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Altenburg Erotik im Teehaus: Das Publikum genießt, klatscht und schweigt
Region Altenburg Erotik im Teehaus: Das Publikum genießt, klatscht und schweigt
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00:30 18.06.2015
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Das wusste auch Cheforganisator Frank Hammerschmidt. Als Vorstandsmitglied des Teehausvereins holte er den Altenburger Ratskeller mit ins erotische Boot. Chefin Daniela Wolf servierte mit ihrem Team im ersten Teil des Abends in der Orangerie ein aphrodisierendes Menü, das allen Ansprüchen gehobener Gastronomie genügte.

Nach über zweistündigem Schmausen wechselte das Publikum aus dem lukullischen Bereich eine Treppe höher ins Reich des kleinen Liebesgottes Eros. Hier hatte der Mitarbeiter der Schlossverwaltung, Holger Hainich, eine Atmosphäre geschaffen, die dem literarischen Thema des Abends, "Leg sie ab, die Nachtgewänder" voll entsprach. Sein Hauptverdienst aber war, dass er durch ausgefeilte Tontechnik der verquasten Akustik des Saales zu Leibe rückte und den Schauspielern Anna Sjöström und Philipp Reinheimer solche Bedingungen ermöglichte, die beide im gesamten Saal ausgezeichnet verständlich werden ließen.

Das ist hier selten genug und war auch notwendig. Denn was die beiden an erotischer Lyrik wie Prosa zu bieten hatten, war so außergewöhnlich wie ungewohnt, dass das Publikum davon keinen Satz und kein Wort ungehört lassen wollte. Wann hat es in aller Öffentlichkeit - außer auf der Theaterbühne - in solcher Offenheit und mit solcher Drastik Äußerungen darüber gegeben, was man lieber tut als darüber zu sprechen? Sicher war es mutig vom Initiator dieses Projektes, Manfred Hainich, den Förderverein Teehaus dafür zu gewinnen und Texte aus seiner Sammlung erotischer Literatur der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Aber das ging an diesem Abend voll auf, weil er auf die kongenialen Interpreten Sjöström und Reinheimer setzen konnte. Sie interpretierten mit einer frappierenden Selbstverständlichkeit diese Texte. Sie blieben romantisch zurückhaltend wie in Francois Villons Ballade vom Roten Kirschenmund, oder wurden drastisch derb wie beim Satan in Goethes "Faust". Beeindruckend auch Anna Sjöströms Darstellung einer Schauspielerin, die eine Sexszene im Film nur imitieren soll, aus der aber Ernst wird und sie gegen einen Orgasmus ankämpft, war große Vortragskunst wie auch all das, was Philipp Reinheimer darstellte. Zwei wunderschön gesungene Lieder gaben dem Publikum kleine Erotikpausen. Es fiel von einer Beifallkaskade in die andere, blieb aber auch stumm, wo die Texte es forderten.

Eine Ausstellung von erotischen Fotos, die kurz zuvor im Teehaus geschossen wurden, und Aktgemälde aus der Galerie Altenburg in der Leipziger Straße machten den Erotikabend komplett. Er klang mit einem Dessous-Shooting des A Fotostudios Altenburg mit einem Model im Freien im herrlich illuminierten Barockgarten vor der Orangerie formvollendet aus.

Am Sonnabend, dem 26. September, gibt es die zweite Auflage "Erotik im Teehaus" an gleicher Stelle.

Heiner Mannich

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