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"Es interessiert uns schon, wer gewinnt"

"Es interessiert uns schon, wer gewinnt"

Die Grünen wollen im Wahljahr 2012 ihre Kernthemen im Gespräch halten. Im OVZ-Interview äußern sich die beiden Sprecher des Kreisverbandes, Ingo Prehl und Knut Radziej, zu Öko-Projekten, politischen Farbspielen und zur Gebietsreform.

Altenburg.

 

 

 

 

OVZ: Gehen die Grünen ganz relaxt in dieses Mini-Wahljahr, in dem die Partei sowieso keinen Kandidaten stellt?

Ingo Prehl: Es interessiert uns schon, wer gewinnt. Und da wir diesmal nicht mitspielen, sind wir nur Wähler, nur Fragende, so wie die Bürger auch. Dabei wollen wir schon wissen, was die Kandidaten zu bieten haben.

Aber Sie können nur zuschauen und nicht selbst aktiv werden.

Knut Radziej: Wir haben uns so entschlossen. Denn wir hätten keine Chance, bei den Wahlen für Landrat und Oberbürgermeister zu gewinnen. Und wir hätten auch niemanden, der es hätte wirklich machen wollen.

Womit aber die Chance vergeben ist, eigene Themen ins Spiel zu bringen.

Ingo Prehl: Warum? Wir haben mehrere Themen, die wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben und die wir bei den Kandidaten abfragen werden: Energie, Ausländer im Altenburger Land, Denkmalschutz. Da wird ein OB was dazu sagen müssen, der sicher viel gemacht hat für den Erhalt alter Häuser, der aber auch den Abriss des Areals am Markt verantwortet. Der Landrat ist sicher energiepolitisch sehr nah bei uns, in punkto Ausländer sind wir sehr weit auseinander.

Knut Radziej: Das geht bis hin zu einzelnen Projekten. Wie soll es beispielsweise weitergehen mit der Park- und Schlossanlage Tannenfeld? Was kann der Kreis daraus machen? Für mich wäre das Schlimmste, es wird verkauft, und irgendwann ist ein Zaun drumherum.

Rot-Grün gilt bundes- und landesweit als Regierungsoption. Werden die Grünen deshalb jetzt zur Wahl die SPD unterstützen?

Ingo Prehl: Im Kreis hat die SPD keinen Kandidaten, wir hoffen, dass sie noch einen aufstellt. Und in Altenburg haben wir uns entschlossen, dass wir niemanden unterstützen.

Knut Radziej: Für mich sind diese Farbspiele, wie sie auf Landes- und Bundesebene beliebt sind, eher ein Hindernis. In jeder Variante ordnet man sich irgendwie unter, schränkt sich ein und legt sich fest. Und wenn nicht das gewünschte Wahlergebnis rauskommt, hat man keine Option mehr. Ich will aber meine Vorstellungen durchsetzen, und das kann mit der SPD gehen, aber auch mit der CDU.

Ingo Prehl: Für uns ist wichtig, dass wir uns nicht zu sehr den Linken annähern, eher der anderen Richtung. Und dann kommt es darauf an, mit wem man mehr durchsetzen kann. Das gilt landesweit wie kommunal.

Ein kommunales Thema ist die Gebietsreform. Wie stehen Sie zu einem Großkreis Gera?

Ingo Prehl: Im Gegensatz zu unseren Landespolitikern halten wir überhaupt nichts von Großkreisen. Über Verwaltungsstrukturreformen kann man reden. Die Leute müssen ja nicht jedes Jahr zur KFZ-Zulassungsstelle. Aber deswegen muss man nicht als Kreis seine Souveränität aufgeben. Mehr Geld wird es in Zukunft sowieso nicht geben, und ich sehe auch nicht, dass man durch eine Kreisgebietsreform etwas einspart. Vielleicht zwei Landräte und ein paar Beigeordnete. Aber die Mitarbeiter der Verwaltungen brauchen wir weiter. Und ins Sozialamt oder Jobcenter müssen die Leute dauernd, die kann man nicht verlegen, deshalb spart man dort auch kein Geld.

Und was ist mit Nobitz und Saara?

Knut Radziej: Eine total spannende Idee. Da gehen zwei Landgemeinden zusammen, die ähnlich strukturiert sind. Das macht Sinn. Die kann man nicht zu Altenburg schlagen, auch wenn Herr Wolf es gern sehen würde.

Ingo Prehl: Nobitz muss auf jeden Fall eigenständig bleiben, als Hauptort für die ganze Region, das gehört nicht zu Altenburg. Bei Saara hätte man durchaus diskutieren können, dass der südliche Teil der Gemeinde zur Stadt Gößnitz geht. Aber nun wollen es die Bürger so, und deshalb würden wir es begrüßen, wenn es so durch den Landtag kommt.

Wie ist Ihr Tipp für den Wahlausgang?

Ingo Prehl: Der Landrat macht's wieder, vielleicht mit einer Stichwahl gegen Frau Sojka. Es gibt mit Herrn Melzer und dem Landrat ja zwei bürgerliche Kandidaten, deshalb hoffe ich, dass die SPD noch jemanden bringt. Das würde Frau Sojka schwächen. Der OB schafft's im ersten Wahlgang.

Interview: Günter Neumann

 

Die Grünen in Zahlen

Mitglieder 12

Bürgermeister 0

Mandatsträger 2

OVZ-Interviewserie mit Parteivorsitzenden

 

-

Frank Tempel (Linke)

 

 

-Ingo Prehl und Knut Radziej (Grüne)

 

 

-

Steffen Kühn (Regionale)

 

 

-

Uwe Melzer (CDU)

 

 

-

Steffen Plaul (FDP)

 

 

-

Hartmut Schubert (SPD)

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