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Altenburg Ermittlungen eingestellt: Thüsac kauft weitere MAN-Busse
Region Altenburg Ermittlungen eingestellt: Thüsac kauft weitere MAN-Busse
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05:00 06.01.2017
Neuer Arbeitsplatz: Fahrerin Mandy Stab Sitz am Steuer von einem der neuen Thüsac-Busse. Quelle: Mario Jahn
Windischleuba

Fünf neue MAN-Busse ergänzen seit kurzem den Fuhrpark der Thüsac Personennahverkehrsgesellschaft. Investiert hat das kommunale Unternehmen in die Anschaffung der neuen Fahrzeuge 1,2 Millionen Euro. Die Preise für einen Bus liegen laut Geschäftsführer Stephan Bog je nach Ausstattung zwischen 215 000 und 250 000 Euro. Bei der Ausschreibung hat sich die Thüsac von der Austragsberatungsstelle Sachsen begleiten lassen. Vorher hatte das eine Anwaltskanzlei wahrgenommen.

Drei der neuen Busse rollen in Sachsen, zwei in Thüringen. „Die Zahl der Busse, die wir neu kaufen, hängt immer davon ob, für wie viele Fahrzeuge wir Fördermittel bekommen. In Sachsen gibt es pro Fahrzeug derzeit 90 000 Euro und in Thüringen seit vergangenem Jahr nur noch 70 000 Euro an Zuschüssen“, erklärte Ines Bosse, Prokuristin bei der Thüsac. Die Differenz bei der Finanzierung werde über einen Kredit gesichert.

Insgesamt gehören zum Fuhrpark der Personennahverkehrsunternehmens derzeit 100 Fahrzeuge. Gelenkt werden diese von 115 Busfahrern. Bog macht keinen Hehl daraus, dass die Mehrzahl der fahrbaren Untersätze MAN-Busse sind. Außerdem gibt es Fahrzeuge von Göppel und Mercedes. Die Dominanz der MAN-Fahrzeuge begründet der Thüsac-Chef damit, dass großer Wert darauf gelegt werde, dass sich die Neuanschaffungen ohne zusätzlichen Aufwand in die Flotte integrieren lassen. Das sei wirtschaftlich sinnvoll.

Weil das Unternehmen, das seinen Sitz in Windsichleuba hat, in der Vergangenheit Jahr für Jahr neue Fahrzeuge angeschafft habe, liege deren Durchschnittsalter in Thüringen bei 5,8 Jahren und in Sachsen bei 8,4 Jahren. Die hohe Erneuerungsrate wirke sich positiv auf die Zuverlässigkeit der Technik aus. Es gäbe zwar einzelne Fahrzeuge, die 16 bis 18 Jahre alt seien, doch auch die würden ausrangiert und durch Ersatzbeschaffungen ersetzt.

Bis 2022, so die Forderung des Personennahverkehrsgesetzes, muss in den Fahrzeugen die vollständige Barrierefreiheit gesichert sein. Das bedeutet vor allem tiefe Ein- und Ausstiege. „In Thüringen haben wir den geforderten Ausstattungsgrad bereits zu 90 Prozent und in Sachsen zu 80 Prozent erreicht. Ausgehend davon peilt die Thüsac an, bereits 2018/19 das geforderte Niveau zu sichern“, betont Bog.

Ob man den Termin halten kann, hänge unter anderem davon ab, wie viele Busse das Beförderungsunternehmen in den nächsten Jahr neu anschaffen kann. In Thüringen seien in diesem Jahr nur zwei neue Fahrzeuge gefördert worden. „Bisher konnten wir pro Jahr vier bis fünf Neuanschaffungen tätigen. Das hätten wir gern auch in diesem Jahr getan“, so die Prokuristin. Der größte Wurf seien 2010 zehn neue Busse für Thüringen gewesen, erinnert sie sich.

Bog verwies darauf, dass das Unternehmen im Jahr 2016 erfreulicherweise Fahrgastzuwächse von sieben Prozent gegenüber 2015 zu verzeichnen habe. Absolute Zahlen vermochte er nicht zu nennen.

Staatsanwaltschaft stellt Verfahren ein

Eingestellt hat die Staatsanwaltschaft Erfurt bereits im September das Ermittlungsverfahren gegen die Thüsac. Das bestätigte auf OVZ- Nachfrage deren Sprecherin Anette Schmitt-ter Hell. Es habe zum einen kein hinreichender Tatverdacht bestanden und zum anderen hätten sich die Vorwürfe wegen „wettbewerbsbeschränkender Absprachen bei Ausschreibungen“ nicht bestätigt.
Auslöser für die Aufnahme der Ermittlungen vor gut zwei Jahren waren anonyme Strafanzeigen (die OVZ berichtete). Darin war anhand konkreter Beispiele der Verdacht der Manipultion von Ausschreibungen der Thüsac bei der Anschaffung neuer Busse erhoben. Außerdem ging es um mögliche wirtschaftliche Abhängigkeiten vom Bushersteller MAN.
„Es ist fair, auszuschreiben, welche bestimmten Komponenten man haben will“, sagte Thüsac-Geschäftsführer Stephan Bog. Obwohl solche Ausschreibungen üblich sind, lasse man sich dabei von einem Ausschreibungsdienst begleiten. Es sei eine offene Ausschreibung, die mit dem Gesetz konform geht, gegen die sich andere Anbieter wehren könnten. „Solche konkreten Ausschreibungen haben nicht nur finanzielle Vorteile für das Unternehmen, sondern auch für das Personal. Denn die Busfahrer finden in den neuen Fahrzeugen die bekannte Technik vor“, so Bog.

Von Marlies Neumann

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