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Ewa verteuert Grundversorgung um 11,6 Prozent

Ewa verteuert Grundversorgung um 11,6 Prozent

Die Energie- und Wasserversorgung Altenburg (Ewa) erhöht ihre Strompreise so stark wie nie zuvor. Demnach steigen ab 1. Januar kommenden Jahres allein die Kosten für Kunden in der Grundversorgung um 11,6 Prozent.

Altenburg. Von Thomas Haegeler

"Das ist eine heftige Erhöhung und nicht erfreulich", sagte Ewa-Geschäftsführer Anton Geerlings. "Es handelt sich dabei aber nur um die Weitergabe der staatlichen Abgaben." Konkret meint er damit die Erhöhung der Erneuerbare-Energien-Umlage um 2,01 auf nun 6,28 Cent brutto je kWh, die den Löwenanteil ausmacht. Hinzu kommen noch gestiegene Kosten für die Modernisierung der Netze, bei der Umlage aus dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz und die eingeführten Zuschläge für Offshore-Windparks von insgesamt 0,66 Cent/kWh sowie die höheren Entgelte für die Netznutzung.

Diese Kosten gibt die Ewa eins zu eins an ihre rund 8000 von insgesamt 20 000 Kunden weiter, die sich in der Grundversorgung befinden. Hier steigt der jährliche Basispreis von 99,96 auf 105,47 Euro. Der Arbeitspreis verteuert sich von 24,6 auf 27,79 Cent/kWh. In dieser Höhe verteuert sich auch der Preis für die Gewerbekunden in der Grundversorgung. Auch alle Sondertarife etwa für Hauslicht oder die Nachtspeicherversorgung steigen in dieser Größenordnung.

Um diese Preissteigerung wenigstens ein Stück weit aufzufangen, bietet die Ewa, wie von Geerlings bereits angekündigt (OVZ berichtete), nun auch einen neuen Tarif mit einer zwei Jahre dauernden Preisgarantie an. In diesem zahlt man 99,96 Euro als Grundpreis und 26,95 Cent/kWh. Entscheidet sich ein Kunde bis Ende 2013 dafür, kostet die kWh einen Cent weniger. Bei persönlicher Abgabe des Vertrages in der Geschäftsstelle des Energieversorgers gibt es außerdem noch eine LED-Energiesparlampe dazu.

"Mit dem Bonus kann ein Durchschnittskunde, der 2000 Kilowattstunden verbraucht, noch einmal knapp 20 Euro sparen", erklärte Geerlings. "Und bei diesem Tarif schlucken wir weitere mögliche Preissteigerungen durch Kraft-Wärme-Kopplung, Offshore-Windparks oder die EEG-Umlage." Einzige Ausnahmen seien neue Abgaben. "Preissenkungen geben wir aber weiter." Man könne also nur durch den bloßen Wechsel sparen. "Das hat Vorteile für den Kunden, aber auch für uns, weil wir besser kalkulieren und den Strom in größeren Mengen zu einem guten Preis einkaufen können."

Beim letzten Mal war das Angebot der Preisgarantie mit 4800 gewechselten Kunden ein Erfolg. "Und weil wir optimistisch sind, haben wir jetzt 5000 LED-Lampen bestellt", so Geerlings weiter. Für diese entschied man sich übrigens, weil Ewa-Vertriebschef Mike Vollrath keine normalen Energiesparlampen, die Quecksilber beinhalten, in Kinderzimmern sehen wollte.

Im Vergleich zum bisherigen Tarif mit Preisgarantie zahlt ein Zwei-Personen-Haushalt, der 2000 kWh verbraucht, künftig 53,68 Euro pro Jahr mehr als bisher. Das entspricht einer Steigerung von 9,5 Prozent. "Kunden, die den bisherigen Stabil-Tarif abgeschlossen haben richtig Glück, denn für sie ändert sich bis Ende 2013 gar nichts am Preis", sagte Geerlings. "Sie brauchen sich auch um nichts zu kümmern, weil sie das neue Angebot per Post zugeschickt bekommen und nur noch unterschreiben müssen."

Nun hofft man bei der Ewa, dass die Bundesregierung die Stromabgaben nicht weiter derart erhöht. "Wenn ich überlege, dass es so weitergehen soll, dann weiß ich nicht mehr wie", meinte der Geschäftsführer. Schließlich sei man in punkto Steuern und Abgaben schon bei 45 Prozent des Strompreises angekommen und damit fast auf Benzin-Niveau. "Für Normalverdiener sind 70 oder 100 Euro mehr im Jahr machbar, aber nicht für sozial Schwächere."

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