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Es rollt: Kohlebahnverein feiert 20. Geburtstag mit Groß und Klein

Meuselwitz Es rollt: Kohlebahnverein feiert 20. Geburtstag mit Groß und Klein

Der Kohlebahnverein feierte in Meuselwitz seinen 20. Geburtstag – und dazu ging es natürlich auch auf die Kohlebahn. Am Freitag begann das Jubiläum mit einer Festveranstaltung, am Sonnabend konnten sich Groß und Klein auf dem Gelände des Vereins vergnügen und auf die Schienen begeben.

Die Kohlebahn rollt zum Jubiläum

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Abriss und Rückbau der veralteten Industrieinfrastruktur, davon waren die ersten Jahre nach der Wende geprägt. Für nicht wenige Menschen im Altenburger Land war es eine schmerzhafte Erfahrung, nicht zuletzt weil damit der Verlust des Arbeitsplatzes verbunden war. „Wir hatten den Wunsch, nicht weiter abbauen zu müssen“, sagte Karsten Waldenburger, Vorsitzender des Kohlebahnvereins, in einem Interview 1996 während einer der ersten offiziellen Fahrten mit der Kohlebahn.

Inzwischen ist diese Aufzeichnung zwei Jahrzehnte alt, und aus einer Schnapsidee ist eine Institution im Landkreis Altenburger Land geworden. Einheimische und Touristen schätzen gleichermaßen die gemütlichen „Kaffee-Fahrten“ mit der Kohlebahn. Anlässlich seines 20. Geburtstages hatte der Kohlebahnverein am Freitag zur Festveranstaltung in den Kulturbahnhof Meuselwitz eingeladen, wo unter anderem die alte Dokumentation gezeigt wurde. Mit Stolz verwiesen die Vereinsmitglieder und ihre Gäste darauf, was aus der liebenswerten Spinnerei einer Gruppe Eisenbahn begeisterter Männer geworden ist. Am Sonnabend waren dann Groß und Klein aufs Gelände der Kohlebahn eingeladen. Sie konnten sich unter anderem auf die Fahrt durchs Schnaudertal begeben – etwa mit dem Milben-Express, bei dem es Einblicke in die Herstellung des Milbenkäses gab –, eine Runde mit der Handdraisine drehen oder sich die imposante Modellbahnausstellung ansehen.

Viele Gäste schauten sich die Modellbahnanlagen an und staunten über die Nachgestaltungen ihrer Heimat

Viele Gäste schauten sich die Modellbahnanlagen an und staunten über die Nachgestaltungen ihrer Heimat.

Quelle: Mario Jahn

Die Veranstaltungen der Kohlebahn sind längst Besuchermagnete, wurde zum Festakt verdeutlicht – angefangen bei den Oster- und Weihnachtsfahrten bis hin zum regelmäßigen Verkehr in den Sommermonaten oder den Westerntagen in Haselbach. Letztere haben sich in den vergangenen Jahren zum Aushängeschild schlechthin für den Verein entwickelt, mit einer Strahlkraft weit über die Grenzen des Altenburger Landes hinaus, so Waldenburger. Jährlich besuchen die Veranstaltung über 4000 Gäste, die teilweise lange Anfahrtswege in Kauf nehmen. „Und die Westerntage tragen sich finanziell selbst“, fügte der Vereinschef vor den geladenen Gästen der Jubiläumsfeier an.

Natürlich war der Weg nicht geradlinig. Am 6. September 1996 startete der Verein. „Gefahren sind wir aber vorher schon“, verriet Waldenburger. Als Sohn eines Eisenbahnbeamten habe er die Begeisterung für Züge in die Wiege gelegt bekommen. Eine Leidenschaft, die die Initiatoren der Kohlebahn teilen. Zu den Unterstützern zählten von Beginn an auch die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft, der damalige Landrat des Altenburger Landes, Christian Gumprecht, und der frühere Regierungspräsident von Leipzig, Walter Christian Steinbach, der sogar von einer Kohlebahn bis Dessau träumte.

„Daraus ist leider nichts geworden, jedoch wurde für das Projekt viel Geld verbrannt, was uns nicht nur Freunde eingebracht hat“, so Waldenburger. Bisweilen ging es zwei Stritte vor und einen zurück, erinnerte er sich. Dazu zählt auch die Erkenntnis, dass die Faszination der Eisenbahntechnik im Verein zwar enorme Kräfte freisetzt, aber nach außen wenig Beachtung findet. „Ich muss ehrlich sagen, dass interessiert niemanden. Nur wenn es etwas zu essen und zu trinken dazu gibt, dann funktioniert es.“ Deshalb ist heute die 15 Kilometer lange Fahrt von Meuselwitz nach Regis-Breitingen nicht mehr ohne Kaffee und Kuchen denkbar.

Aktuell zählt der Verein 47 Mitglieder. Spätestens seit dem Abriss der Brücke in Deutzen ist eine Erweiterung des Netzes in Richtung Borna vom Tisch. „Aber der Ausbau zum Haselbacher See liegt nur auf Eis. Die Bauunterlagen dafür haben wir bereits“, nannte Waldenburger ein Zukunftsprojekt des Vereins. Jedoch müssten zuvor die Angebote am See ausgebaut werden. Wenn dort nichts los ist, würde niemand dort hin fahren, meint der promovierte Bauunternehmer.

Ein weiteres Zukunftsprojekt ist die Dampflok des Vereins. Die Bezahlung ihrer Sanierung hatte vor einiger Zeit für Wirbel gesorgt. Inzwischen ist der Verein auf einem guten Weg. Das Fahrwerk ist fast fertig, und im Sommer kann die Aufarbeitung des Kessels mit finanzieller Unterstützung des Kreises weitergehen. „Aber bis die Lok fährt, dauert es mindestens noch bis 2017“, erklärte Waldenburger.

Von Jörg Reuter

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