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Altenburg Erstmals mehr Lehrer als Schüler
Region Altenburg Erstmals mehr Lehrer als Schüler
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21:05 03.06.2013

Das Gebäude in der Geschwister-Scholl-Straße wurde von den Fluten heimgesucht. Im unteren Flur stand das Wasser rund zehn Zentimeter.

So wie in Meuselwitz fiel gestern für über 6000 Grund- und Regelschüler sowie Gymnasiasten im Altenburger Land die Schule aus. Allerdings nicht offiziell. Denn das Landratsamt hatte den Unterricht nicht aussetzen lassen, sondern lediglich den Schülerverkehr eingestellt, weil viele Straßen nicht passierbar sind.

Einige Schüler suchten gestern dennoch ihre Schule auf, einerseits weil sie vom Ausfall nicht erfahren hatten, andererseits weil berufstätige Eltern auf eine Betreuung ihrer Kinder angewiesen waren. Diese wurde bis auf wenige Ausnahmen abgesichert. Die vom Hochwasser direkt betroffene Regelschule Treben war gestern geschlossen und wird es auch heute sein. Wann das Gebäude, das vom Hochwasser eingeschlossen ist, wieder öffnet, kann nicht vorhergesagt werden.

In die Grundschule Nobitz kamen 13 von etwa 90 Schülern, im Altenburger Friedrichgymnasium trudelten ganze 20 ein, wo ansonsten 530 Kinder und Jugendliche unterrichtet werden. Das führte dafür, dass es an dieser Altenburger Bildungsstätte erstmals mehr Lehrer als Schüler gab. Schulleiter Thomas Lahr betrachtete den überraschenden Unterrichtsausfall mit gemischten Gefühlen. Denn die übergroße Mehrzahl seiner Schützlinge hätte das Gymnasium problemlos erreichen können. Nur etwa fünf Prozent seien vom Hochwasser direkt betroffen oder auf den Schülertransport angewiesen, sagte er der OVZ. Das heute deswegen ein weiterer Schultag ausfällt, wollte er nicht ohne Weiteres hinnehmen. "Wir wollen den Tag nicht einfach nutzlos verstreichen lassen", sagte der Direktor. Nach langer Diskussion wurde im Friedrichgymnasium gestern eine Entscheidung getroffen, die beiden Seiten gerecht wird: Der Unterricht heute findet von der ersten bis zur sechsten Stunde statt - allerdings nur für Schüler, die in die Schule kommen können.

Jana Fuchs, Pressesprecherin des Landratsamtes, weist darauf hin, dass auch heute kein Schulbusverkehr stattfindet. Schüler, die ihre Schule dennoch aufsuchen können, müssten dies auch tun. Eine Betreuung sei abgesichert. Die gilt ebenso für die Grund- und Regelschule Erich Mäder sowie die Martin-Luther-Schule, die sich in Trägerschaft der Stadt Altenburg befinden. In allen anderen Schulen der Kreisstadt findet regulärer Unterricht statt.

Jens Rosenkranz

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