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"Es bleibt uns nichts anderes übrig"

"Es bleibt uns nichts anderes übrig"

Auch wenn es sehr teuer wird: Die Stadt darf der EnviaM die Anteile, die die mitteldeutsche Energie AG an der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa) hält, abkaufen.

Dafür gab der Stadtrat auf seiner jüngsten Sitzung grünes Licht - einstimmig.

 

Der Grund: Der Geschäftsbesorgungsvertrag für die Wasserver- und Abwasserentsorgung zwischen der Stadt und der Ewa läuft zum Jahresende aus. Er könne, heißt es in der Beschlussvorlage, nicht mehr verlängert werden. Die Wasserversorgung müsste von der Stadt europaweit neu ausgeschrieben werden, was mit erheblichen Risiken verbunden wäre.

 

11,5 Millionen Euro sind die 30 Prozent, die die Envia derzeit am Altenburger Energieversorger hält, laut eines Wirtschaftsgutachtens wert. Da die Stadt dafür einen Kredit aufnehmen muss, belaufen sich die Gesamtkosten inklusive Zinsen auf rund 15,1 Millionen Euro.

 

Zwar müssen in den nächsten Monaten noch einige weitere Beschlüsse folgen, doch die Grundsatzentscheidung ist jetzt gefällt. Damit wird die Ewa eine hundertprozentige Tochter der Stadt. Dies hat zur Folge, dass die Stadträte künftig neben den Wasser- und Abwasserpreisen auch darüber befinden, wie viel Gas und Strom in der Skatstadt kosten.

 

Und genau das macht den Stadträten, wie man der Debatte entnehmen konnte, nicht unbedingt Freude. "Wir werden künftig weitere wirtschaftliche Verantwortung übernehmen, indem wir auch über die Strom- und Gaspreise entscheiden. Dazu beglückwünsche ich uns nicht", machte beispielsweise SPD-Fraktionschef Nikolaus Dorsch aus seinem Herzen keine Mördergrube. Ihm sei keine Entscheidung in diesem Jahr bewusst, die eine solche Tragweite habe.

 

Es sei nicht leicht, im Ehrenamt eine solche Verantwortung zu übernehmen, pflichtete seine Kollegin von der Linkspartei, Birgit Klaubert, bei. Das sah auch Detlef Zschiegner (FDP) angesichts der Größenordnung von insgesamt 15 Millionen Euro so. "Es bleibt uns aber nichts anderes übrig."

 

Zumindest was die Finanzen angeht, konnte der zuständige Dezernent Johannes Graffé die Stadträte etwas beruhigen. Was die Kredit-Konditionen betreffe, habe es sehr gute Verhandlungen mit den Banken gegeben. Die Summe, die bisher jährlich an die EnviaM gegangen sei, reiche für Zins und Tilgung.

 

Für Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) bietet der Anteilskauf weitere Vorteile. Dazu zähle die "langfristige Sicherung der Strom-, Gas-, Fernwärme- und Wasserversorgung im Gebiet der Stadt Altenburg, auch vor dem Hintergrund der Bevölkerungsabnahme". Hinzu kommen die Gewährleistung einer höchstmöglichen Preisstabilität für Verbraucher in der Region sowie eine stabile und hohe Gewinnausschüttung und Steuervorteile. © Kommentar

Ellen Paul

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