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Ex-Polizeiwache zum zweiten Mal versteigert

Ex-Polizeiwache zum zweiten Mal versteigert

Eines der markantesten Gebäude im Zentrum von Altenburg hat einen neuen Eigentümer. Innerhalb von nur acht Jahren ist die alte Polizeiwache nahe der Brüderkirche bereits zum zweiten Mal versteigert worden.

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Bereits zum zweiten Mal versteigert wurde jetzt die alte Polizeiwache nahe der Altenburger Brüderkirche.

Quelle: Mario Jahn

Die Sächsische Grundstücksauktionen AG bot sie vor wenigen Tagen auf ihrer großen Sommerauktion in Leipzig an und konnte einen stolzen Preis erzielen. Das denkmalgeschützte, um 1750 erbaute Verwaltungsgebäude, in dem sich noch immer mehrere Dienst-, Wach- und Versammlungsräume befinden und zu dem auch ein Heizhaus sowie LKW- und PKW-Garagen gehören, wurde mit 39 000 Euro aufgerufen. Weggegangen an einen bislang unbekannten Bieter ist es für 211 000 Euro.

 

Eine Summe, die sowohl die Erwartungen des bisherigen Eigentümers als auch die Möglichkeiten anderer Interessenten offenbar weit übertraf. So hatte beispielsweise die Städtische Wohnungsgesellschaft Altenburg (SWG) im Auftrag der Stadt mitgeboten, wie Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) auf OVZ-Anfrage bestätigte. "Gegenüber dem Areal am Markt ist es notwendig, dass dieses Gebäude in verlässliche Hände kommt", begründete der Rathauschef das Engagement. Weil die Stadt aber nicht die erforderlichen Mittel habe, sprang die SWG in die Bresche. Bei etwa einem Viertel des am Ende erzielten Verkaufspreises ist das Unternehmen allerdings ausgestiegen.

 

Länger durchgehalten hat es der Altenburger Unternehmer Michael Hose, der in der Skatstadt bereits zwei große Seniorenresidenzen betreibt. Für ihn war bei 150 000 Euro Schluss. Wer am Ende den Zuschlag erhielt, konnte Hose nicht sagen, weil es sich um einen Telefonbieter gehandelt habe.

 

Für den bisherigen Eigentümer, einen britischer Immobilienmakler, war es ein lohnendes Geschäft. Denn er hatte das Gebäude 2007 für 65 000 Euro ersteigert, es aber weder saniert noch einer neuen Nutzung zugeführt. Zur Erleichterung der Stadtväter und vieler Altenburger zog zumindest das Domina-Studio, von dem eine große Boulevard-Zeitung berichtet hatte, dort nicht ein.

 

Das damals von ihm gleichzeitig für 19 000 Euro erworbene Ernestinum, zuletzt als Fachschule für Sozialpädagogik genutzt, hatte der Makler schon zwei Jahre später gewinnbringend verkauft. Die Stadt erwarb es für 40 000 Euro. Dem Vernehmen nach bot er auch die ehemalige Polizeiinspektion mehrfach an. Interesse hatte die Stadt schon. "An dieser prädestinierten Stelle muss etwas hin, was mit der Infrastruktur vereinbar ist", so Michael Wolf, der sich hier vor allem eine Nutzung als Wohngebäude oder Hotel vorstellen kann. Doch der Preis war offenbar zu hoch.

 

Der OB geht nun davon aus, dass es sich bei einer solch stattlichen Summe diesmal um einen Investor mit festen Absichten handelt. Einer, der etwas tut und das Gebäude nicht als Spekulationsobjekt nutzt. Wer es ist und was er vor hat, kann Wolf indes nicht sagen. Entsprechend intensiv brodelt die Gerüchteküche.

 

So soll es bereits eine Bauvoranfrage oder gar einen Bauantrag geben. Doch das stimmt laut Stadtoberhaupt nicht. Bis jetzt habe es bei der zuständigen Mitarbeiterin im Baudezernat nur eine telefonische Anfrage gegeben. "Doch am Telefon geben wir keinerlei Auskunft." Näheres zum Inhalt des Gesprächs wollte der OB nicht sagen.

 

OVZ-Informationen zufolge soll eine möglichen Nutzung als Asylunterkunft angefragt worden sein. Ob vor oder nach der Versteigerung, ist nicht bekannt. Wolf tritt einem solchen Ansinnen klar entgegen: "Eine Asylunterkunft gehört auf gar keinen Fall an diese Stelle. Das ganze Umfeld ist dafür nicht geeignet. Wir haben genug andere Kapazitäten, um Flüchtlingen zu helfen und sie bei uns unterzubringen." Er würde sich auf jeden Fall gegen eine solche Nutzung einsetzen. © Kommentar

Ellen Paul

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