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Altenburg Erste Proteste gegen drohende Spartenschlileßung am Theater
Region Altenburg Erste Proteste gegen drohende Spartenschlileßung am Theater
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21:28 20.02.2012
Ist das bald alles weg? Schauspiel und Puppentheater droht die Abwicklung, dem Orchester drohen drastische Einschnitte.
Altenburg

Von Ellen Paul

In ihrem offenen Brief wollen Schau- und Puppenspieler die Bevölkerung in Altenburg, Gera und dem Altenburger Land auf die Folgen der gravierenden Einschnitte, nicht zuletzt für die junge Generation, aufmerksam machen. So werde es ab dem Jahr 2013 keine Weihnachtsmärchen geben, keine Kindervorstellungen, keine Jugendstücke, keine Klassenzimmerproduktionen, keine Versorgung mit den Klassikern deutscher und internationaler Dramatik und Literatur. Gleichzeitig entfallen die Unterstützung im Rezitationswettbewerb und der Jugendtheaterwelt in Altenburg.

Durch die immense Verkleinerung von derzeit 78 auf 59 Musiker werde es dem Orchester nicht mehr möglich sein, ein so breit gefächertes Angebot an Philharmonischen Konzerten, Schülerkonzerten und der Reihe "Kennst du das Orchester?" neben ihrer Tätigkeit im Musiktheater anzubieten. "Es wird also im Endeffekt kein Angebot für junge Menschen mehr geben. Der Bildungsauftrag kann nicht mehr ausreichend erfüllt werden", sind Heiko Senst, Manuel Kressin und Anne Kessler vom Schauspiel-Ensemble überzeugt.

Und die Künstler machen zugleich auf etwas aufmerksam, was bislang in der Kürzungsdebatte noch gar keine Rolle gespielt hat. Da am Landestheater ohnehin nur noch das Schauspiel probt, wird es ab Mitte 2013 kein produzierendes, sondern nur noch ein Beispiel-Theater sein. Mit anderen Worten: Das Ende einer 140-jährigen Tradition, auf die die Altenburger jahrzehntelang stolz gewesen sind.

Zugleich stehe ein radikaler Einbruch an Veranstaltungen ins Haus. Ohne Puppentheater und Schauspiel hätte es beispielsweise in diesem Monat anstatt der 27 Veranstaltungen in Altenburg nur neun gegeben, in Gera statt 25 nur zehn, rechnen die Unterzeichner des Briefes vor. Denn den Großteil des Spielplans bestreiten Puppentheater und Schauspiel, und das obwohl diese beiden Sparten die geringsten Kosten verursachen. Es werde im Gegenzug dafür nicht etwa mehr Vorstellungen im Bereich des Musiktheaters geben, denn durch die Verkleinerung des Orchesters und gesetzlich geregelte Ruhezeiten ist eine Mehrbespielung durch das Musiktheater nicht möglich. Das Ballett könne dieses Loch ebenfalls nicht füllen, da durch die Ernennung zum Staatsballett viele Aufgaben außerhalb der Region auf die Kompanie zukommen.

Die Angestellten in Schauspiel und Puppentheater seien außerdem die, welche die niedrigsten Gehälter am Haus beziehen, ihre Personaldecke ist gering. Im Puppentheater bestreiten drei Puppenspieler und die Spartenleitung bei einem Budget von 16 000 Euro im Jahr ihren Spielplan. Im Schauspiel sind es 14 Schauspieler bei einem Budget von 100 000 Euro für sieben Neuinszenierungen pro Spielzeit und die weiterhin laufenden Produktionen. Ohnehin seien in den vorangegangenen Spielzeiten bislang zudem im Schauspiel bei trotz ansteigender Vorstellungs- und Auslastungszahl bereits stillschweigend Stellen gestrichen worden.

Die Fusion beider Theater sei 1995 mit dem Ziel erfolgt, in beiden Städten auch in Zukunft die Vielfalt aller Sparten zu sichern. "Wenn nun trotzdem zwei davon komplett entfallen und eine dritte extrem eingestrichen wird, so sind am Ende all jene betrogen worden, die mit der Fusion auf eine langfristige, vielfältige, sozial-kulturelle Versorgung gehofft hatten", heißt es wörtlich. "Diese Maßnahme bedeutet einen Kahlschlag des gesellschaftlichen Lebens, sie ist verantwortungslos und kurzsichtig."

Die Unterzeichner wenden sich deshalb hilfesuchend an die Öffentlichkeit und rufen die Bevölkerung auf, das Theater beim Kampf um den Erhalt aller Sparten zu unterstützen und den politisch Verantwortlichen ihre Empörung kundzutun. Denn mit der Alternative - entweder ein weiterer "freiwilliger" Lohnverzicht von sieben Prozent oder die genannten Einschnitte - wollten die Verantwortlichen ihre Probleme und Fehler auf die rund 300 Mitarbeiter des Theaters abwälzen. Frei nach dem Motto "Entscheidet selbst, ob Ihr Euch einen Arm oder ein Bein abhacken wollt". Dies sei erpresserisch und unehrenhaft.

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