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Erkenntnisse zum Thema Krebs: 50 Interessierte informieren sich beim Medizinischen Samstag

Erkenntnisse zum Thema Krebs: 50 Interessierte informieren sich beim Medizinischen Samstag

Laut Statistik hat jeder dritte Deutsche das Risiko, früher oder später an Krebs zu erkranken. Eine gesunde Lebensweise nimmt darauf aber weit weniger Einfluss, als bisher angenommen.

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Unter den Gästen des Vortrags von Dr. Armin Schulz-Abelius rund um die Krebstherapie sind im Hörsaal des Klinikums viele Betroffene und Angehörige.

Quelle: Doreen Schellenberg

Das waren die wichtigsten Erkenntnisse, die Chefarzt Dr. Armin Schulz-Abelius am Medizinischen Samstag zum Thema Onkologie und Krebstherapie thematisierte. 50 Interessierte kamen zur Gemeinschaftsaktion von Osterländer Volkszeitung und Klinikum Altenburger Land.

 

Betroffene müssen zwischen verschiedenen Therapiemöglichkeiten wählen. Eine Behandlung mittels Chemotherapie bringt laut Schulz-Abelius sowohl Vor- als auch Nachteile. Die Medikamente kommen am schnellsten durch das Blut zu den Tumorzellen und können sie so besser zerstören. Doch genau darin liegt auch ein Problem. Denn gesunde Körperzellen werden dabei ebenso in Mitleidenschaft gezogen. Zudem sind die Nebenwirkungen nicht ohne. Neben Übelkeit und Haarausfall kann es zu einer Herzschwäche kommen. Andere Krebserkrankungen können mit Hilfe einer Operation oder einer Strahlentherapie behandelt werden.

 

"Es gibt vier Faktoren, die wir beachten sollten, um das Risiko zu erkranken so gering wie möglich zu halten", erläuterte der 53-jährige Spezialist. "Der Verzicht auf Nikotin steht an erster Stelle." Zudem solle der Body Mass Index (BMI) niedriger als 30, aber über 21 liegen. "Dazu sollten wir uns täglich dreieinhalb Stunden bewegen. Eine ausgewogene Ernährung ist ebenso wichtig." Letzteres werde jedoch von der Forschung hinsichtlich des Einflusses kritisch betrachtet.

 

Wie der Chefarzt erklärte, haben Wissenschaftler acht Jahre lang zwei Gruppen Frauen begleitet, von denen sich die eine an den fünf vorgeschriebenen Obst- und Gemüseportionen pro Tag orientierte. Diese Frauen hatten danach ein um drei Prozent geringeres Risiko als die andere Gruppe, wobei das nur auf die Raucher und Alkohol-Konsumenten zutraf. Daher kommt die Studie zu dem Schluss, dass eine gesunde Ernährung keinen Einfluss auf das Krebsrisiko hat. Positive Auswirkungen hatte die Ernährung jedoch auf das Risiko, an Diabetes zu erkranken, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Hier minderte sich das Risiko um etwa die Hälfte.

 

Die Fragen der Zuhörer befassten sich vordergründig mit der medikamentösen Einstellung, vergleichbaren Alternativen oder der richtigen Vorsorge. Ein Lichtblick war die Geschichte von Hans Thieme. "Ich hatte einen fußballgroßen Tumor an der Milz" erzählte der 71-Jährige. "Beides wurde mir entfernt. Das ist jetzt ein Jahr her und ich fühle mich wunderbar." 51 Tage verbrachte der Senior im Krankenhaus. Zwar würde er nicht von sich behaupten, einen Marathon laufen zu können, aber seine Wohnung im vierten Stock erreiche er nun wieder in gewohntem Tempo. Die gewonnene Zeit will Thieme nutzen, um seine beiden Enkel aufwachsen zu sehen.

 

Ein solcher Fall gibt Hoffnung, was auch Schulz-Abelius bestätigte: "Es hat sich in den letzten Jahren viel in der Medizin getan und es wird immer weiter geforscht. Mehr Haupt- und weniger Nebenwirkung - das ist unser Ziel."

Doreen Schellenberg

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