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Erster Schultag sorgt in Meuslwitz mit Irritationen

Erster Schultag sorgt in Meuslwitz mit Irritationen

Mit dem Einsatz eines zusätzlichen Kleinbusses von Lucka über Mumsdorf und Zipsendorf nach Meuselwitz reagiert die Thüsac zum Schuljahresbeginn auf die Schließung des Förderzentrums in der Schnauderstadt.

Meuselwitz.

 

 

 

 

Von Marlies Neumann

Landrätin Michaele Sojka (Linke) steht gestern morgen pünktlich um 6.44 Uhr an der Haltestelle in Mumsdorf. "Ich möchte mich persönlich überzeugen, dass der Schülertransport funktioniert und wie er genutzt wird", begründet sie ihr frühes Agieren gegenüber der OVZ. Der Kleinbus, der in Meuselwitz Anschluss an Busse nach Altenburg hat, fährt pünktlich an die Haltestelle - allerdings ohne Fahrgäste. Zwar kommt in letzter Minute Meike Vieweg angerannt, doch sie will zum Spalatingymnasium in Altenburg. Und auch auf der Fahrt nach Meuselwitz steigt unterwegs keiner der angemeldeten Förderschüler zu.

Umso reger ist das Treiben kurz vor 7 Uhr am Bahnsteig 2 des Meuselwitzer Busplatzes. Kinder, Jugendliche und Erwachsene drängen sich in den Bus der Linie 416. Nach dem neuen Fahrplan fährt der um 6.53 Uhr, zwei Minuten früher als bisher, nach Altenburg. Zu den Fahrgästen gehören zum ersten Mal auch die Schüler des ehemaligen Förderzentrums Meuselwitz. In dem Gedränge lässt sich jedoch nicht ausmachen, ob unter den Mädchen und Jungen auch diejenigen sind, die unterwegs in den Kleinbus hätten einsteigen müssen. "Das Kind aus Lucka hatte auch die Möglichkeit, mit einem Linienbus direkt von Lucka über Meuselwitz nach Altenburg zu fahren", erklärt Martin Hübscher, Bereichsleiter Verkehr der Thüsac, auf OVZ-Nachfrage.

"Wir warten eigentlich noch auf eine Lehrerin, die die Kinder begleiten wollte", schaut sich Elke Naundorf suchend um. Die Mutti von Kevin begleitet ihren Sohn am ersten Tag auf dem Weg zum Förderzentrum Erich Kästner in Altenburg. Und das tut auch die Mutter von Kevins Freund Lucas, Katja Ruprecht. Da Lehrerin Martina Löser immer noch nicht aufgetaucht ist, steigen die vier und etwa ein Dutzend weiterer Förderschüler in den Bus. Inmitten der Fahrgäste wieder Landrätin Michaele Sojka, die sich persönlich ein Bild davon machen will, wie die Förderschüler auf ihrem neuen, langen Schulweg zurechtkommen.

Am Bus steht auch die kleine Vanessa, die die Hand ihrer Mutti nicht los lässt. "Meine Tochter hat solche Angst, mit dem Bus zu fahren, dass ich sie heute erst mal mit dem Auto nach Altenburg schaffe", meint die Meuselwitzerin. Im Gegensatz zu den Förderschülern, die mit ihren Schulkameraden in die neue Schule fahren, kennt die Zehnjährige niemanden. Denn sie besuchte bisher die Meuselwitzer Grundschule.

Während der Fahrt berichten die beiden Mütter, dass nicht nur ihre Söhne, die jetzt Fünftklässler sind, sondern alle Meuselwitzer Förderschüler "ein wenig Dampf vor dem neuen, ungewohnt langen Schulweg haben. Egal wie alt sie sind." Und das, obwohl die Schüler bereits Ende des vergangenen Schuljahres mit ihren Lehrern alle eine Testfahrt zur Schule in Altenburg gemacht hatten. "Ich bin mit Kevin außerdem den Weg selbst noch einmal mit dem Bus gefahren", berichtet Elke Naundorf, die wohl auch heute ihren Sohn noch mal begleiten wird. Frau Ruprecht will erst mal sehen, wie das Ganze anläuft. "Das Busfahren wird sich schon einspielen", ist sie überzeugt.

Auf der Fahrt nach Altenburg, die mit dieser Linie über Kriebitzsch, Zechau und Rositz führt, füllt sich der Bus bis auf den letzten Stehplatz. Beim ersten Halt in Altenburg an der Haltestelle Glashütte steigen etwa zehn Förderschüler der höheren Klassenstufen aus, um den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen. Für die jüngeren ist das zu gefährlich und deshalb fahren die bis zum Bahnhof weiter. 7.32 Uhr kommt der Linienbus an, nur ein paar Minuten später soll es mit der Stadtbuslinie S bis in die Nähe der Schule weitergehen. Langsam wird es knapp, denn die Schule beginnt um 8 Uhr. Aus diesem Grund sind einige der Meuselwitzer Schüler schon mit dem Bus um 6.26 Uhr gefahren.

Mit der Stadtbuslinie S geht es dann bis zur Siegfried-Flack-Straße, wo die Kinder nur noch wenige Meter bis zur Schule laufen müssen. Auf dem Weg dahin meint Kevin: "Ein bisschen freue ich mich auch auf die neue Schule." Nicht nur ihm ist anzusehen, dass erheute sehr früh aus den Federn mussten. "Ich habe Kevin 5.30 Uhr geweckt, eine Stunde eher als bisher. Die Schultage werden jetzt lang für die Kinder. Denn wenn der Unterricht nach den beiden Projektwochen richtig losgeht, werden die Kinder erst zwischen 15 und 16 Uhr zu Hause sein", vermutet sie.

In der Schule angekommen, klärt sich dann auch auf, wo die Lehrerin Martina Löser abgeblieben ist. "Ich war 6.55 Uhr am Busplatz, und da war der Bus schon weg. Doch mit dem nächsten, der 7.05 Uhr fährt, war ich auch noch pünktlich. Einen Tag werde ich die Schüler um diese Zeit noch auf der Fahrt begleiten", meint sie.

Trotz der Wirren und Irrungen des ersten Tages im neuen Schuljahr sind alle rund 30 Förderschüler aus Meuselwitz und Umgebung pünktlich in ihrer neuen Schule angekommen.

"Auch wenn heute keiner der gemeldeten Schüler unseren Extra-Kleinbus genutzt hat, halten wir das Angebot in den nächsten Wochen aufrecht und beobachten das Geschehen. Spätestens im Dezember wird dann eine Entscheidung über den weiteren Einsatz fallen", sagt Hübscher nach der gestrigen ersten Fahrt.

-Kommentar Seite 11

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