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Altenburg Erfahrungsaustausch in der Agrar T & P Mockzig
Region Altenburg Erfahrungsaustausch in der Agrar T & P Mockzig
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18:05 09.10.2017
Tom Bauch, Chef der Pflanzenproduktion der Agrar T & P Mockzig, zeigt den Erosionsschutz-Streifen auf den Feldern zwischen Klausa und Garbus (im Hintergrund) Quelle: Jörg Reuter
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Doreen Rath und ihrem Team bei der Agrar T & P Mockzig liegt der Ruf der Landwirtschaft, speziell der konventionellen, sehr am Herzen. Natürlich, allesamt leben schließlich vom Job auf den Feldern und im Stall. Und die Bauern der T & P sind auch überzeugt, der Ruf ist schlechter als gerechtfertigt, denn viele der Agrarfirmen tun etwas. Zum Beispiel betreiben viele Erosionsschutz. Wie der in der T & P Mockzig aussieht, stellt Rath jetzt Bauern-Kollegen und Behördenmitarbeitern vor. Zu solchen Vor-Ort-Terminen lädt regelmäßig die Gewässerschutzkooperation ein, hinter der unter anderem die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft und der Bauernverband stehen, und bei der auch das Mockziger Unternehmen mitmischt.

„Zum ersten Mal ist ein solcher Erosionsschutz-Informationstag auf unseren Feldern“, so Rath. Zu lernen gebe es immer etwas, das war in anderen Betrieben stets so und werde auch bei der T & P Mockzig so sein, ergänzt der Abteilungsleiter Pflanzenproduktion, Tom Bauch. Schließlich ist Erosionsschutz eine kleine Wissenschaft. „Aber mit großen Folgen, für uns Landwirte, die Natur und Anwohner“, sagt Bauch, dessen Elternhaus im Langenleuba-Niederhainer Ortsteil Zschernichen steht, welches in den vergangenen Jahren von Schlammlawinen im Ort (die OVZ berichtete) nicht verschont blieb.

Doch das könne mit verschiedenen Maßnahmen verhindert werden, betont Bauch. Dazu gehören natürlich Erosionsschutzstreifen, die erst jüngst wieder beim Gewässer- und Nachbarschaftstag in Altenburger eingefordert wurden (die OVZ berichtete). Die Tier- und Pflanzenproduktion Mockzig hat rund 13 Hektar solcher grünen Rahmen um Felder gelegt. Zwar schützen die zwölf Meter breiten Grasstreifen Siedlungen und Gewässer, aber Erosionsschutz ziele, so Rath, vor allem auch darauf ab, den Mutterboden auf dem Feld zu lassen. „Wenn die gute Erde in die Streifen geschwemmt wird, dann hilft uns das wenig.“

Um eine Humusschicht zu bilden, brauche die Natur Jahre und Jahrzehnte. Deshalb komme, was in wenigen Minuten ausgespült ist, nicht einfach wieder. Das sollte jeder Bauer bedenken, findet die T-&-P-Geschäftsführerin und empfiehlt ihren Kollegen dringend, die Belange des Erosionsschutzes zu beachten.

Seit 2015 unterstützt der Freistaat den Erosionsschutz mit Fördermitteln. Unterm Strich kämen sie im Betrieb so bei plus minus Null an. Aber für umsonst gebe es dieses Geld nicht, unterstreicht Rath und würdigt die Anstrengungen ihres Abteilungsleiters. „Das ist wirklich ein Problem. Ohne dass sich jemand so intensiv wie Tom darum kümmert, ist effektiver Erosionsschutz kaum möglich“, gibt Rath zu.

Beispielsweise plant der junge Mann die Bestellung der Felder fünf Jahre im voraus unter den Erfordernissen des Erosionsschutzes. „Rund 95 Prozent der Flächen, die wir bewirtschaften, sind wegen ihrer Hanglage oder der Bodenbeschaffenheit erosionsgefährdet“, erklärt Bauch.

Auf den anderen fünf Prozent baut die T & P Mockzig Kohl fürs Sauerkraut an, denn dieser schützt – wie etwa auch Kartoffeln – Äcker besonders wenig gegen Erosion. „Ansonsten versuche ich dafür zu sorgen, dass die Felder immer grün bedeckt sind, etwa mit Zwischenfrüchten.“ Dabei geht es gleichzeitig darum drauf zu achten, dass die Ertragfähigkeit der Böden nicht leidet, was gewissermaßen die Königsdisziplin der Pflanzenproduzenten ist. Jedoch wird diese durch den Erosionsschutz nicht positiv beeinflusst. „Weil etwa tiefes Pflügen Erosion fördert und wir deswegen die Felder nur grubbern“, erläutert Bauch. Das bedeutet unter anderem, dass dann Unkraut gut gedeiht, was letztlich mit chemischen Mitteln bekämpft werden muss. Erosionsschutz funktioniere leider nicht ohne Pflanzenschutz.

Rath macht auch keinen Hehl daraus, dass Zwischenfrüchte wie Ramtillkraut und Phacelia, die ihren Zweck super erfüllen, auch ganz gut zum Mulchen der Felder sind, ansonsten im Betrieb aber nicht genutzt werden, dennoch Kosten etwa fürs Saatgut verursachen.

Und trotz aller Anstrengungen und Ausgaben – es gibt keinen hundertprozentigen Schutz. Bauch: „Nämlich dann, wenn der Regenguss zur falschen Zeit kommt, ein Unwetter beispielsweise am Anfang der Wachstumsphase über dem Schlag niedergeht. Aber das ist kein Grund, nichts zu tun.“

Von Jörg Reuter

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