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Ewa bringt Blockheizkraftwerk auf Vordermann

Ewa bringt Blockheizkraftwerk auf Vordermann

Auf den ersten Blick scheint am Blockheizkraftwerk in der Münsaer Straße nicht mehr los zu sein als sonst. Schaut man jedoch genauer hin, oder besser: durch Fenster und offene Türen, lassen sich nigelnagelneue Einbauten erspähen.

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Die Ewa modernisiert ihr Blockheizkraftwerk im Südosten der Stadt.

Quelle: Mario Jahn

Vor allem im hinteren Teil des grau-grünen Funktionalbaus. Denn dort wurden dieser Tage zwei neue Motoren angeliefert, die künftig das Herzstück der Wärme- und Stromerzeugung vor Ort sind.

 

2,5 Millionen Euro lässt sich die Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa) die Modernisierung der Anfang der 1970er-Jahre gebauten Versorgungseinheit kosten, die 1995/96 bereits zum Blockheizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung umgebaut wurde. "Die jetzigen Maßnahmen dienen dazu, die Effizienz zu steigern", erklärt der Ewa-Fachbereichsleiter Energieerzeugung, Andreas Behnke. Daneben wolle man den Anteil von etwa einem Viertel selbsterzeugtem Strom am Gesamtabsatz von 82 000 Megawattstunden halten. "Außerdem haben einige Teile mehr als 90 000 Betriebsstunden hinter sich, was Verschleiß zur Folge hatte."

 

Davon betroffen sind vor allem die beiden Antriebsmotoren, Schalldämpfer, Abgaswärmeübertrager, Katalysatoren und einige Nebenanlagen, die genauso erneuert wurden beziehungsweise werden wie die elektronische Steuerung des gesamten Kraftwerks. Entsprechend sieht man neben den beiden Betriebsführern der Ewa derzeit bis zu sechs weitere Arbeiter, die etwa Rohre zurechtschneiden, Leitungen anschließen oder Geräte montieren.

 

Neun Tonnen wiegen allein die Motoren, die mit jeweils 0,8 Megawatt über je ein Fünftel weniger Leistung verfügen als die alten. Ohne Tieflader, Kran und Panzerrollen waren sie deshalb nicht in die Halle zu bekommen. Um den im Gegensatz zu Altenburg-Nord konstanten Wärmebedarf in Südost damit weiter decken zu können, lässt man die Anlage bei Bedarf einfach länger laufen, erklärt Behnke weiter. "Durch die modernere Technik sparen wir dennoch circa eine Million Kilowattstunden Gas an Primärenergie ein." Das heißt: Die Ewa muss deutlich weniger Erdgas einkaufen und verbrennen, um die gleiche Menge Leute mit Wärme zu versorgen und ähnlich viel Strom ins Netz einzuspeisen.

 

Im Gegensatz zur Totalsanierung des Kraftwerks in der Poststraße vor drei Jahren bleiben in Südost zudem die Brennkessel erhalten, weswegen es kein Provisorium braucht. Das ist letztlich auch der Grund, warum die rund 4500 Bewohner des Stadtteils von der Neuerung kaum etwas merken werden. "Wir unterbrechen die Versorgung nur ganz selten und immer nachts, um die Anlage einzubinden", sagt Behnke. Die längste Unterbrechung seien einige Stunden bis in den Morgen. Ein genauer Termin dafür stehe jedoch noch nicht fest. "Aber selbst davon werden die Kunden nur etwas merken, wenn sie sich mehrere Wannen hintereinander einlassen."

 

Mit der Planung des Projekts begonnen hat die Ewa bereits im Frühjahr vorigen Jahres. Im November 2014 gab der Aufsichtsrat grünes Licht, woraufhin am 29. April der Bau mit der Demontage der alten Teile begann. Seit dem 26. Mai herrscht Baufreiheit für die neue Technik. "Es geht zügig vorwärts, ich bin sehr zufrieden mit dem Fortschritt der Arbeiten", so Experte Behnke. Dennoch plane man die Inbetriebnahme erst Ende September zur neuen Heizperiode. "Die elektrotechnischen Arbeiten werden einiges an Zeit in Anspruch nehmen, denn nicht nur die Steuerung der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage, sondern auch die des gesamten Kraftswerks wird erneuert."

Thomas Haegeler

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