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20:59 15.04.2013
Sandy Reichenbach Quelle: Mario Jahn

OVZ sprach mit Sandy Reichenbach (39), Richter am Amtsgericht Altenburg, über Voraussetzungen, Aufgaben und einen "Zentner Menschenkenntnis".

OVZ: Besteht derzeit ein Mangel an Schöffen, der die Suche nötig macht?

Sandy Reichenbach: Die Suche ist einzig notwendig, da die reguläre Amtszeit der vorherigen Schöffen Ende vergangenen Jahres abgelaufen ist. Die Ehrenamtler dürfen lediglich zwei aufeinanderfolgende Perioden tätig sein. Daraus resultiert ein entsprechender Bedarf.

Worin sehen Sie den Reiz, sich für das Amt des Schöffen zu bewerben?

Bereits das Engagement in einem Ehrenamt spielt eine zentrale Rolle. Darüber hinaus wird man Teil der Strafrechtspflege. Die Justiz ist eine wichtige Säule unserer Demokratie, jeder kann auf diese Weise eingebunden werden. Salopp formuliert, kann sich jeder davon überzeugen, ob in der Rechtsprechung alles mit rechten Dingen zugeht.

Welche Bedingungen sollten die Bewerber erfüllen, die sich für das Ehrenamt interessieren?

Man muss nicht Jura studiert haben, um bei der Rechtsprechung mehr als nur ein Wörtchen mitzureden. Ausgerüstet mit einer guten Portion Lebens- und Berufserfahrung, kann man ebenfalls am Richtertisch Platz nehmen und sich in die Urteilsfindung einbringen. Für den rechtlichen Rahmen ist der Berufsrichter zuständig. Im Strafrecht sollte "auf ein Gramm Rechtskenntnis ein Zentner Menschenkenntnis kommen", sagte einst Gustav Radbruch, Jurist und Justizminister in der Weimarer Republik.

So dienen keine weiteren Voraussetzungen als Kriterium?

Es gibt gewisse Regularien, die es einzuhalten gilt. So sollten die Bewerber bei Beginn der Amtsperiode nicht jünger als 25 und nicht älter als 70 Jahre sein. Außerdem sollten die Kandidaten gesundheitlich geeignet sein und keine Vorstrafen aufweisen.

Wie lange stehen die Personen im Dienst der Justiz?

Gewählt werden die Laienrichter für fünf Jahre. Zwei Amtszeiten sind möglich, innerhalb derer keiner mehr als zwölf Verhandlungen pro Jahr beiwohnen sollte. Schließlich bedeuten Sitzungstage immer auch, von seinem Beruf freigestellt zu sein.

Welche Aufgaben haben die künftigen Schöffen?

Als ehrenamtliche Richter in der Strafgerichtsbarkeit wirken sie bei den Amts- und Landgerichten in Verhandlungen gegen Erwachsene und Jugendliche mit. Ihre Stimme hat bei der Urteilsfindung das gleiche Gewicht wie die des Berufsrichters. Neben ihrer Bersufs- und Lebenserfahrung sollen sie ihr Rechtsempfinden in die Entscheidungen einbringen. Bei Jugendschöffen kommt hinzu, dass sie erzieherisch befähigt oder in der Jugenderziehung erfahren sein sollten.

Wie viel Zeit muss ein Schöffe für das Amt aufbringen?

Das ist im Einzelnen schwer zu sagen. Es gibt Prozesse, die dauern fünf Minuten, andere fünf Stunden. Möglich ist auch, dass Prozesse über mehrere Sitzungstage geführt werden.

Wie erfolgt die Berufung ins Schöffen-Amt?

Die Schöffen werden durch Wahlausschüsse bei den Amtsgerichten bestimmt. Der Gemeinde- beziehungsweise Stadtrat entscheidet zuvor, wer von den Bewerbern auf die Vorschlagsliste gesetzt wird. Gesucht werden derzeit 33 Erwachsenen- und 30 Jugendschöffen.

Wohin können sich die Interessenten wenden?

Die Kandidaten sollten sich am besten umgehend bei ihrer zuständigen Stadtverwaltung beziehungsweise Gemeindeverwaltung melden. Wer als Jugendschöffe tätig werden möchte, kann das Jugendamt des Landratsamtes des Altenburger Landes kontaktieren.

Juliane Lange

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