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Altenburg FDP-Führung sortiert sich neu für die Wahljahre
Region Altenburg FDP-Führung sortiert sich neu für die Wahljahre
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20:49 13.11.2012
Quelle: Mario Jahn

Sein Vorgänger, Steffen Plaul, trat wegen Zeitmangels nicht wieder an und zog für seine Amtszeit ein eher durchwachsenes Fazit.

Dabei bewiesen die Freien Demokraten auf ihrer Wahlversammlung am Montag Durchhaltevermögen. Erst nach einer über dreistündigen Sitzung verließen die gerade einmal 17 anwesenden Mitglieder gemeinsam mit Parteifreunden aus Erfurt und Berlin das Schmöllner Hotel Reussischer Hof. Bis 23.15 Uhr hatte die eher langatmig und behäbig wirkende Runde ausgeharrt, dabei jedoch kaum versucht, die brisanten Themen des Altenburger Landes zu diskutieren oder innerparteiliche Probleme zu lösen. Dafür wurden ausführlich die umstrittene Förderung der erneuerbaren Energien besprochen sowie andere bundes- oder landespolitische Themen. Ausnahmen waren der momentan diskutierte Kreishaushalt und die Schulnetzplanung. Hier erneuerten die Liberalen vor allem ihre Kritik an Landrätin Michaele Sojka (Linke).

Zu Beginn gab Steffen Plaul seine Entscheidung bekannt, nicht wieder für den Vorsitz zu kandidieren. Er sei beruflich sehr eingebunden, was für die bevorstehenden Wahlen 2013 und 2014 von Nachteil sei. Plaul hatte im September 2010 die Führung der Liberalen im Kreis übernommen, auch mit dem Ziel, die Mitgliederzahl zu erhöhen. Allerdings war das Gegenteil eingetreten, wie der 38-Jährige einräumte, der in seiner Amtszeit selten öffentlich in Erscheinung trat. Von 53 Mitgliedern 2010 haben momentan noch 44 ein Parteibuch, wofür der alte Vorsitzende vor allem das Erscheinungsbild der Liberalen im Bund verantwortlich machte. Als Erfolge listete Plaul die sehr geachtete Arbeit der FDP im Kreistag auf sowie die Abwahl von Ex-Landrat Sieghardt Rydzewski, die ein Stück weit das Verdienst seiner Partei sei. Nur am Rande erwähnte er den Streit um die Position der FDP zur Wiederwahl des Altenburger Oberbürgermeisters Michael Wolf (SPD). Während der Stadtverband sich klar gegen Wolf positionierte, hatte der Kreisvorstand um Plaul offen Sympathie für Wolf gezeigt (OVZ berichtete).

Solche Fehler dürften sich nicht wiederholen, schrieb Daniel Scheidel, der mit 88,2 Prozent als neuer Vorsitzender gewählt wurde, seinen Parteifreunden ins Stammbuch. Auch er kündigte an, trotz Gegenwindes mehr Mitglieder zu gewinnen. Als weitere Ziele nannte er, bei den Kommunalwahlen 2014 erneut mit fünf Vertretern in den Kreistag einzuziehen und im Altenburger Stadtrat Fraktionsstärke zu erreichen. Schwerpunkte im Kreistag seien Schulnetzplanung, Theaterfinanzierung sowie Firmenansiedlungen und damit neue Jobs.

Zu Stellvertretern Scheidels wurden Steffen Plaul mit 82 und Harald Kunze mit 88 Prozent gewählt. Dem ebenso für zwei Jahre neugewählten Vorstand gehören sieben weitere Mitglieder an.

Jens Rosenkranz

Es wird nicht leicht, gegen die FDP Schulschließungen durchzusetzen, auch nicht in Ponitz. Mit dieser Ankündigung unterstrich der neue Kreisvorsitzende der FDP, wie wichtig ihm das Thema Schulnetzplanung ist. Denn Schulen, gerade auf dem Land, sind für Daniel Scheidel wichtige Standortfaktoren. Ginge es nach dem Vater dreier Kinder, würden Kreistag und Kreisverwaltung auch in schulischen Belangen wie beim Unterricht mitreden und nicht nur bei der Bereitstellung und Unterhaltung der Schulgebäude.

Scheidel ist seit 2004 Mitglied der Liberalen, wurde 2005 bereits Vize-Kreisvorsitzender und 2006 Vorsitzender. Von sich reden machte er 2006 mit seiner Landrats-Kandidatur. Nach einem politischen Karriere-Knick 2007 zog der gelernte Bankkaufmann und studierte Diplom-Volkswirt 2009 in den Kreistag ein und übernahm Anfang des Jahres die Leitung der Fraktion.

Der 53-Jährige macht momentan eine berufliche Pause und nutzt die Elternzeit. Der passionierte Motorradfahrer ist verheiratet und wohnt in Altenburg.

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