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Altenburg Erste Verwaltungsgemeinschaft im Altenburger Land feiert 20. Geburtstag
Region Altenburg Erste Verwaltungsgemeinschaft im Altenburger Land feiert 20. Geburtstag
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12:02 21.12.2011

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Von Marlies Neumann

Die Arbeit aufgenommen haben die Mitarbeiter der VG am 1. April 1992, erinnert sich der heutige VG-Chef Uwe Melzer, der, zunächst als Bauamtsleiter, von Anfang an dabei ist. "Die Entstehung der VG ist vielleicht ein Zufallsprodukt gewesen. Damals war ein Karl Fritz, Bürgermeister im Allgäuer Waltenhofen, in der Region und hat bei der Erarbeitung der Haushalte geholfen. Dabei ist auch über die Organisation der Arbeit in den Gemeinden gesprochen worden. Durch den Kontakt zu VG in den alten Bundesländern wurde dieses Modell an die Pleiße getragen", weiß er zu berichten.

Bei den weiterhin selbstständigen Mitgliedskommunen hat es sowohl in den Anfangsjahren als auch in der jüngsten Vergangenheit so manche Veränderung gegeben. Zetzscha verabschiedete sich nämlich bereits 1992 Richtung Altenburg aus der Gemeinschaft. Abtrünnig wurde 1995 dann auch die Gemeinde Lehma, die es nach Wintersdorf zog. Damit stand die VG schon nach ein paar Jahren vor dem Aus: Hatte es zu Zeiten der VG-Bildung noch keine Festlegungen zu den Einwohnerzahlen gegeben, sah das Mitte der 1990er-Jahre schon anders aus. Da lag die magische Zahl bei 5000, und die war durch den Weggang Lehmas unterschritten.

Um die bereits beschlossene Bildung einer Einheitsgemeinde kam das verbliebene Quartett aber im letzten Moment noch herum. Denn Windischleuba stieß dazu, und die Einwohnerzahl stieg bis Ende 1997 fast auf 6000 an. Doch danach ging die Zahl der Einwohner stetig zurück - bis Lehma Ende 2008 als Ortsteil von Treben wieder in den Schoß der VG zurückkehrte und die Einwohnerzahl auf 5756 hochging. Derzeit wohnen in der VG noch rund 5600 Bürger.

Ganz so wechselhaft ging es an der Spitze der VG nicht zu. Mit Christoph Richter startete die Gemeinschaft durch. Fahrt wurde unter der Regie von Karin Engert aufgenommen, und seit 1999 hält Uwe Melzer die Gemeinschaft in ruhigem Fahrwasser.

Den herrschaftlichen Sitz im Rittergut Treben bezog die komplette Verwaltung erst nach dessen Sanierung 2004. Zuvor waren die verschiedenen Verwaltungbereiche - Lohnabrechnung, Finanzverwaltung, Bauverwaltung, Friedhofswesen und Wohnungsverwaltung - auf mehrere Gebäude im Ort verteilt.

"Die Mitarbeiter in diesen Bereichen sind Dienstleister für die Gemeinden. Sie haben die Aufgabe, die in den einzelnen Gemeinderäten gefassten Beschlüsse zu erfüllen, diese auch vorzubereiten und für die Bürgermeister abzurechnen", erklärt Melzer. Zudem hätte die VG auch noch staatliche Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehören ein Einwohnermeldeamt und ein Ordnungsamt.

Das erste große Projekt, das die VG begleitete, war der Abriss der Papierfabrik 2000/2001, aber auch die Baugebiete in Fockendorf, Treben und Windischleuba brachten viel Arbeit. Das bisher einzige gemeinsame Projekt der Mitgliedsgemeinden war 2001/2002 der Bau eines Schulsportplatzes in Treben. Aber auch das Hochwasserschutzkonzept für mehrere Gemeinden und das Radwegenetz des Kreises haben die Gemeinden vorangebracht.

Melzer erinnert aber auch daran, dass es Ende der 1990er-Jahre große Probleme mit Windischleuba gab, das eine große, selbstbewusste Gemeinde war und heute noch ist. Doch diese Probleme seien aus der Welt geschafft worden.

Aus seiner Sicht haben die Gemeinden in der Pleißenaue einen Vorteil: Es sind große Kommunen, die über Leistungskraft verfügen, sodass sichtbar wird, hier passiert etwas. "Jede einzelne Gemeinde kann sich heute sehen lassen. Das zeigt, dass sie mit dem Zusammenschluss vor 20 Jahren den richtigen Weg eingeschlagen haben. Diese Entwicklung ist eine Erfolgsgeschichte", sagt Melzer, der hofft, dass die Kommunen auch die Kraft haben, weiterhin eigenständig zu bleiben.

Der Verwaltungschef regt allerdings an, über weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit nachzudenken, die in anderen VG bereits praktiziert werden. Das seien zum Beispiel die gemeinsame Verwaltung der Kindergärten, das noch engere Zusammenwirken der Feuerwehren oder ein gemeinsamer Bauhof.

Die Kommunen halten an ihrer Eigenständigkeit fest, denn eine Landgemeinde, bei der diese verloren geht, ist nicht gewollt. "Die Leistungsfähigkeit der Gemeinden rechtfertigt das weitere Bestehen der VG", ist Melzer überzeugt.

-Kommentar Seite 13

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