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Ewa Altenburg stellt Werke von Emil Klinger und Ernst Ehm aus

Kunst im Depot Ewa Altenburg stellt Werke von Emil Klinger und Ernst Ehm aus

Wer das Kundenzentrum der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa) besucht, kommt eigentlich wegen ziemlich profaner Dinge: Stromabrechnung, defekte Wasserleitung oder Ähnliches. Empfangen aber wird er im Gebäude des skatstädtischen Unternehmens in der Friedrich-Ebert-Straße mit Schöngeistigem. Denn seit 2007 nennt die Ewa eine kleine, aber feine Galerie ihr eigen.

Auch Ewa-Mitarbeiterin Linda Berner erfreut sich an der Kunst am Arbeitsplatz.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Wer das Kundenzentrum der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa) besucht, kommt eigentlich wegen ziemlich profaner Dinge: Stromabrechnung, defekte Wasserleitung oder Ähnliches. Empfangen aber wird er im Gebäude des skatstädtischen Unternehmens in der Friedrich-Ebert-Straße mit Schöngeistigem. Denn seit 2007 nennt die Ewa eine kleine, aber feine Galerie ihr eigen.

Aktuell zu sehen sind Bilder von Emil Klinger und Ernst Ehm, deren Werke der sogenannten naiven Malerei zuzuordnen sind. „Die Ausstellung ist in Zusammenarbeit mit dem Lindenau-Museum entstanden“, erzählt Carola Blümel, beim Energieversorger für Öffentlichkeitsarbeit zuständig. In den Gemäldedepots und in der Graphischen Sammlung des Museums werden seit vielen Jahren Werke von vier Künstlern gesammelt, die in Altenburg gelebt haben beziehungsweise noch leben und zur Kategorie„naive Maler“ gehören. Das sind der Bergmann Emil Klinger (1893–1972), die Staffiererin Helene Händel (1899–1979), der Schuhmacher Ernst Ehm (1912–1984) und Ulrich Pröhl (geb. 1955).

Das Wort naiv, das man für diese Art von bildender Kunst gefunden hat, stammt aus dem Lateinischen „nativus“ und bedeutet angeboren, ursprünglich, natürlich. In der Kunstszene wird darunter alles Natürliche, Kindlich-Unbefangene, Offenherzige verstanden.

Emil Klinger beispielsweise vermochte, sich mit seinen Reminiszenzen an Volksfeste und Paraden, Darstellungen von Festen und Feiern und den vielen detailgetreuen Kleinigkeiten die Welt immer wieder für sich selber neu zu erschaffen, erläutert Carola Blümel. Der Sohn eines Leinewebers, der in der Altenburger Region im Bergbau Arbeit fand, hatte an der Neuen Sorge ein kleines Haus gekauft, dessen Zimmer sich im Laufe der Jahre mit seinen Bildern füllten. Als er in Rente ging, wurde Malen für ihn zum Lebensmittelpunkt.

Bei Ernst Ehm wirkt vor allem die Leuchtkraft der Bilder anziehend. In Böhmen aufgewachsen, übersiedelte er seiner Frau wegen ins Altenburger Land und arbeitete hier bis zuletzt als Schuhmacher. Ihm dienten Postkarten, alte Fotos, Skizzen aus der Natur als Vorlagen für seine auf Pappe, Sperrholz, Stoff und Leinwand gemalten Bilder.

Die „Naive Malerei“ ist bereits die zwölfte Ausstellung im Kundenzentrum der Ewa. Angefangen hat es mit der Galerie „Kunst im Depot“ – Namensgeber war das ehemalige Straßenbahndepot an gleicher Stelle und die Tatsache, dass Künstler Werke aus ihren Depots vorstellten – vor neun Jahren. Gezeigt wurden bisher unter anderem Arbeiten von Andreas Rank, Siegmund Hammermann, Ursula Jobs und Jens Paul Taubert, von Schülern des Friedrichgymnasiums oder des Studios Bildende Kunst. „Die Galerie soll eine Plattform für Künstler sein, die in vielfältiger Weise mit Altenburg und dem Altenburger Land verbunden sind“, so Ewa-Geschäftsführer Anton Geerlings. „Da wir eher ein techniklastiges Unternehmen sind, freuen sich Mitarbeiter und Besucher gleichermaßen über Kunst und Farbe in den Räumen.“

Die Ausstellung kann noch bis Jahresende im Kundenzentrums kostenfrei besucht werden: Montag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Dienstag von 9 bis 18 Uhr und Freitag von 9 bis 14 Uhr.

Von Ellen Paul

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