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?Es soll vor allem Spaß machen?

?Es soll vor allem Spaß machen?

Anfang 2010 verabschiedete sich Manuela Henkel vom Leistungssport. Ganz ohne Bewegung geht es aber bis heute nicht. Unter anderem deshalb gastiert die Schwester von Biathletin Andrea Henkel am 8. Juni beim 5. Skatstadt-Marathon in Altenburg.

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Skilauf-Ass Manuela Henkel kommt am 8. Juni zum Skatstadt-Marathon nach Altenburg und wird zwei Laufgruppen begleiten. Montage: Mario Jahn

Quelle: Mario Jahn

Was sie dort vorhat, wie sich der Stellenwert des Sports im Laufe der Zeit veränderte und was sie derzeit sonst noch macht, verrät Manuela Henkel im Interview.

 

OVZ: Wie sieht derzeit Ihr Trainingspensum aus?

 

Manuela Henkel: Ich habe Sport schon immer gemocht, weil er Spaß gemacht hat. Eine Woche nicht bewegen, ist schwer. Dann werde ich ungemütlich. (lacht) Ich habe hier in Oberhof den Wald vor der Tür und im Winter die wunderbarsten gespurten Loipen. Während meiner sportlichen Laufbahn war ich viel unterwegs und seit drei Jahren kann ich den Thüringer Wald das ersten Mal so richtig auskosten. Ich versuche schon, mich dreimal die Woche zu bewegen. Jetzt habe ich mich noch zum Kurs in der hiesigen Physiotherapie angemeldet und mache auch einen Pilates-Kurs einmal die Woche. Es ist Gesundheitssport geworden. Laufen war als Ausdauersportlerin schon immer ein wichtiger Trainingsbestandteil.

 

Haben Sie das eher als notwendiges Übel angesehen oder als Freude?

 

Das kam auf die Geschwindigkeit an, die gefordert wurde. (lacht) Ich bin schon immer gerne große Runden durch den Wald gelaufen, auch mal abseits der Wege, also Crosslauf. Aber manchmal musste man auch im Stadion Runden drehen. Das habe ich dann nicht so gern gemacht.

 

Sie sind in Neuhaus am Rennweg geboren. War da eine Karriere im Ausdauersport schon vorprogrammiert?

 

Mit meinem Geburtsort habe ich eigentlich gar nichts zu tun, außer dass ich da geboren bin. Mit zwei Jahren bin ich dann mit meinen Eltern nach Großbreitenbach gezogen und da bin ich zum Skilanglauf gekommen, weil wir im Kindergarten schon Ski gelaufen sind. Es war im Schulsport schon abzusehen, dass ich da landen würde, weil es nichts anderes gab. Entweder ich habe Skilanglauf gemacht oder nichts. Wir waren eine Clique, ich bin aber als einzige zur Sportschule und in Oberhof geblieben.

 

Hat es Sie gestört, dass Sie fast Ihre ganze Karriere im Schatten Ihrer Schwester Andrea standen?

 

Nö, ich hab ja mein eigens Ding gemacht und war als Langläuferin auch nicht so unerfolgreich. Es war etwas völlig anderes, weil Biathlon allgemein mehr im Fokus ist. Damals, 2002, als wir erfolgreich wurden, war es auch noch nicht abzusehen, dass Biathlon so viel mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommt. Das hat sich erst in den letzten Jahren mit Uschi Diesl, Katrin Apel, Kati Wilhelm und Andrea entwickelt.

 

Aber es gab zwischen Ihnen und Ihrer Schwester nie großartig Konkurrenzdenken?

 

Wir waren ja keine Konkurrentinnen. (lacht)

 

Haben Sie Ihr Studium Internationales Management eigentlich schon abgeschlossen?

 

Nein, noch nicht. Ich habe jetzt in Oberhof die Möglichkeit, ein Praktikum im Sporthotel zu machen und dadurch die Bachelor-Arbeit geschoben, sonst würde ich nur noch vor dem Rechner sitzen. Ich bin aber ein Mensch, der irgendwann raus vor die Tür und rennen muss. Das ist dann halt nach der Arbeit, die mir im Moment wichtiger ist, weil ich viel lerne. Im Anschluss werde ich meine Bachelor-Arbeit machen.

 

Wie sehen Ihre beruflichen Pläne nach dem Abschluss aus?

 

Das wüsste ich auch gern. Ich plane nicht groß. Bis jetzt hat sich immer etwas ergeben. Außerdem ist es heutzutage nicht mehr wie früher bei unseren Eltern, dass der Arbeitsplatz fürs Leben ist.

 

Aber das Kapitel Bundeswehr ist abgeschlossen?

 

Ich bin zum 31. Dezember 2011 ausgeschieden, erhalte aber noch die normale Unterstützung, die jeder Soldat bekommt, der 18 Jahre und sechs Monate im Dienst war.

 

Haben Sie lange überlegt, als die Anfrage vom Skatstadt-Marathon kam?

 

Nö! Es ist Sporttreiben, was gibt es Schöneres?

 

Wie wird Ihr Engagement genau aussehen?

 

Ich werde am 5,4- und am 13,3-Kilometer-Lauf teilnehmen. Allerdings nur als Begleitung einer Gruppe. Helmut Nitschke hatte mich gefragt, ob ich den längeren der beiden Läufe als Wettbewerb mitmachen möchte. Das möchte ich aber nicht.

 

Warum nicht?

 

Ich war schon früher nicht der besonders schnelle Läufer, habe das gemacht, weil wir das machen mussten. Außerdem reizen mich Wettkämpfe nicht mehr. Ich mach' den Sport nur noch, weil er mir Spaß macht. Zeiten sind nicht mehr wichtig, sondern ich laufe um der Bewegung Willen und weil es schön ist, in der Gruppe zu laufen und ins Gespräch zu kommen. Bei Volksläufen sind ja immer viele Starter dabei. Wenn man auf Zeit läuft, kann man das nicht, sondern hat danach einen hochroten Kopf und ist fix und fertig. Das will ich nicht mehr. Ich will mich einfach gut fühlen.

 

Gibt es einen Rat, den Sie Laufanfängern mit auf den Weg geben?

 

Auf jeden Fall am Anfang nicht zu schnell laufen, sondern einfach durchhalten. Wenn ich nach dem Winter das erste Mal wieder laufe, denke ich, ich hab das noch nie gemacht und was soll das werden. Es ist auch nicht schlimm, wenn man Intervall-Tempo läuft und das zweite Tempo Gehen ist. Es soll Spaß machen und wenn man den gefunden hat, geht es auch voran. Man braucht etwas Geduld, aber wenn man die aufbringt und durchhält, ist es irgendwann auch richtig schön, zum Beispiel dreimal die Woche zu joggen.

 

Interview: Thomas Haegeler

 

i Die OVZ verlost jeweils zwei Startplätze in den von Manuela Henkel geführten Gruppen. Wer sich bereits für den 8. Juni über 5,4 oder 13,3 Kilometer abgemeldet hat oder dies plant und den Kilometer etwa in sieben Minuten laufen kann, hat die einmalige Chance, mit der einstigen Spitzenathletin ins Gespräch zu kommen. Wer dabei sein möchte, muss am Montag, 15 Uhr, die % 03447 313542 wählen. Unter den ersten Anrufern verlosen wir die Plätze.

Thomas Haegeler

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