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Altenburg Erster Einblick in Schatzkammer: Schlossmuseum zeigt Teile der Sammlung Balan
Region Altenburg Erster Einblick in Schatzkammer: Schlossmuseum zeigt Teile der Sammlung Balan
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19:49 31.03.2014

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Spielkartensammler aus nah und fern waren gekommen, um zu sehen, welche Schätze sich in der unlängst erworbenen Sammlung des Berliner Ehepaares Helga und Ernst-Henri Balan verbergen.

Das Schloss- und Spielkartenmuseum hatte schnell reagiert und ihre ehemalige Mitarbeiterin und Fachfrau für Spielkarten, Renate Reinhold, beauftragt, nach gründlicher Sichtung des Bestandes einen Teil für eine erste Präsentation vorzubereiten. Nur so konnte in einer vormittäglichen Zusammenkunft im Bachsaal des Schlosses, die den Charakter einer Festveranstaltung hatte, dieses Ereignis gebührend gewürdigt werden.

Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) dankte dem Ehepaar Balan nochmals, dass es seine Sammlung in Gänze dem Altenburger Museum überlassen habe, diese nun in seiner Gesamtheit die Menschen erfreuen könne und dadurch auch für wissenschaftliche Zwecke zur Verfügung stehe. Außerdem würde damit eine Lücke gefüllt, die 1946 entstanden ist, als Teile der damaligen Sammlung als Reparationsleistungen an die Sowjetunion gingen. Das betrifft vor allem Sammlungsteile des 17. und 18. Jahrhunderts. Wolf würdigte noch einmal das finanzielle Engagement der vielen Sponsoren, das erst den Erwerb dieser Sammlung ermöglichte (OVZ berichtete).

Der Altenburger Sammler und Spielkartenexperte Gerd Matthes, der gemeinsam mit seinem Berliner Sammlerkollegen Siegmar Radau den Deal mit dem Ehepaar Balan eingeleitet und nach der Bewertung der Sammlung zu Ende gebracht hat, bezeichnete diese als eine der bedeutendsten in Deutschland. Als besondere Raritäten nannte Matthes sieben Kartenbögen aus dem Jahre 1528, alte kolorierte Spiele und die Vielfalt der Standardspiele aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Museumsmitarbeiter Toralf Keil hob hervor, dass die Spielkarten ein bestimmender Identitätsfaktor für Altenburg sind. Damit seien viele thematischen Sonderausstellungen möglich, und die Sammlung strahle weit in die Zukunft.

Zwischen den Wortbeiträgen sorgten Antje Fritzler und Olav Kröger mit Klavierstücken für vier Hände für die musikalisch-festliche Gestaltung. Mit Olav Krögers Komposition "Game" gab es sogar ein zum Thema des Tages passendes Musikstück.

Dann wechselte das Publikum vom Bachsaal zu den Ausstellungsräumen und umlagerte neugierig die Vitrinen. Hier gab es auch die Möglichkeit, mit den Balans ins Gespräch zu kommen. Denn sie erlebten mit Freude, welche Aufmerksamkeit und Würdigung ihr spielkartensammlerisches Lebenswerk hier erfuhr. "Ich war es", erzählte Helga Balan über die Anfänge, "die seit 1960 mit dem Spielkartensammeln begann. Mein Mann als Numismatiker merkte nach und nach, wie schön und interessant dieses Sammelgebiet war und unterstützte mich förderhin." Nach und nach schränkte sie den Sammlungsbereich auf die deutschsprachigen Länder ein. "Ich kannte Altenburg und das Spielkartenmuseum schon seit Langem und bin sehr zufrieden, dass unser Lebenswerk hier eine bleibende Heimat gefunden hat."

Für die erste Teilausstellung wurden deutsche Städte mit bedeutenden Kartenmachern ausgewählt - so neben Altenburg und Stralsund auch Berlin, Goslar und Bayreuth. Da kann man besondere Kinderkarten und Wahrsagerkarten und über 200 Jahre alte Patiencekarten bewundern, aber auch französische Spielkarten um 1870 und Spielkartenbogenfragmente aus dem 16. Jahrhundert als besondere Spezialitäten sind zu sehen. Eine solche ist auch eine superfeine Schwerdter- Karte aus der Altenburger Kartenfabrik der Gebrüder Bechstein.

Manfred Hainich

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