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Entwurf der Schulnetzplanung: Eine Förderschule soll schließen

Entwurf der Schulnetzplanung: Eine Förderschule soll schließen

Auf sinkende Schülerzahlen, nötige Investitionen und neue Bildungsansätze reagiert der erste Entwurf der neuen Schulnetzplanung für die Jahre 2013 bis 2018. Davon betroffen sind vor allem die Förderzentren Altenburg und Schmölln, jedoch auch die Regelschule Nöbdenitz sowie die Grundschulen Thonhausen, Ponitz und Großstechau.

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Zum 1. August 2014 droht die Schließung einer beiden Förderzentreten, entweder das in Altenburg (oben) oder in das Schmölln. Montage: Mario Jahn

Altenburg. Von Jens Rosenkranz

Im Moment verwaltet der Landkreis als Schulträger 14 Grund- und neun Regelschulen sowie vier Gymnasien und drei Förderzentren. In dem OVZ vorliegenden Entwurf der Schulnetzplanung steht eine der beiden Förderschulen, am Kemnitzgrund in Schmölln und in der Altenburger Siegried-Flack-Straße, auf der Kippe. Jene in der Skatstadt wird derzeit von 142 Schülern besucht. Laut Prognosen verringert sich diese Zahl bis zum Schuljahr 2017/18 auf 86. In Schmölln geht es von 66 auf 41 herunter. Neben sinkenden Schülerzahlen liegt dieser Trend vor allem an der politisch gewollten Integration von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Grund- und Regelschulen.

Für die prognostizierten Schülerzahlen reicht fortan nur noch ein Förderzentrum aus. Für ein solches Beratungs- und Kompetenzzentrum würde sich Altenburg als zentraler Standort anbieten, heißt es im Entwurf. Dies bedeutet jedoch nicht, dass damit Schmölln schon aus dem Rennen ist. Denn der Entwurf sieht beide Varianten vor, also die Schließung entweder von Altenburg oder von Schmölln, und zwar zum 31. Juli 2014. Allerdings wäre die jährliche Einsparung bei baulichen Investitionen sowie bei Personal-, Unterhaltungs- und Bewirtschaftungskosten - für das Jahr 2012 - gerechnet um rund 90 000 Euro größer, würde man Schmölln schließen.

Problematisch erweist sich ebenso der Fortbestand der Grundschule in Ponitz, der im Entwurf als gefährdet bezeichnet wird. Im Moment werden in Ponitz 54 Schüler unterrichtet, 2017 wären es nur noch 42. Ein Beschlussvorschlag sieht daher die Schließung zum 31. Juli 2014 vor. Die neue erste Klasse soll bereits nächstes Jahr in der Grundschule Gößnitz eingeschult werden, wohin ein Jahr später auch alle anderen Schüler wechseln. Ein weiterer Beschlussantrag sieht allerdings die Bildungseinrichtung bis 2018 zu erhalten und alles so zu belassen.

Das gilt ebenso für eine weitere Baustelle im Schulwesen des Kreises, den Raum Großstechau, Thonhausen und Nöbdenitz. Dort gilt die Grundschule Großstechau als gefährdet, wo die Zahlen bis 2017 auf 40 sinken könnten, also noch unter denen von Ponitz. Hier wird vorgeschlagen, dass die Kinder dieser Schule gemeinsam mit jenen aus Thonhausen in die Einrichtung in Nöbdenitz gehen, aus der dann eine Grundschule wird - und zwar zum 1. August 2016. Die Regelschüler aus Nöbdenitz wechseln in diesem Fall bereits zum 1. August 2015 in die Schmöllner Einrichtung am Eichberg. Die sprottestädtische Regelschule würde durch dieses Modell gestärkt, weil auch dort die Schülerzahlen von 276 auf 238 zurückgehen.

Doch der Entwurf sieht noch eine dritte Variante vor. Danach bleiben die Grundschulen Thonhausen und Großstechau bestehen. Dafür wird die Regelschule Nöbdenitz bis zum Juli 2015 geschlossen. Diese Variante hat allerdings einen Haken, denn sowohl für die Sanierung der Schule als auch die Sporthalle wurden Fördermittel eingesetzt, die die Nutzung der Gebäude längerfristig für schulische Zwecke vorsieht. Dies trifft übrigens auch für die ebenso sanierten Grundschulen in Thonhausen und Großstechau zu.

Eine gravierende Änderung könnte auf Schulen, Eltern und Schüler mit einer im Entwurf ebenso in Erwägung gezogenen Auflösung der Schulbezirke zukommen. Bislang gibt es einen solchen Bezirk für jede einzelne Grund- oder Regelschule, der sich an den Einzugsgebieten orientiert. Anstelle dessen wird nun ein einheitlicher Bezirk für den gesamten Landkreis vorgeschlagen. Ausgenommen davon wäre die Stadt Altenburg, die für ihre Grund- und Regelschulen einen eigenen Bezirk gebildet hat.

Mit einer Auflösung hätten die Eltern das Recht, ihr Kind in jede Schule des Landkreises (außer Altenburg) zu geben, womit ein enormer Wettbewerb der Schulen entstünde. Risiken wären die Gefährdung von ohnehin geschwächten Schulen, eine nahezu unmögliche Planung von Investitionen und Schülerzahlen sowie der Zusammenbruch des jetzigen Schulbus-Systems.

Der Entwurf der Schulnetzplanung wird in diesem Monat erstmals vom Schulausschuss beraten. Danach erfolgt die Beteiligung der Städte und Gemeinden, Schulkonferenzen und des Schulamtes. Der Beschluss im Kreistag ist für Februar 2013 geplant.

 

-Kommentar

 

Der Entwurf steht Internet unter www.altenburgerland.de, Navigationsebene "Aktuelles und Presse", Menüpunkt "Bürgerdialog".

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