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Experte warnt vor Klimawandel in der Region

Experte warnt vor Klimawandel in der Region

Hagel, Stürme oder extrem heiße und trockene Tage: Solche Wettereskapaden kennt im Altenburger Land jeder. Die Ausstellung "Klima wandelt Thüringen" soll bis Ende Oktober in der Brüderkirche für das Thema Klimaschutz sensibilisieren.

Altenburg.

 

 

 

 

 

 

 

Zum einen informiert die Ausstellung, wie die globale Erwärmung den Freistaat im 21. Jahrhundert verändern wird, zum anderen soll sie motivieren, Beiträge zum Klimaschutz zu leisten. Das geschieht mithilfe von 18 Tafeln sowie verschiedenen Ausstellungsstücken.

Thüringer müssten nicht wie beispielsweise in den USA mit einem Wirbelsturm Irene rechnen. "In Thüringen herrschen entspannte Zeiten", beruhigt Welz. Auch extreme Niederschläge würden durch das Thüringer Becken und das Gebirge noch weitestgehend abgefangen. Es könne jedoch passieren, dass das Becken austrocknet, sich zunehmend ein mediterranes Klima einschleicht und - nicht unbedingt schlecht - Thüringen zum Weinanbaugebiet wird. "Insofern werden wir wahrscheinlich mit einem blauen Auge davonkommen, auch wenn es dadurch einige Klima-Flüchtlinge nach Thüringen ziehen wird", meint der Ausstellungsleiter.

Die direkten, auf den ersten Blick noch positiven Veränderungen ziehen allerdings weitere Folgen nach sich, die nicht mehr so angenehm sind. Insbesondere für die Landwirtschaft. Beispielsweise gäbe es dann mehr Ungeziefer, wie Zecken, Borkenkäfer und Ähnliches. Landwirte müssten deshalb mehr düngen und Schädlingsbekämpfung betreiben.

"Aufhalten kann man den Klimawandel nicht wirklich", erklärt Michael Welz, "aber man kann Anpassungsstrategien finden". Dabei spricht er nicht nur den einzelnen Bürger an, weniger CO2 zu verbrauchen, sondern auch die Kommunen. Ein klimatischer Eckpunkt im Altenburger Land war beispielsweise das Jahrhundert-Hochwasser 2002. Die Landesverwaltung Thüringen stellte als Reaktion darauf 4,1 Millionen Euro für ein Sonder-Programm zum Hochwasserschutz zur Verfügung.

Zu spät, findet Welz. "Ich würde mir wünschen, dass Gelder schon im Vorfeld zur Verfügung gestellt werden", sagt er. Die Kosten nach einer Katastrophe seien wesentlich höher, als wenn im Vorfeld schon in den Klimaschutz investiert würde. Auch Flussbegradigungen und die Bebauung an Flussufern ließen die Auswirkungen des Hochwassers schlimmer ausfallen, erklärt der Mitarbeiter der Böll-Stiftung.

Perspektivisch werde es im Altenburger Land sowohl Hochwasser- als auch Dürregefahr geben. An den Flüssen seien weitere Überflutungen zu erwarten, dort wo keine Gewässer sind, wird aufgrund eines sinkenden Grundwasserspiegels der Boden zunehmend trockener. Damit bekämen vor allem die Landwirte ein Problem mit der Bewässerung, wie es sich im trockenen Frühling dieses Jahr schon angedeutet hat.

Erste vorbeugende Maßnahme, um das Klima zu schützen, ist laut Michael Welz eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Das sei zwar ein globales Thema, müsse aber im kommunalen Raum beginnen. Ansetzen lasse sich beim Wohnen, besser Mehrpersonen-Haushalte als Single-Haushalte, sowie im Straßenverkehr durch eine Innenstadtberuhigung. Aber ebenso auch bei der Einsparung von Energien, indem beispielsweise Gebäude besser gedämmt würden.

"Das Altenburger Land ist auf einem guten Weg", lobt Michael Welz. So gäbe es bereits Windkraft- sowie Fotovoltaikanlagen, und viele Landwirte würden zunehmend auf Biogas setzen. Allerdings sei das erst der Anfang. "Da ist noch viel ausbaufähig", findet der Klima-Experte.

Die Ausstellung in der Brüderkirche ist noch bis zum 31. Oktober zu sehen. Interessierten Gruppen werden Führungen angeboten. Weitere Infos unter % 0361 5553255.

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