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Envia schafft um Fockendorf Platz für Ökostrom im Leitungsnetz

Mitnetz investiert zwei Millionen Euro Envia schafft um Fockendorf Platz für Ökostrom im Leitungsnetz

Der Netzbetreiber Envia investiert in diesem Jahr in Fockendorf und Umgebung rund zwei Millionen Euro. Unter anderem werden Ortsnetze erneuert, Freileitungen durch Erdkabel ersetzt und regelbare Trafostationen installiert. Rund 7500 Envia-Kunden sind betroffen. Anwohner und Verkehrsteilnehmer müssen mit Behinderungen rechnen.

Neue Stromleitungen werden dieser Tage entlang der B93 in Treben verlegt. Daniel Wein kontrolliert das Kabel.

Quelle: Mario Jahn

Fockendorf. Seit 1912 die Altenburger Landkraftwerke gegründet wurden, ist es für die Menschen der Region selbstverständlich, dass elektrischer Strom aus der Steckdose kommt. Damit das auch zukünftig so beleibt, investiert der Netzbetreiber Envia beziehungsweise dessen Tochterunternehmen Mitnetz-Strom in diesem Jahr allein in Fockendorf und Umgebung rund zwei Millionen Euro.

Schwerpunkte sind die Erneuerung von Ortsnetzen, der Austausch von Freileitungen durch Erdkabel, der Einsatz von regelbaren Ortsnetztrafostationen sowie die Sanierung der Hochspannungsfreileitung zwischen Mumsdorf und Altenburg. Rund 7500 Kunden des Unternehmens seien von den Investitionen betroffen und würden davon profitieren, erklärt Uwe Härling, Leiter der Netzregion Westsachsen.

Abgesehen davon, dass die vorhandenen Masten und Leitungen altersbedingt verschlissen sind, begründet Härling die Investition vor allem mit der Vergrößerung der Netzkapazität. Diese ist nötig, um die rund 208 Megawatt Ökostrom, die inzwischen jährlich im Landkreis produziert werden, abnehmen zu können. Aktuell hängen kreisweit am Envia-Netz 1124 Solaranlagen, 69 Windräder, sechs Wasserkraftwerke und 33 Biogasstromerzeuger. Wenn die Kabel den dort produzierten Strom nicht mehr transportieren können, werden Anlagen abgeschaltet, erläutert der Mitnetz-Strom-Regionalchef. Laut Unternehmensangaben griff 2015 das Netzsicherheitsmanagement der Envia insgesamt 534 Mal ein.

Gründe für solche Maßnahmen sind aber nicht nur ein Zuviel an Sonnen-, Wind- oder Biogasstrom, sondern auch Naturereignisse wie Hochwasser. „Die Fluten der vergangenen Jahre haben durchaus Einfluss auf unsere Planung“, so Härling. Transformatoren werden beispielsweise sukzessive überall in der Versorgungsregion aus Überflutungsgebieten entfernt.

Im Zuge der Investitionen in und um Fockendorf ist vorgesehen, im Ramen eines Pilotprojektes fünf hochmoderne regelbare Ortsnetztransformatoren zu installieren. Außerdem werden die Ortsnetze so angeschlossen, dass im Falle eines Trafo-Ausfalls die Haushalte von einem anderen ihren Strom erhalten. „Bis jetzt ist es so, dass ganze Stränge im Stör- oder Wartungsfall vom Netz gehen“, erklärt Envia-Kommunalbetreuer Jürgen Lojewski, der beim Stichwort Hochwasser auch an die Hausbesitzer appelliert: Sie sollten ebenfalls ihre Anschlüsse überprüfen und gegebenenfalls aus Kellern in obere Etagen verlegen.

In Pana, Fockendorf, Trebanz, Serbitz, Lehma, Windischleuba und Haselbach werden in diesem und mutmaßlich auch noch im nächsten Jahr unter anderem fast vier Kilometer Mittelspannungsfreileitungen und etwa drei Kilometer Niederspannungsleitungen durch Erdkabel ersetzte. Darüber hinaus gehört die Ertüchtigung der 110-Kilowattleitung zwischen Mumsdorf und Altenburg zum Vorhaben. „Die Aufträge sind zu fast 30 Prozent an Firmen der Region vergeben worden“, informiert Lojewski.

Für die Einwohner der Dörfer bedeuten die Bauvorhaben in den kommenden Monaten aber auch Unannehmlichkeiten wie Sperrungen oder ein eingeschränkter Zugang zu den Grundstücken. „Wir haben die Bürger jedoch schon frühzeitig informiert, sie wissen was auf sie zukommt“, sagt Fockendorfs Bürgermeister Karsten Jähnig (Feuerwehr). Deswegen – und weil sie auch Nutznießer der Investitionen sein werden – beteiligt sich in Fockendorf auch die Telekom an dem Bauvorhaben und verlegt Breitbandkabel fürs Internet. Außerdem wird die Straßenbeleuchtung erneuert – da haben die Anwohner Verständnis. Jähnig freut sich derweil, dass durch das Verschwinden der alten Masten das Ortsbild aufgewertet wird.

Von Jörg Reuter

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