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Altenburg Erste Bewohner in Luckaer Demenz-WG eingezogen
Region Altenburg Erste Bewohner in Luckaer Demenz-WG eingezogen
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00:26 07.06.2018
Die neue Demenz-WG in der Pestalozzistraße Lucka ist fertig. Pflegedienst-Chefin Claudia Lesch, Bauherr Frank Wirth und Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn freuen sich. Quelle: Bastian Fischer
Lucka

Es ist ein freundlicher Raum, den man direkt hinter der Eingangstür betritt. Rund um den großen Esstisch verteilt sitzen Senioren, spielen gemeinsam mit dem Betreuungspersonal ein Würfelspiel. Um die Ecke in der offenen Küche wird gerade ein Salat vorbereitet. Noch ein paar Schritte weiter lädt ein großes Ecksofa zum gemütlichen Verweilen ein.

Ein knappes Jahr hat es gedauert, inzwischen biegt die neue Demenz-WG auf dem Gelände der ehemaligen Luckaer Grundschule in der Pestalozzistraße auf die Zielgerade ein. „Sieben der insgesamt zehn Zimmer sind bereits belegt, die Restplätze werden wir auch bald vergeben haben“, freut sich Claudia Lesch, Geschäftsführerin beim Pflegedienst Mahn, der die Einrichtung betreut.

Wohngemeinschaft mit Rückzugsmöglichkeit

Insgesamt 300 Quadratmeter Wohnfläche stehen den angepeilten zehn Bewohnern nun zur Verfügung. Den Löwenanteil nimmt dabei der große Gemeinschaftsbereich ein, auf jeweils rund 12 Quadratmetern können sich die Senioren zurückziehen. Eine Aufteilung, die ganz bewusst gewählt wurde, wie Lesch erklärt. „Demenzpatienten haben oft eine eingeschränkte oder gar keine Orientierungsfähigkeit mehr. Auch wollen wir Isolation vermeiden. Hier leben die Menschen deshalb wie in einer Wohngemeinschaft zusammen. Trotzdem können sie sich natürlich auch zurück ziehen, wenn sie das wünschen“, fasst sie das Konzept zusammen.

Ein Ansatz, der bereits erfolgreich im Dachgeschoss des Hauptgebäudes verfolgt wird. Seit 2014 leben dort demenzkranke Senioren gemeinsam in einer Wohnung. „Die Menschen sind in diesem Umfeld vielfach gegenüber ihrem häuslichen Umfeld sogar noch aufgeblüht“, kann Claudia Lesch berichten. Ganz bewusst vermeide man daher auch im Neubau einen zu sterilen Charakter. Statt nüchterner Gestaltung herrschen helle Farben vor, statt zweckmäßiger Einrichtung wird wert auf Passendes und Individualität gelegt. „Unsere Bewohner können und sollen auch an der Gestaltung des Gemeinschaftsraums beteiligt werden“, betont Lesch.

Bürgermeisterin froh über neues Alleinstellungsmerkmal

Mit dem Einzug der Bewohner wurde zudem die Belegschaft aufgestockt. Insgesamt sieben Neuanstellungen kann Claudia Lesch vermelden – sechs Mitarbeiter für die Pflege und eine Hauswirtschaftskraft. Hinzu kommen drei Mitarbeiter, die aus der bestehenden Einrichtung in den Neubau gewechselt sind. Eine Entwicklung, die auch Luckas Bürgermeisterin Kathrin Backmann-Eichhorn (parteilos) freut. „Ich bin froh, dass wir ein solches Angebot vorweisen können. Wir bieten damit ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Kreis. Und die Nachfrage ist definitiv da“, ist sie überzeugt.

Insgesamt rund 800 000 Euro habe er in das Projekt investiert, bilanziert Bauherr und Eigentümer Frank Wirth. Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten noch nicht. „Im ersten Stock entsteht noch ein knapp 80 Quadratmeter großer Gemeinschaftsraum für die Bewohner des Gesamtkomplexes“, so Wirth. Und auch eine Terrasse wird in den kommenden Tagen noch fertig gestellt. Damit sich die Bewohner dann auch im Freien wie zu Hause fühlen können.

Von Bastian Fischer

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