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Ex-Chef des Altenburger Flugplatzes klagt gegen Kündigung

Prozessauftakt Ex-Chef des Altenburger Flugplatzes klagt gegen Kündigung

Als Lüge und Verleumdung hat der ehemalige Chef des Altenburger Flugplatzes jenen Grund bezeichnet, mit dem er im Dezember 2014 entlassen wurde. Beim Prozessauftakt gegen diese Kündigung am Mittwoch in Gera wurde deutlich gemacht, dass Jürgen Grahmann einen Architekten genötigt haben soll, für Leistungen an dessen Privathaus kein Geld zu verlangen.

Da war die Welt für ihn noch in Ordnung: Im März 2011 verabschiedete Jürgen Grahmann noch als Flugplatzchef die letzte Ryanair-Maschine aus Altenburg.

Quelle: Mario Jahn

Gera/Nobitz. Gleich einem Paukenschlag war Jürgen Grahmann als langjähriger Chef der Flugplatz Altenburg-Nobitz GmbH im Dezember 2014 gefeuert worden. Ein ziemlicher Knaller war auch die Gerichtsverhandlung am Mittwoch, nachdem der 56-Jährige gegen seine Kündigung geklagt hatte.

Ein monatelanges Tauziehen hinter den Kulissen um eine außergerichtliche Einigung war gescheitert. Denn Grahmann geht es nicht nur um Geld und um die Weiterzahlung seiner Bezüge entsprechend seines bis Ende 2015 laufenden Vertrags. Der Ex-Chef will vor allem seinen Ruf wieder herstellen, den er wegen der Entlassung und vor allem wegen der Gründe, die dafür angeführt wurden, beschädigt sieht.

Und so landete das Verfahren nach über zwei Jahren am Mittwoch vor der Zivikammer des Landgerichts Gera. Diese machte ziemlich zügig klar, dass die erste der beiden gegen Grahmann ausgesprochenen Kündigungen unwirksam sei. Unterzeichnet hatte sie der jetzige Flugplatz-Chef Frank Hartmann. Der aber hatte dafür gar keine Vollmacht der Gesellschafterversammlung, der Landrätin Michaele Sojka (Linke), der Nobitzer Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) und der Thüsac-Geschäftsführer Stephan Bog angehören, die allein eine solche Kündigung aussprechen darf.

In der zweiten, am 15. Dezember 2014 nachgelegten Kündigung wurde dieser Mangel zwar behoben, jedoch waren die bis dahin vorgelegten Gründe nun nichtig, da eine Frist bei einer außerordentlichen Entlassung überschritten wurde. Dafür legten die Gesellschafter einen weiteren Kündigungsgrund vor. Für diesen hatte der in Windischleuba ansässige Architekt Jan Godts gesorgt. Er soll von Grahmann einen Auftrag für den Ausbau von dessen Privathaus erhalten haben, verbunden mit der Aufforderung, auf eine Rechnung zu verzichten. Sollte Godts aber Geld verlangen, soll ihm Grahmann gedroht haben, dass der Architekt keinerlei Aufträge für den Flugplatz mehr bekommt.

Das wäre versuchte Nötigung, machte das Gericht klar. Außerdem wäre eine solche Vermischung von privaten Angelegenheiten mit denen eines Geschäftsführers, um Druck auszuüben, nicht hinnehmbar: ein hinreichender Grund für eine fristlose Entlassung.

Nur stimmen die Beschuldigungen von Godts? Die Vorwürfe würden sich nicht bewahrheiten, sie seien konstruiert, erklärte am Mittwoch Rechtsanwalt Stefan Leubecher, der den Ex-Flugplatzchef vor Gericht vertritt. Grahmann selbst bezeichnete die Anschuldigungen als eine ungeheuerliche Lüge. Als er davon erfuhr, sei er notärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht werden müssen. Deshalb habe er Godts auch nicht sofort wegen Verleumdung verklagt, sagte Grahmann. Den Prozess wolle er nutzen, diese Vorwürfe öffentlich zu klären, nachdem sein Ansehen, gerade in einer Kleinstadt wie Altenburg, beschädigt wurde.

Mit Spannung wird nun erwartet, ob Godts seine Vorwürfe auch vor Gericht tatsächlich bekräftigt. Er wird als Zeuge zur nächsten Verhandlung vorgeladen.

Von Jens Rosenkranz

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