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FDP, AfD, Grüne und Piraten unzufrieden

FDP, AfD, Grüne und Piraten unzufrieden

Die Direktkandidaten und Parteifunktionäre von Bündnis 90/Die Grünen, den Liberalen, Piraten und der Alternative für Deutschland (AfD) haben sich mehr oder weniger enttäuscht über den Ausgang der Bundestagswahl gezeigt.

"Man wünscht sich immer ein noch besseres Ergebnis", sagte Sieghardt Rydzewski, der für die AfD sechs Prozent bei den Erststimmen erzielte. Mehr erhofft hatte er sich gleichfalls beim Bundesergebnis seiner Partei, die knapp den Einzug den Bundestag verpasst hat. Die auch durch die Medien erzeugten Bedenken gegenüber der AfD hätten Wirkung gezeigt, sagte er. Allerdings habe die AfD ein Achtungszeichen gesetzt. Mit 6,2 Prozent liege man in Thüringen deutlich über dem Bundesergebnis. "Bei vielen Mitgliedern heißt es deswegen, jetzt erst recht", sagte der 60-Jährige. Diesen Schwung werde man bei den Wahlen 2014 nutzen, kündigte Rydzewski an. Ob er dann erneut kandidiere, ließ er offen.

 

"Im Wahlkreis Altenburger Land/Greiz haben wir uns ein leicht besseres Ergebnis von etwa fünf bis sechs Prozent erhofft", erklärte Ingo Prehl, der Sprecher des Kreisverbandes der Grünen, die auf 3,4 Prozent der Zweitstimmen kamen. Grüne Politik werde offensichtlich nur in den Städten verstanden. Das hätten die Unterschiede bei den Ergebnissen im Vergleich zu den ländlichen Regionen gezeigt. "Das stellt uns natürlich nicht zufrieden." Das Ziel müsse sein, grüne Politik mehr in die Fläche zu tragen. Enttäuscht äußerte sich Prehl auch über den überwältigenden Wahlerfolg des CDU-Direktkandidaten Volkmar Vogel. Fast jeder zweite Wähler habe sich damit für Nichtstun und Aussitzen entschieden. Denn "ob Herr Vogel im Bundestag sitzt oder nicht, macht für die Bürger im Altenburger Land keinen Unterschied", erklärte der Prehl. Grünen-Direktkandidat Jens Kämpfer, der 2,8 Prozent erzielte, war für eine Stellungnahme gestern nicht zu erreichen.

 

Ebenso auf Tauchstation ging Holger Peckmann. Der Direktkandidat war, wie auch Jessica Förster, die Kreisvorsitzende der Piraten, gestern nicht zu sprechen. "Das Ergebnis lag sicher unter unseren Erwartungen", sagte Vize-Kreischef Jörg Burkhardt. Dennoch sei man angesichts der Begleitumstände nicht unzufrieden. Für die Piraten sei dies der erste Wahlkampf überhaupt gewesen, den man mit nur vier Leuten im Wahlkreis absolviert hat. Ganz anders als manch andere Partei, denen dabei bezahlte Mitarbeiter zur Verfügung stehen. Erschwerend kam hinzu, dass die Greizer Piraten gar keinen Kreisverband besitzen. Die Gründe, weshalb das Ziel von fünf Prozent verfehlt wurde, habe man noch nicht analysiert. Die Erfahrungen aus diesem Wahlkampf werden jedoch genutzt, um schon zur Kommunalwahl im kommenden Jahr mit eigenen Kandidaten anzutreten, möglicherweise auch bei der Europawahl. Als erschreckend bezeichnete Burkhardt das Abschneiden der NPD.

 

Ziemlich konsterniert zeigte sich FDP-Kreischef Daniel Scheidel, der mit 1,6 Prozent das schlechteste Ergebnis aller acht Direktkandidaten im Wahlkreis 195 verzeichnete. "Ich war zunächst sprachlos, das ist ein katastrophales Abschneiden und kein guter Tag für die FDP", sagte der 54-Jährige gestern. Man habe es nicht geschafft, die politische Botschaft an die Wähler zu bringen. Dass sein eigenes Ergebnis sogar noch 1,1 Punkte unter den 2,7 Prozent der Partei im Kreis lag, bezeichnete er als "persönliche politische Schmach". "Ein starker Kandidat ist besser als die Partei, was auf Volkmar Vogel und Frank Tempel zutrifft", so Scheidel weiter. Alles andere seien schwache Kandidaten. "Das trifft leider auch auf mich zu." Für das desaströse Ergebnis übernehme er auch die Verantwortung. Ob Scheidel es aber dem FDP-Bundesvorsitzenden Philipp Rösler gleichtut und als Kreischef zurücktritt, steht noch nicht fest. "Ich denke über mögliche persönliche Konsequenzen nach, ein Rücktritt ist nicht ausgeschlossen." Endgültig darüber entscheiden wolle er jedoch erst, wenn er aus dem Urlaub zurück sei und mit seinen Partei-Freunden geredet habe. Passieren soll das am 7. Oktober auf einer Kreisverbandssitzung.

 

Jens Rosenkranz/Thomas Haegeler

Jens Rosenkranz

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