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EnviaM kauft Windradbauer Aquavent: Kommen neue Anlagen in Starkenberg?

Entwicklungsfirma EnviaM kauft Windradbauer Aquavent: Kommen neue Anlagen in Starkenberg?

Der Netzbetreiber und Energieversorger EnviaM baut die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien aus. Dafür stellt die Aktiengesellschaft, an der auch Starkenberg beteiligt ist, 250 Millionen Euro zur Verfügung. Als eine der ersten Maßnahmen erwarb Envia die Firma Aquavent. Diese hat in Starkenberg die umstritten Windkraftanlagen errichtet hat.

Der Windpark in Starkenberg war von Bürgern und Gemeinde nicht gewollt.

Quelle: Mario Jahn

Chemnitz/Starkenberg. Der Netzbetreiber und Energieversorger EnviaM will sich zukünftig noch stärker im Segment der erneuerbaren Energien engagieren. Dafür legte die in Chemnitz ansässige Aktiengesellschaft im vergangenen Jahr ein 250 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm zum Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auf. Als eine der ersten Maßnahmen erwarb die Envia dann Ende des Jahres die Firma Aquavent. „Wir haben 100 Prozent der Anteile übernommen“, bestätigt Envia-Sprecher Stefan Buscher den Deal auf Anfrage der Osterländer Volkszeitung. Zur Investitionssumme werde sich der Konzern aber nicht öffentlich äußern. „Jedoch kann ich sagen, die Übernahme war für uns 2015 ein wichtiger Meilenstein“, so Buscher.

Die in Lützen beheimatete Aquavent ist eine Entwicklungsgesellschaft, die sich vor allem auf die Projektierung und Errichtung von Windkraftanlagen spezialisiert hat. Im Altenburger Land baute die Firma die in der Bevölkerung höchst umstrittenen Windräder im Starkenberger Ortsteil Naundorf. Anders als der Energieversorger EnviaM betreibt die Aquavent selbst keine Windräder, sondern veräußert die Anlagen nach der Inbetriebnahme. Grundsätzlich soll dieses Geschäftsmodell erhalten bleiben, nur dass zukünftig die Envia vorrangig beziehungsweise ausschließlich als Käufer auftritt. „Derzeit betreiben wir acht Windparks, davon befindet sich aber keiner im Altenburger Land“, sagt Buscher und ergänzt, dass der Envia aber in Starkenberg die Bio-Gasanlage gehört.

Die Windräder in Nauendorf gehören inzwischen unter anderem den Stadtwerken Augsburg. Ob und wo die Envia zukünftig im Landkreis Strom aus Wind erzeugen werde, sei noch offen und hänge im Wesentlichen von den Inhalten des Regionalplans ab. Dessen erster Entwurf soll Donnerstag in einer Woche vorgestellt werden. Darin werden die Vorranggebiete für Windkraftanlagen im Kreis nun neu ausgewiesen, nachdem der alte Regionalplan samt der darin festgeschriebenen Vorranggebiete Ende 2015 gerichtlich gekippt wurde. „Bis dahin gibt es noch keine Planung für den Landkreis, weil wir noch nicht wissen, auf welchen Flächen im Altenburger Land zukünftig überhaupt Windkraftanlagen gebaut werden dürfen“, betont Aquavent-Geschäftsführer Adolf Rocher. Jedoch bestätigt er, dass seine Mitarbeiter in den vergangenen Wochen Gespräche mit Grundstückseigentümern in der Gemeinde Starkenberg geführt haben. Anfragen zum Bau neuer Anlagen seien aber keine gestellt worden.

Vor dem Hintergrund der Proteste im Landkreis gegen die Windräder kündigt Buscher an, dass die Envia künftig mit den Gemeinden eng zusammenarbeiten werde und transparent für die Bürger sein will. Zudem sei geplant, den Bürgern eine Beteiligung an den Anlagen anzubieten. In welcher Weise das geschehen könnte, dazu habe sich die Envia aber noch nicht abschließend positioniert.

Die Envia, an der die Gemeinde Starkenberg mit 76.737 Aktien beteiligt ist, was laut Kämmerin Elke Riedel etwa 0,03 Prozent am Stammkapital entspricht, möchte gern einen Schlussstrich unter die Vergangenheit ziehen. „Ich denke, angesichts der neuen Konstellation wird Starkenberg gesprächsbereit sein“, meint Rocher. Wie sein Unternehmen jedoch auf ein klares Nein zu Windrädern dieser oder einer anderen Gemeinde reagieren wird, könne er nicht sagen. „Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht, damit beschäftigen wir uns, wenn das Nein kommt“, sagt Adolf Rocher auf Nachfrage.

Die bereitgestellten 250 Millionen Euro will die Envia so schnell wie möglich komplett in Projekt investieren.

Von Jörg Reuter

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