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Erst gemalt und dann genehmigt - das neue Graffiti

Erst gemalt und dann genehmigt - das neue Graffiti

Pippi Langstrumpf lehnt an einem Wachturm und blickt aufs Schloss. Die Türme der Stadt schmusen miteinander und die Roten Spitzen rufen "Seid frech und wild und wunderbar".

Dieses außergewöhnliche Szenario kann man seit wenigen Tagen an der Giebelseite der alten Poliklinik am Pauritzer Platz in Altenburg bestaunen. Denn das Gerüst ist gefallen und gibt den Blick frei auf das riesige Graffiti.

 

Es zeigt - ganz unschwer zu erkennen - die Skatstadt. Mit den Buchstaben in den Luftballons trägt es den Slogan "Wir bewegen Altenburg" - das Motto der Stadtrallye zu Fuß, die alljährlich im Juni 150 bis 200 junge Leute auf ungewöhnliche Tour durch ihre Heimatstadt schickt. So durften sich die Mädchen und Jungen in diesem Jahr mit Mund- und Kleiderschutz sowie Spraydosen ausgerüstet an einem Graffiti probieren. Vorgezeichnet hatte das Bild der Rositzer Graffiti-Künstler Ralf Hecht. Ziel der Organisatoren der Stadtrallye bei dieser Aufgabe war es, die Kreativität der Teilnehmer zu fördern und die Stadt bunter machen, so der Cheforganisator, Jens Daniel vom Altenburger Rotary Club.

 

Allerdings wurde das Riesenbild, wie sich jetzt herausstellte, gemalt und erst dann erlaubt. Denn das Stadtralley-Team vergaß, eine entsprechende Genehmigung bei der Stadt einzuholen. Wie die OVZ hinter vorgehaltener Hand erfuhr, stand sogar die Entfernung im Raum.

 

Im Notfall hätte die Stadt auch gar nicht anders gekonnt, "denn es besteht der Gleichbehandlungsgrundsatz", erklärte Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) auf Nachfrage. Man könne da keine Ausnahme machen. Grundsätzlich sei gegen ein Graffiti nichts einzuwenden, wenn es ästhetisch ist, nur illegal dürfe es nicht sein. In dem Moment, wo es an ein Denkmal komme - das Gebäude steht unter Denkmalschutz - bedürfe es einer sogenannten denkmalrechtlichen Erlaubnis. "Das hätte beantragt werden müssen, wurde es aber nicht", so Wolf.

 

Die Stadtverwaltung teilte dies dem Veranstalter mit, der sich daraufhin entschuldigt habe. Man sei von der Idee so fasziniert gewesen, dass man schlichtweg vergaß, den notwendigen Antrag zu stellen, habe es geheißen. Das sei sofort nachholt worden.

 

Daraufhin hat die Stadt eine denkmalrechtliche Genehmigung für einen Zeitraum von zwei Jahren erteilt. "Wir betrachten das als ein Kunstwerk, das temporär an dieser Stelle bleiben kann. Wenn die Stadtrallye pfiffig ist, erfindet sie 2017 eine Aufgabe, um das Graffiti wieder zu entfernen."

 

Allerdings war die Genehmigung mit einer Auflage verbunden. Da das Gebäude von der Edeka-Gruppe gekauft wurde, fand sich auf dem Graffiti auch das Logo des benachbarten Supermarkts. Doch Werbung bedarf einer förmlichen Baugenehmigung, und auch die war nicht beantragt worden. Inzwischen ist der Schriftzug "Edeka" übermalt.

 

"Ich denke, wir haben hier unbürokratisch eine Lösung gefunden, denn die Stadtrallye ist eine tolle Sache. Aber man sollte schon in die Bücher schauen und die notwendigen Regularien einhalten", so der Oberbürgermeister.

Ellen Paul

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