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Ewa-Chef Anton Geerlings hört nach 22 erfolgreichen Jahren auf

Ovationen im Stadtrat Ewa-Chef Anton Geerlings hört nach 22 erfolgreichen Jahren auf

Zwei Jahre vor Ablauf seines Vertrags hört Anton Geerlings als Geschäftsführer der Energie- und Wasserversorgung Altenburg auf. Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) dankte dem 63-Jährigen für dessen Lebensleistung, der Stadtrat feierte ihn mit stehenden Ovationen. Der Region will der Mann, der vor 24 Jahren aus dem Ruhrgebiet nach Altenburg kam, treu bleiben.

Zwei Jahre vor Ablauf seines Vertrags hört Anton Geerlings als Geschäftsführer der Energie- und Wasserversorgung Altenburg auf.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. „Manches geht in Altenburg nicht so schnell“, schmunzelt Anton Geerlings. „Das ging schnell.“ Damit meint der Manager, dass er schon nicht mehr als Geschäftsführer auf der Internet-Seite der Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa) aufgeführt ist, dort bereits gelöscht wurde, obwohl er 22 Jahre hier Chef war. Und eigentlich hat es Altenburg auch gar nicht nötig, den 63-Jährigen so schnell loszuwerden. Dafür hat der Mann viel zu große Verdienste um seine Firma und um die Skatstadt. Und eigentlich müsste Anton Geerlings auch gar nicht gehen, denn sein Vertrag läuft erst im Juni 2019 aus.

Irgendwann habe er für sich entschieden, „ich höre jetzt auf“, sagt er der OVZ, ohne den genauen Grund zu verraten. Er habe genug gearbeitet, meint er augenzwinkernd. Das könnte auf eine gewisse Amtsmüdigkeit hindeuten, aber auch darauf, dass er noch anderes vorhat, Sachen machen möchte, für die bislang kaum Zeit war.

Mit stehenden Ovationen hatte der Stadtrat in der vergangenen Woche den erfolgreichen Manager verabschiedet. Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) hob dessen Geradlinigkeit, Zielstrebigkeit und Professionalität hervor, zollte ihm Dank und Hochachtung für seine Lebensleistung.

Dabei war es der blanke Zufall, dass es den gebürtigen Essener nach Altenburg verschlug. Eine Zeitlang war er nach dem Mauerfall als Geschäftsführer einer Firma im vogtländischen Reichenbach tätig, die Park-, Plastik- und Fahrkarten herstellte. Weil er im Osten bleiben wollte, bewarb sich der gelernte Industriekaufmann vor 24 Jahren für einen Leitungsposten in der damaligen Sächsisch-Thüringische Elektrizitätsversorgungs Altenburg. Im Juli 1995 wurde Geerlings dann Chef der Ewa, dem Nahfolgeunternehmen, in dem die Versorgung mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme unter seiner Regie zusammengeführt wurde.

Weitere Meilensteine waren die Übernahme des Wasserwerks in Großstöbnitz, Bau und Sanierung der beiden Blockheizkraftwerke in Nord und Südost und schließlich der Kauf der Ewa-Anteile vom Strom-Konzern Envia, womit die Altenburger Stadtwerke schließlich eigenständig wurden. Auch mit der Übernahme des Hallen- und des Südbades leitete Geerlings eine neue Zeitrechnung ein, wodurch in die beiden Einrichtungen nachhaltiger investiert werden kann. „Wir werden dort weiter Geld reinstecken“, kündigt Gerlings an, obwohl er das selbst gar nicht mehr umsetzen kann. Doch die nächsten Maßnahmen sind schon angeschoben, wie der Bau des Kiosk sowie die Sanierung der Umkleiden und des Sanitärbereichs im Südbad.

Bei allen seinen Vorhaben umwehte Geerlings die Aura eines Mannes, der komplizierte Vorhaben mit gute Ideen umsetzen und mit Geld umgehen, es zum Wohle der Stadt vermehren konnte. Und der seine Mitarbeiter zu motivieren verstand, sie auch von schwierigen Projekten überzeugen konnte, mitunter auch laut und ruppig und ungeduldig sein konnte. „Glaubt mir einfach, dass es klappt“, war ein Satz, der sich oft bewahrheitete und der dann auch skeptische Stadträte überzeugte.

Für öffentlich geäußerte Kritik war Geerlings aber nicht zu haben. Und alles gelang auch einem so erfolgreichen Manager nicht. Dazu zählt vor allem der um die Jahrtausendwende erfolglos unternommene Versuch, die zersplitterte Versorgungslandschaft im Landkreis zu einem schlagkräftigen Verband zu einen. Nach wie vor gibt es die Stadtwerke in Schmölln und Meuselwitz und den ZAL. „Wenn wir hier nicht bald enger zusammenarbeiten, haben wir verloren“, warnt Geerlings. „Das geht alles viel zu langsam.“ Auch, dass Altenburg nicht gleich Anfang der 90er-Jahre mit einer Schnellstraße an die Autobahn bei Gera angebunden wurde, rechnet er zu den schweren Versäumnissen.

Darum müssen sich jetzt andere kümmern. Der Frührentner wird nun erst mal Urlaub an der Ostsee machen und hat danach Zeit für seine Hobbys, wie Wandern oder den Besuch von klassischen Musikkonzerten. Der Region wird der Mann, der einst aus dem Ruhrgebiet nach Altenburg kam, treu bleiben.

Von Jens Rosenkranz

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