiedet. Das geht aus Antworten der Verwaltung auf eine Anfrage von Stadtrat Christian Götze (CDU) im Wirtschafts- und Finanzausschuss hervor.

Dieses Vorhaben sei momentan nicht realisierbar, erklärte der Wirtschaftsförderer der Skatstadt, Tino Scharschmidt, daraufhin. Als Gründe nannte er auf OVZ-Nachfrage fehlende finanzielle Mittel und einen Wegfall der Notwendigkeit für eine Gebiet dieser Größenordnung.

 

Für das gewaltige Territorium gegenüber von Möbel Schröter am Zschaschelwitzer Kreuz war in der Maximalvariante ein Industriegebiet von 100 Hektar avisiert, was in etwa 200 Fußballfeldern entspricht. Geplant waren dann zunächst 50 Hektar, später nur noch die Hälfte, deren Entwicklung jedoch allein geschätzte 5,5 Millionen Euro geschluckt hätte. Angesichts dessen wird klar, warum Altenburgs Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) in mehreren Neujahrsreden betonte, dass das Gebiet vom Freistaat Thüringen entwickelt werden müsse, weil die Stadt damit finanziell überfordert wäre.

 

Doch genau das geschieht nicht. Wie Bürgermeisterin und Baudezernentin Kristin Moos ergänzte, sei zwar im Rahmen der Wachstumsinitiative am Industriegebiet gearbeitet worden, aber Altenburg-Windischleuba habe aufgrund "der geringen Größenordnung zu anderen Industriegebieten bisher keine Berücksichtigung gefunden". Damit meint sie die Großflächeninitiative des Freistaates, die noch von Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) aufgelegt wurde, um Mega-Flächen fit für die Ansiedelung von größeren Betrieben zu machen. Zum Vergleich: Das bisher letzte Industriegebiet in diesem Förderprogramm war Gera-Cretzschwitz mit einer Größe von 41,1 Hektar.

 

Längerfristig werde weiter am Industriegebiet Altenburg-Windischleuba gearbeitet, sagte Scharschmidt. "Wir haben uns also noch nicht völlig davon verabschiedet. Jedoch müssen hier auch die finanziellen Belange berücksichtigt werden, die aufgrund der Größenordnung selbst bei einer Bewilligung von Fördermitteln einen relativ hohen Eigenanteil der Stadt bedeuten." Zudem sei die Planung ebenfalls vorzufinanzieren. Berücksichtigt man die knappe Kassenlage und die Menge der in anderen Gewerbegebieten leerstehenden Flächen, wird deutlich, warum die Kommune hier aktuell keinen Handlungsbedarf sieht.

 

Dass das einst anders war, begründete der Wirtschaftsförderer wie folgt: "Die Situation, dass man nichts hat, darf nicht eintreten. Außerdem standen verschiedene Vorzeichen gut, wie etwa der angekündigte Flächenverbrauch durch Fräger, der dann aber nicht eingetreten ist."

 

In Windischleuba, wo der Großteil der Fläche lag, bevor sie 2003 durch ein Tauschgeschäft an Altenburg ging, sorgt die Entscheidung für Frust. "Es ist schade drum, weil man dort etwas hätte machen können, aber die Chance verpasst hat", so Windischleubas Bürgermeister Gerd Reinboth (CDU). "Schließlich hängen da auch Arbeitsplätze dran. Und ein entstehendes Industriegebiet wäre auch ein Argument für den Autobahn-Anbinder gewesen."

Thomas Haegeler

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