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Altenburg Eva Zorn bleibt auch als Miss Goldene Henne cool
Region Altenburg Eva Zorn bleibt auch als Miss Goldene Henne cool
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10:35 16.10.2017
Moderator Kai Pflaume (l) und Miss Goldene Henne Eva Zorn mit dem Objekt der Begierde bei der 23. Verleihung des Medienpreises auf der Neuen Messe in Leipzig. Quelle: dpa
Leipzig

Es ist Freitag, der 13., Messehalle 1 in Leipzig, Goldene-Henne-Gala, roter Teppich – und ich mittendrin. Zur 23. Auflage des größten deutschen Publikumspreises wurde das erste Mal eine Miss auserkoren, das begehrte goldene Huhn auf die Bretter, die die Welt bedeuten, zu bringen. Miss Goldene Henne – das bin ich! 20 Jahre jung, mitten im Studium der Medienwissenschaften und noch weit von einer Publikumsstärke mit über 4000 Personen und Einschaltquoten von 19 Prozent Marktanteil im Sendegebiet entfernt.

So wurde ich zur Miss

Doch wie wird man eigentlich Miss Goldene Henne? Das haben viele gefragt. Die Superillu, der MDR sowie der RBB sind die Gastgeber des der Entertainerin, Helga Hahnemann, gewidmeten Preises. Die Vorbereitungen auf die Verleihung laufen über Monate im Voraus an. Und so veröffentlichte die Superillu am 10. August eine Mitmachaktion. Frauen jeglichen Alters und Typs sollten sich vorstellen, wer sie sind, was sie auszeichnet und welche Verbindung sie zur Henne haben.

Eva mit alten Henne-Dummy, der seit 15 Jahren nicht mehr verliehen wurde, bei der Generalprobe. Quelle: privat

Meine Mutti machte mich auf die Aktion aufmerksam. Da wir im Studium eh gerade journalistische Kurzbeiträge schneiden mussten, war ein kleines Bewerbungsvideo anfangs nur eine Übung für mich. Aber natürlich wollte ich auch, dass die Redaktion einen persönlichen Eindruck von mir gewinnt. Außerdem fügte ich einen Text hinzu. Schließlich arbeite ich auch freiberuflich für die OVZ – da kommt man um so manche Worte nicht drumherum.

Nachdem ich das große Glück hatte, unter die Top 10 zu kommen, stand mir ein Publikumsvoting bevor. Dank der Hilfe der Leser, der Unterstützung von Freunden, Bekannten, Verwandten, Kommilitonen und das weit über die Grenzen des Altenburger Landes hinaus, habe ich auch diese Entscheidung überstanden. Danke dafür! Die letzte Entscheidung habe ich Moderatorin Mareile Höppner, Superillu-Chef Stefan Kobus und Tobias Richter von der Rotkäppchen Sektkelterei zu verdanken.

Dann wurde es ernst, als die stellvertretene Superillu-Chefredakteurin, Martina Scheiner, am 1. Oktober gegen Mittag bei mir anrief: „Sie sind es geworden.“ Mein Aufschrei: „Nein!!! Geil!!!“ Dann tanzte ich durch mein Zimmer, musste mich für die folgenden Anweisungen aber wieder konzentrieren. Denn was dann kam, spurtete mit großen Schritten auf das eigentliche Ziel zu.

Termine, Termine, Termine

Am 5. Oktober 2017 war mein erster offizieller Tag als Miss Goldene Henne und das erste Treffen mit Martina Scheiner im Atelier Villa Clara in Leipzig. Ein rotes Kleid, aus dem aktuellen Werbespot von Rotkäppchen und zwei aufgedrehte und stets bemühte Schneiderinnen, erwarteten mich. Sofort war ich mit Martina Scheiner auf einer Wellenlänge. Beim anschließenden Essen bestätigte sich mein anfänglich gutes Gefühl. Tags darauf bekam ich den vorläufigen Ablaufplan für die Termine in der Henne-Woche. Am 7. Oktober war ich für die OVZ unterwegs auf dem Bauernmarkt. Einige Leute hielten mich dort an, fragten nach der Henne oder erzählten mir, dass sie für mich gestimmt haben.

Miss Goldene Henne im Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich. Quelle: André Kempner

Und jetzt ging es los. 11. Oktober vorläufige Anprobe des von Größe 34 auf 38 geänderten Kleides, Fahrt ins Hotel, Einfinden im MDR-Produktionsbüro, Treffen mit Kai Pflaume, Moderationsdurchlauf. Am Tag danach: Frühstück im Hotel, nachdem mich ein netter Fahrer erneut zum Atelier brachte, wo Martina Scheiner und die Schneiderinnen warteten.

Es folgte ein Treffen mit Kerstin Decker von der LVZ, ein Fotoshooting und schlussendlich die Mitnahme des roten Traums ins Hotel. Dort hatte ich noch ein bisschen Zeit, bevor ich mit meiner Mutti und Martina Schreiner zur Generalprobe in die Messehalle aufbrach. Vor Ort liefen wir als erste über den noch mit Folie abgedeckten roten Teppich zur beeindruckenden Kulisse der 40 Meter langen Bühne und den Rängen mit über 4000 Sitzplätzen. Einige Künstler probten schon und die Bühnentechniker, Kameraleute, der Regisseur und die Aufnahmeleitung hatten allerhand zu tun.

Die Generalprobe verschob sich mehrmals nach hinten, so dass wir fast den originalen Sendestartschuss erreichten. Natürlich unterliefen da einige Fehlerchen. Müssen sie ja auch, sonst passiert das bei der eigentlichen Gala. Und so kam ich mit allem Drum und Dran erst nach Mitternacht zum Schlafen.

Eine hektische Welt aus Blitzgewitter

Am Tag der Tage, der zum außergewöhnlichsten in meinen 20 Jahren zählt, tauchte ich völlig in eine Welt aus Stress, Hektik und Blitzlichtgewitter ein. Martina Scheiner und Angela Nguyen, Social-Media-Korrespondentin für Rotkäppchen, waren ab 17 Uhr ständig an meiner Seite und das nervös, gestresst, aufgeregt. Ich dagegen – die Ruhe in Person. Das konnte keiner richtig begreifen. Immer wieder fragten sie: „Und schon aufgeregt?“

Eva mit Sänger Johannes Oerding auf der Henne-Party. Quelle: privat

Das hätte fast zum Running Gag werden können. Aber nach 15 Jahren Tanzerfahrung, unzähligen Auftritten und dem guten Gewissen, dass man eigentlich ein gesundes Selbstbewusstsein haben darf, muss man nicht zitternd am Bühnenrand stehen – man muss den Preis präsentieren! Mein absolutes Highlight fand im MDR-Produktionsbüro statt, als jemand laut fragte, seit wann es den Preis genau gäbe. Totenstille. Da erhob ich meine Stimme: „Seit 1995!“ Und alle schauten mich an. Ich meine, als Miss Goldene Henne sollte man doch so etwas wissen, oder?

Danach ging es in meine Garderobe, dann zur Maske und zum Ankleiden. So wie Frauen sind: unter Zeitdruck und viel zu spät. Zwischendurch noch ein Foto dort und da, eine kurze Laufprobe mit den Absatzschuhen auf der Bühne, wobei mich ohne Hut die Aufnahmeleitung fast gar nicht erkannt hat. Dann mit Fahrer zum roten Teppich, wo beim Aussteigen, die Fotografen fast durchdrehen.

Die Illusion Fernsehen

Ähnlich war es auch auf dem roten Teppich – mach dies und das, stell’ dich da hin, dreh’ dich und so weiter. Von da aus durch das Gedränge hinter die Bühne, abpudern und bereithalten. Mein nächstes Highlight war die Bühnencrew. Alle samt super nett und super cool. Was ich dabei gelernt habe: Die wichtigsten Personen stehen hinter den Kulissen! Auch so manches Geheimnis wurde aufgedeckt. An dieser Stelle möchte ich die Illusion Fernsehen ein bisschen zerstören. Alle Acts, die man auf der Bühne bewundern konnte, liefen als Playback. Zum Beispiel sind die Schlagzeuge so konzipiert, dass das Instrument keinen Ton von sich gibt, wenn man draufschlägt.

Auf der Bühne zu stehen, hat mir riesigen Spaß bereitet, hinter der Bühne zu stehen genauso. Es ist beeindruckend, aus wie vielen kleinen Monitoren eine solche Bühnenwand letztlich besteht. Es ist unbeschreiblich, dass Leute von verschiedenen Firmen und Kalibern so harmonieren und daraus so eine runde Sache wird.

Auch auf der Aftershowparty war die Stimmung ausgelassen, das Essen exzellent und die Liveband wirklich live. Ein paar Fotos mit Prominenten und meinem Vati sind für mich auch noch herausgesprungen, so dass ich neben Blasen an den Füßen wundervolle, vielseitige und grandiose Eindrücke mitnehmen konnte. Vielen Dank für diese Möglichkeit!

Von Eva Anna-Lena Zorn

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